Nachhaltige Sportmode: 5 faire Labels für Sportbekleidung

Nachhaltige Sportmode: 5 faire Labels für Sportbekleidung, die du kennen solltest

Du möchtest nachhaltig Sport treiben? Die besten fairen Sportmodelabels und umweltfreundliche Pflegetipps findest du hier.

Die Vorteile von nachhaltiger Sportmode

Eine gute Funktionskleidung beim Sport ist für viele ein absolutes Must-have. Sie ist atmungsaktiv, luftdurchlässig und transportiert die Feuchtigkeit gut ab. Doch was mit der Funktionskleidung auch oft einhergeht, sind Chemikalien, die nicht nur uns, sondern auch unserer Umwelt schaden können. Viele synthetische Fasern basieren auf Erdöl, dessen Förderung Umweltschäden verursacht. Sie sind nicht biologisch abbaubar und die Textilen aus Kunstfaser geben bei jedem Waschen winzige Fasern ab, die nur schwer aus dem Abwasser gefiltert werden können. So gelangt das Mikroplastik in die Gewässer und Meere und kann hier Schaden anrichten. Hinzu kommt, dass bei der Produktion vieler Sportkleidung Arbeiter und Arbeiterinnen in ausbeuterischen Verhältnissen arbeiten müssen.

Liegt dir Nachhaltigkeit und faire Arbeit am Herz und du möchtest mehr Aspekte deines Lebens umweltfreundlich gestalten, kannst du auch unter anderem auf nachhaltige Sportbekleidung umsteigen und umweltfreundlich trainieren. Immer mehr Labels stellen Sportmode her, die aus nachhaltigen Rohstoffen besteht, unter fairen Bedingungen produziert wurde und wo keine chemischen Färbemittel zum Einsatz kommen. So tust du nicht nur der Umwelt was Gutes, sondern verhinderst auch, dass bestimmte Schadstoffe deiner Gesundheit schaden können.

Darauf solltest du bei nachhaltiger Sportbekleidung achten

Achte auf Siegel und Zertifizierungen

Nachhaltige Sportmode zu erkennen, ist manchmal gar nicht so einfach. Denn es ist schwer, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Man kann anhand des Etiketts zwar erkennen, welche Materialien verwendet wurden, doch wie genau die Produktionsbedingungen und Transportwege waren, ist für den Verbraucher meist nicht nachvollziehbar. Deshalb solltest du auf bestimmte Siegel und Zertifizierungen achten. Sie machen es dir einfacher, zu erkennen, wie umweltfreundlich ein Produkt ist. Hier die wichtigsten Siegel und Zertifizierungen im Überblick:

  • GOTS (Global Organic Textile Standard): Ein internationales Textilzertifikat, das die gesamte Produktionskette eines Kleidungsstücks beurteilt. Rohstoffanbau, Materialien, Ressourcenverbrauch und soziale Mindeststandards werden betrachtet.
  • bluesign: Ein unabhängiges Industrietextilsiegel, das die gesamte Lieferkette eines Kleidungsstücks kontrolliert. Es lässt nur Materialien zu, die weder Mensch noch Umwelt schaden.
  • Fair Trade Cotton: Ein Zertifikat, das sich auf die sozialen Bedingungen der Textilproduktion bezieht. Überprüft werden soziale Standards bei Anbau und Weiterverarbeitung der Textilien.
  • IVN BEST: Das wohl strengste Siegel. Es beurteilt soziale Standards, verbietet die Verwendung von sämtlichen Chemikalien und bezieht die textile Produktionskette mit ein.

Achte auf die Materialien

Ob ein Kleidungsstück nachhaltig ist oder nicht, wird maßgeblich von den verwendeten Textilien und deren Herstellung bestimmt. Nachhaltige Sportmode setzt oft auf recycelte Stoffe, zum Beispiel aus PET-Flaschen oder Meeresabfällen. Doch auch Naturmaterialien in Bioqualität wie Bio-Baumwolle, Bio-Seide oder Bio-Wolle werden gerne für die umweltfreundliche Textilproduktion verwendet.

Und auch auf schädliche Chemikalien soll bestmöglich verzichtet werden, damit das Kleidungsstück umweltfreundlich ist. Denn diese sind nicht nur in der Herstellung umweltschädlich, sie gelangen auch beim Waschen der Sportmode später ins Abwasser und können auch hier Schaden in der Natur anrichten. Der Anbau der Rohstoffe sollte ressourcenschonend sein und die Umwelt nicht zusätzlich belasten. All das und noch mehr zählt in die Beurteilung mit hinein, ob ein Kleidungsstück nachhaltig ist oder nicht.

Achte auf faire Arbeitsbedingungen

Doch nicht nur die Rohstoffe der Textilien sollten umweltfreundlich sein. Auch die Arbeitsbedingungen, unter denen die Sportmode gefertigt wird, ist Teil der Nachhaltigkeits-Diskussion. Faire Arbeitsbedingung und Wertschätzung durch eine angemessene Bezahlung sind mindestens genau so wichtig wie die Materialien. Die Wertschöpfungsketten sind sehr komplex. Im Grunde stellen sich unter anderem folgende Fragen:

  • Wer produziert die Färbemittel und Chemikalien?
  • Wer beschafft die Rohstoffe?
  • Wer strickt den Stoff?
  • Wer näht das Kleidungsstück?
  • Wer färbt die Textilien?
  • Wie sind die Arbeitszeiten?
  • Wie sieht die Bezahlung aus?
  • Wie ist es um die Sicherheit der Angestellten gestellt?

Achte auf CO2 neutrale Transportwege

Bei der Nachhaltigkeit von Kleidungsstücken dreht es sich nicht nur um das Produkt an sich und dessen Herstellung, sondern auch um den Transport und die Verpackung. Um wirklich von Nachhaltigkeit zu sprechen, sollte der Transport so umweltfreundlich wie möglich geschehen. Der Begriff CO2-neutral ist dabei jedoch etwas irreführend. Kein Unternehmen schafft es, CO2-neutral zu sein. Wichtig ist aber, dass sie versuchen, die Emissionen so gering wie möglich zu halten und dass die Emissionen berechnet werden und durch Klimazertifikate kompensiert werden. Das Geld landet dann in Umweltprojekten, bei denen zum Beispiel Bäume gepflanzt werden, um die Sauerstoffproduktion zu erhöhen.

Achte auf Greenwashing

Gerade wenn es um Nachhaltigkeit geht, ist vieles oft eher Schein als sein. Viele Unternehmen stellen sich in der Öffentlichkeit "grüner“ da, als sie eigentlich sind. Sie kreieren ein umweltfreundliches Image, ohne dass es eine Grundlage für die Nachhaltigkeit gibt, mit der sie sich rüsten. Dies nennt man "Greenwashing“. Oft wird vom Marketing in diesem Fall ein besonderer Aspekt betont, der das jeweilige Produkt umweltfreundlich macht – zum Beispiel, dass ein Shirt aus PET-Flaschen gefertigt ist. Dass es dann im Hintergrund aber schlechte Arbeitsbedingungen, eine schlechte Bezahlung der Arbeitskräfte und eine hohe CO2-Belastung beim Transport gibt, bleibt unerwähnt. Wichtig ist deshalb, dass man sich umfassend über das jeweilige Produkt und dessen Produktion informiert, auf Siegel und Zertifizierungen achtet und nicht alles als "grün" hinnimmt, was auf den ersten Blick "grün" aussieht.

5 faire Sportmodelabels, die du kennen solltest

Immer mehr Marken setzen auf Nachhaltigkeit bei der Produktion ihrer Sportkleidung. Patagonia, Vaude und Co. sind große und bekannte Marken, die besonders viel Wert auf nachhaltig produzierte Kleidung legen. Doch wir werfen einmal einen Blick auf Brands, die vielleicht noch nicht ganz so bekannt sind. Fünf von ihnen stellen wir dir hier vor.

1. Hey Honey

Hey Honey ist ein Modelabel für faire Active Wear, das 2015 in Hamburg gegründet wurde. Die Yoga- und Fitnesskleidung sieht nicht nur super schön aus, sie gibt einem auch noch ein gutes Gewissen. Die Kleidung wird unter fairen Bedingungen in der Türkei hergestellt und ist OEKO-Tex zertifiziert. Und sogar die Verpackungen sind umweltfreundlich, denn verwendet wird nur 100-prozentig recyceltes und recycelbares Verpackungsmaterial.

2. Ambiletics

Magst du es bunt und knallig, sind die Designs des Sportmodelabels Ambiletcs vielleicht etwas für dich. Die stylishe Active Wear besteht aus nachhaltigen Materialien, denn sie wird aus PET-Flaschen und Müll hergestellt. Auch Bio-Baumwolle und natürliche Bambusfasern kommen zum Einsatz. So werden Ressourcen gespart. Gleichzeitig wird die Mode fair produziert und ist vegan. Die Leggings, Shirt, Sport-BHs und Co. werden in einer GOTS-zertifizierten Näherei gefertigt und zusätzlich hat die Fashion von Ambiletics das vegan-approved Siegel von PETA.

3. Alo Yoga

Hailey Bieber, Gigi Hadid, Taylor Swift und weitere Celebrities lieben diese nachhaltige Sportfashionbrand. Das 2007 in Los Angeles gegründete Label Alo Yoga stellt super stylishe Yoga-Kleidung her, die nicht nur was fürs Training ist. Bei der Mode wird auf eine umweltfreundliche Produktion und gute Arbeitsbedingungen geachtet. In den USA zählt Alo Yoga zu den absoluten Hype-Brands und sie stellen nicht nur Sportbekleidung her, sondern produzieren auch Videos mit Yoga Flows und Mindfulness Workshops für Erwachsene und Kinder. Mit dem Programm "Alo Gives" setzt sich Alo Yoga dafür ein, Kinder an Yoga, Achtsamkeit und einen gesunden Lebensstil heranzuführen.

4. Girlfriend Collective

"We believe good things come to those who don’t waste“, schreibt das nachhaltige Sportmodelabel Girlfriend Collective. Die für Frauen und Männer produzierte Sportbekleidung setzt auf recycelte Materialien und eine ethische Manufaktur. Plastikflaschen, Fischernetze und anderer Kunststoffmüll bekommt hier eine zweite Chance und wir in stylishe Leggings, Shirts und Sport-BHs verwandelt. Auch umweltschonende Färbemittel werden verwendet und sogar die Verpackungen sind recycelbar. Außerdem ein riesen Pluspunkt: Die Kleidung gibt es in besonders viele Größen von XXS bis 6XL – so ist für fast jede Person das passende Kleidungsstück dabei.

5. Nice to meet me

Das österreichische Modelabel Nice to meet me stellt Yoga- und Fitnesskleidung für Männer und Frauen her. Die Produkte bestehen aus recyceltem Polyester aus PET-Flaschen und Müll aus dem Meer und Naturfasern wie Bio-Baumwolle und Tencel (aus Holzfasern). Unter fairen Arbeitsbedingungen werden die Klamotten in Tschechien produziert. Und auch das Verpackungsmaterial ist aus Karton oder sogar kompostierbar.

So pflegst du deine Sportkleidung umweltschonend

Du willst lange etwas von deiner Sportmode haben und gleichzeitig auf die Umwelt achten? Hier kommen ein paar nützliche Pflegetipps:

  • Du musst deine Sportkleidung nicht unbedingt nach jeder Fitnesseinheit in die Waschmaschine geben. Du kannst die Klamotten auch mit Wasser per Hand waschen. Das reicht vollkommen aus. Nach 3 bis 4 Handwäschen kannst du die Kleidung dann in der Waschmaschine waschen.
  • Wasche deine Wäsche bei niedriger Temperatur (30 bis 40 Grad) und verzichte auf den Wäschetrockner, um Energie zu sparen.
  • Verzichte auf Weichspüler. Dieser kann die Funktionalität der Active Wear vermindern.
  • Verwende einen Mikroplastik-Filter beim Waschen. So verhinderst du, dass winzige Plastikpartikel in die Gewässer und Meere gelangt. Wir können dir die Mikroplastik-Filter von Guppyfriend empfehlen.

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Verwendete Quellenutopia.de, myhealthylonglife.com

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