Interner Jobwechsel? Warum dein Traumberuf vielleicht nur eine Abteilung weiter wartet

Wenn du in deinem aktuellen Job nicht so zufrieden bist, das Unternehmen aber eigentlich sehr magst, kann es sich lohnen, intern die Abteilung zu wechseln. Eine Expertin verrät, wie dir das am besten gelingt.

zwei Frauen am Laptop© Foto: Unsplash, KOBU Agency
Für einen neuen Job musst du nicht unbedingt das Unternehmen wechseln.

Das Team ist großartig, die Bezahlung passt und die Abläufe im Büro beherrschst du quasi im Schlaf. Eigentlich läuft alles perfekt und trotzdem lässt dich das Gefühl nicht los, dass da noch mehr sein muss. Wenn du ehrlich bist, fehlt dir die Herausforderung und du sehnst dich nach einer neuen Aufgabe. Bevor du nun voreilig deine Kündigung abschickst und wahllos das Internet nach Stellen durchforstest: Prüfe erst einmal, ob sich deine nächste berufliche Chance nicht direkt vor deiner Nase befindet.

Was ist eigentlich „Internal Mobility“?

Hinter dem Begriff „Internal Mobility“ steckt ein smarter Karrieretrend, der genau ansetzt, wenn sich im Job Routine und Stillstand breitmachen. Wenn das Arbeitsumfeld und der Arbeitgeber eigentlich optimal zu dir passen, musst du für deinen nächsten Meilenstein nicht die Firma wechseln. Manchmal reicht schon der Wechsel in eine andere Abteilung.

Es ist völlig normal, irgendwann aus einer Rolle herauszuwachsen. Das ist kein Verrat am aktuellen Job, sondern ein Zeichen von persönlichem Wachstum

, sagt LinkedIn Karriere-Expertin Gaby Wasensteiner. „Und oft gibt es im eigenen Unternehmen passende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung – man muss sich nur trauen, den Wunsch danach intern auszusprechen.“

Viele Unternehmen sind sehr daran interessiert, motivierte Talente zu halten und fördern deshalb auch interne Wechsel. Am Ende hast du selbst mehr Einfluss auf deinen nächsten Schritt, als du vielleicht denkst!

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Unsere Expertin
Gaby Wasensteiner

Bei einem internen Jobwechsel sieht Gaby Wasensteiner viel Potenzial, sowohl für das Unternehmen als auch für den Mitarbeiter. Hier gibt sie Tipps, wie du am besten an die Sache rangehst. 

4 Tipps zum internen Jobwechsel

Die Expertin verrät dir, mit welchen Strategien dir der Neustart im eigenen Unternehmen gelingt.

1. Internes Networking ankurbeln

Natürlich ist das Mittagessen mit den liebsten Kollegen im Team nett, doch strategisch bringt es dich nicht immer weiter. Während wir nach außen hin fleißig Kontakte knüpfen, vergessen wir oft das Netzwerk im eigenen Unternehmen. Nutze Networking-Plattformen, um dich gezielt mit Kollegen aus anderen Abteilungen zu vernetzen und dich mit ihren Inhalten auszutauschen. Das bricht das Eis und ist der ideale Aufhänger für eine ungezwungene Verabredung zum Kaffee oder Lunch. So erfährst du direkt aus erster Hand, welche Projekte in anderen Teams gerade anstehen.

2. Ziele definieren und sichtbar machen

Suchst du nach mehr Führungsverantwortung oder möchtest du deine kreative Ader stärker ausleben? Um deinen weiteren Weg zu planen, solltest du genau analysieren, wo deine Stärken liegen, welche Bereiche du vertiefen möchtest und welche Aufgaben du lieber abgeben willst. Hast du diese Klarheit gefunden, kommuniziere deine Ziele auch nach außen. Aktualisiere dein Berufsprofil online mit neuen Fähigkeiten und Interessen, damit dein internes Netzwerk sofort sieht, in welche Richtung du dich entwickeln möchtest.

3. Ehrliche Gespräche führen

Habe keine Angst davor, deine Veränderungswünsche offen anzusprechen. Eine weitsichtige Führungskraft wird dein Vorhaben unterstützen, da dem Unternehmen so dein Know-how erhalten bleibt. Formuliere deinen Wechselwunsch im Mitarbeitergespräch als logischen Entwicklungsschritt und keineswegs als Frust über den aktuellen Zustand. Informiere dich vorab über interne Anforderungen und zeige auf, welchen Mehrwert du in der neuen Position stiften kannst. Wer sich vor diesem Gespräch unwohl fühlt, findet online Kurse oder Tipps, um sich darauf vorzubereiten.

4. Praxis-Check durch Job Shadowing

Der größte Pluspunkt bei einem internen Wechsel ist die Möglichkeit, vorab einen realistischen Einblick in den neuen Alltag zu bekommen. Um herauszufinden, ob die Aufgaben zu dir passen, kannst du dich für abteilungsübergreifende Projekte melden oder gezielt nach einem „Job Shadowing“ fragen, um Kollegen über die Schulter zu schauen. So merkst du schnell, ob die Chemie im neuen Team stimmt und vermeidest böse Überraschungen beim Neustart.

Ein beruflicher Meilenstein erfordert nicht immer den kompletten Bruch mit dem Gewohnten. Wenn du deinen aktuellen Arbeitgeber als Raum für neue Möglichkeiten begreifst, kannst du dich auch im bekannten Umfeld weiterentwickeln. Wer die eigenen Ziele klar formuliert, intern Kontakte pflegt und die Augen offen hält, nimmt die eigene Karriere selbst in die Hand und findet die neue Wunschposition vielleicht direkt auf der nächsten Etage.