Wifesharing: Was ist das – und warum macht man das?

- Es klingt ein wenig nach "Frauentausch", ist aber ein Sextrend, der immer beliebter wird: Wifesharing. Aber was genau ist das? Und die viel wichtigere Frage: Warum macht man das?!

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Seine Frau im Bett teilen? Nicht für jeden etwas ...

Manche werden denken: "Ist doch nichts Neues", für andere ist es genau das wohl: Wifesharing. Aber: Es scheint kein kleines Licht am Sextrend-Himmel mehr zu sein, sondern zieht in immer mehr Schlafzimmer ein. Aber was genau ist das? Beim Wifesharing gesellt sich zu einem Liebespaar aus Mann und Frau ein zweiter Mann zum Liebesspiel dazu. Der Mann teilt also seine Frau im Bett. Häh? Ja, genau: Warum sollte man sich den Sex mit einem anderen Mann teilen oder ihm gar dabei zusehen, wie er Sex mit der eigenen Frau hat? Beim Wifesharing geht es darum Fantasien in einem geschützten Rahmen ausleben – und zwar aktiv statt passiv.

Wifesharing: Die Briten stehen drauf!

Zur Erklärung: Wenn der Partner nur zusieht, wie der andere Mann mit seiner Frau intim wird, spricht man vom "Cuckolding". Der Grundgedanke vom Wifesharing ist aber, dass der "Sharer" sich ebenfalls aktiv am Liebesspiel beteiligt. Hierzulande sind Paare noch etwas zurückhaltender, was den Trend angeht. Aber: Auf Tinder suchen bereits Paare nach einem dritten Mann für das "Wifesharing" und andere Fantasien im Bett. In Großbritannien dagegen rankt der Suchbegriff auf Porno-Websites auf Platz zwei – eine starke Sex-Fantasie der Briten also! Dort gibt es auch immer mehr Online-Portale zum Thema: Dort können sich Paare anmelden und via Chats einen willigen "Sharing"-Partner finden. Ob aus Fantasien aber immer wirklich Realität werden muss und ob diese dann den Fantasien entsprechen kann, ist eine ganz andere Frage ... 

Wifesharing: ein neuer Sextrend?

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Sexualtherapeutin Anja Drews denkt nicht, dass Wifesharing zum großen Trend wird.

Das sieht auch Sexualtherapeutin Anja Drews so: "Oft ist es so, dass sich ein Paar so etwas aufregend vorstellt und ganz viele Fantasien hat. Wenn sie dann aber in der Praxis ihre Fantasien umsetzen, merken sie, dass es oft gar nicht so ist, wie sie es sich vorgestellt haben." Sie glaubt auch nicht, dass Wifesharing hierzulande eine so große Sachen werden könnte. "Das wird sicher nicht DER große Sextrend, sondern eher ein Randthema bleiben." Die Sexualtherapeutin sagt aber weiter: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Thema Gefühle dagegen immer größer wird. Wenn also zu Dritt etwas funktioniert, dann eher in Richtung Polyamorie", sagt sie. 

Wifesharing: Wo ist der Reiz?

Aber wo genau liegt der Reiz darin, sich einen fremden Mann ins Bett zu holen? Der amerikanische Psychologe David J. Ley hat sich in seinem Artikel "Why would you do that?" mit den Reizen vom Wifesharing beschäftigt. Einer davon: der Reiz des Verbotenen. Keine Überraschung! Aber klar: Dinge, die man nicht tun soll, haben immer einen gewissen Reiz und erzeugen Spannungen. Eben auch im Bett. Auch der Aspekt der Eifersucht spielt in das Phänomen Wifesharing rein. Durch Eifersucht kann das Verlangen nach der Frau bestärkt und der Sex aufregender werden.

Außerdem spricht der Autor von der sogenannten "Sperm Competition". Sozusagen der Umstand, dass der "Wifesharer" mit einem anderen Mann in eine Konkurrenzsituation tritt und sich im Bett ganz neu beweisen muss. Sexualtherapeutin Anja Drews wundert aber genau das: "Wenn sich Paare jemanden ins Bett holen, dann kenne ich das eher mit einer zweiten Frau. Weil ich die Erfahrungen gemacht habe, dass Frauen öfter offen für so etwas sind."

Wifesharing: Darauf sollte man achten

Man muss natürlich wirklich offen für ein solches "Experiment" sein. Nicht für jedes Paar ist Wifesharing geeignet. Natürlich nicht für Männer, die sowieso schon eifersüchtig sind. Generell sollten bei diesem Sextrend die Grenzen klar abgesteckt sein, findet auch Anja Drews: "Man sollte sich nicht zum Wifesharing drängen lassen. Und wenn man bereit dafür ist, sollte vorher klar sein, was geht und was nicht: Darf der andere Mann geküsst werden? Darf es wirklich zum Sex kommen?" Und: Bei einem fremden Mann, der zu solchen Spielchen schon bereit ist, sollten auf keinen Fall die Kondome fehlen!