Periorale Dermatitis: Was hilft wirklich?

Ihr habt rote Bläschen um den Mund und die Nase? Die Haut juckt und spannt? Und alles Cremen und Pflegen hilft nichts? Dann könntet ihr von der perioralen Dermatitis betroffen sein. Wir haben mit den beiden Dermatologen Dr. Patricia Ogilvie und Prof. Dr. Kämpgen über die Hautkrankheit gesprochen, die gerne auch als Stewardessenkrankheit bezeichnet wird. Hier erfahrt ihr, was die periorale Dermatitis ist, was man tun sollte, wenn man erkrankt ist und warum die Nulltherapie helfen kann.

© iStock Bei "Überpflegung" droht periorale Dermatitis, auch Stewardessenkrankheit genannt (Symbolbild - ein realistischeres Foto seht ihr weiter unten)

Die Haut ist das größte Organ des Menschen und während des gesamten Lebens täglich zahlreichen Belastungen und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Nicht immer schafft es der natürliche Schutzmantel der Haut, diesen Einflüssen standzuhalten. Sonnenbrände, zu viel Chemie in Duschgels und Lotionen, falsche Ernährung – das alles greift unsere Haut an. Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Melanome - Hautkrebs – sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Zahlreiche Pilze und Bakterien führen zu unangenehmen Veränderungen der Haut.

Periorale Dermatitis: Das sind die Symptome

Die periorale Dermatitis, auch "Stewardessenkrankheit" oder "Mundrose" genannt, ist eine ungefährliche Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist. Sie tritt hauptsächlich um den Mund und neben den Nasenflügeln auf. Es können aber auch die Hautpartien um die Augen betroffen sein. Wenn man an perioraler Dermatitis erkrankt ist, ist zunächst die Haut an den befallenen Stellen gerötet, trocken, beginnt zu jucken und ein Spannungsgefühl tritt auf. Später treten Bläschen, Pickel, Pusteln und Krusten auf. Auch wenn die periorale Dermatitis vor allem im Mundbereich auftritt, sind Symptome auch an der Nase möglich. Warum heißt die periorale Dermatitis aber auch Stewardessenkrankheit?

© Dermatologikum Berlin

Periorale Dermatitis Ursachen

Periorale Dermatitis wird vor allem durch Überpflegung ausgelöst. Diese führt dazu, dass die Haut selbständig keine Fette und Lipide mehr produzieren kann. Was wiederum dazu führt, dass die Haut trocken wird und schuppt. Die Folge: Wir pflegen noch mehr. Dies verstärkt die Symptome zunehmend, man gelangt in eine Art Teufelskreis.

Neben der Überpflegung kann auch "Stress und ein zu häufiges Wechseln von Produkten als Ursache gelten", weiß die Münchner Dermatologin Dr. Patricia Ogilvie. Daher auch der bereits erwähnte Begriff "Stewardessenkrankheit": Stewardessen sind das perfekte Beispiel für gepflegte Frauen, die durch ihre vielen Reisen in Kontakt mit vielen unterschiedlichen Kosmetikprodukten kommen. Um eine periorale Dermatitis vorzubeugen, solltet ihr es also nicht mit eurer Pflegeroutine übertreiben und auch die Hautpflegeprodukte nicht ständig wechseln. 

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Periorale Dermatitis behandeln

Um die periorale Dermatitis zu behandeln, sollte man für einige Wochen, bis zum kompletten Abklingen, die betroffenen Stellen lediglich mit Wasser waschen und weitestgehend auf alle kosmetischen Produkte verzichten – also eine Nulltherapie einhalten. Im Zuge dieser Behandlung der perioralen Dermatitis kann sich die Haut beruhigen und ihre natürliche Ausgeglichenheit wiederfinden. 

Ab wann muss ich zum Arzt?

Sollte mit einer Nulltherapie innerhalb der nächsten Wochen keine Veränderung eintreten, empfiehlt sich der Gang zum Arzt. Dermatologen verschreiben spezielle medizinische Arzneimittel, die gegen die periorale Dermatits helfen können. 

Wie lange dauert eine Periorale Dermatitis?

Eine Behandlung der perioralen Dermatitis erfordert Disziplin und Geduld. Nach Umstellung der Hautpflege und der Behandlung mit medizinischen Arzneimitteln oder Schwarzteeaufschlägen, kann diese Umgewöhnungsphase schnell bis zu sechs Wochen dauern.

In dieser Zeit können alte Hausmittel, wie kalte Schwarztee-Umschläge, zur Beruhigung beitragen. Schwarzer Tee gilt gekühlt und als Umschlag als sehr beruhigend für Haut – und hilft zum Beispiel auch bei Sonnenbrand. Nach einigen Tagen kann zur Linderung des Spannungsgefühls auch eine leichte Creme wie "LinolaR" ein- bis zweimal täglich aufgetragen werden, keinesfalls allerdings fette Salben.

rät Prof. Dr. Kämpgen. Und Dr. Ogilvie warnt: "Auf keinen Fall sollte man Kortisoncreme auftragen, was zwar kurzfristig hilft, die Beschwerden nach dem Absetzen aber nur umso heftiger zurückkommen lässt".

Hausmittel gegen Periorale Dermatitis

Wie schon von Prof. Dr. Kämpgen erwähnt, eignen sich Auflagen mit schwarzem oder grünem Tee, um die Beschwerden bei der perioralen Dermatitis zu lindern. Dazu eine Tasse schwarzen oder grünen Tee aufbrühen und abkühlen lassen. Anschließend den Tee etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Dann ein Baumwolltuch mit dem Tee tränken und als Auflage ungefähr 15 Minuten auf die betroffene Stelle legen. 

Periorale Dermatitis Creme

Um zu verhindern, dass die periorale Dermatitis (wieder-) kommt, empfiehlt die Dermatologin, bei den Produkten zu bleiben, die man kennt, getreu dem Motto: "Never change a winning team". Außerdem kann man bei den ersten Anzeichen bereits Schwarztee-Umschläge auflegen. Abschließend rät Dr. Ogilvie: "Falls keine vollständige Abheilung eintritt, vorsichtshalber einen Allergietest beim Hautfacharzt durchführen lassen."

Wer schon einmal unter perioraler Dermatitis gelitten hat, sollte auf Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen setzen – Cremes ohne Allergene oder starke Duftstoffe. Und: Nicht übertreiben! Unserer betroffenen Kollegin hat nach der Ruhephase die Egyptian Magic Cream sehr gut geholfen.

Und eine gute Nachricht zum Schluss:
Narben braucht man laut Dr. Ogilvie nicht zu befürchten, da die Entzündung nur sehr oberflächliche Schichten der Oberhaut betreffe.

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