Deswegen kann Social Media deine Beziehung kaputt machen

Kommt es nur mir so vor, oder habt ihr auch das Gefühl, dass sich der Single-Dschungel in den letzten Jahren mörderisch verändert hat? Ghosting, Fishing und Stashing sind nur wenige Beispiele für Dating-Trends, die unfassbar doll weh tun und verletzen – und definitiv keine Beziehungsentstehung fördern. Oder aber es kommen Paare zusammen, die sich nur so durch den Alltag hangeln, durchtränkt von Eifersüchteleien und On-Off-Status. Dabei könnte einer der Gründe für diese miserable Liebes-Situation die intensive Nutzung von Social Media sein. Warum? Das erfahrt ihr hier. 

© Riki Ramdani/Unsplash Warum es absolut Sinn macht, das Date vor dem Treffen nicht auf Social Media "durchzustalken"? Hier unsere Antwort.

Social Media: So schlecht ist es wirklich für unser Liebesleben

Spätestens seit der Funktion auf Tinder, sein Dating-Profil mit dem eigenen Instagram-Account verknüpfen zu können, ist es leichter denn je, sein Date vor dem Treffen ausgiebig auf jeglichen Social-Media-Plattformen "durchzustalken". Bereits vor der Verabredung wissen wir, mit welchen Leuten unser Date abhängt, wie seine Wohnung eingerichtet ist, auf was für Musik er steht und wie oft er Sport macht. Aber auch ohne diese Tinder-Funktion ist es, dank der digitalen Transparenz, so unfassbar leicht geworden, innerhalb von wenigen Sekunden fast schon intime Details von seinem Gegenüber herauszufinden. Das steht uns nicht nur im Dating-Dschungel im Weg, auch in Beziehungen kann die Möglichkeit, ständig Spionage betreiben zu können, Streitereien bis hin zu tiefe Krisen im Handumdrehen entfachen. 

Aufgrund des Social-Media-Auftritts stecken wir unser Date zu schnell in eine bestimmte Schublade

Egal ob Blind Date oder ein Treffen mit jemandem, den wir vorher schon einmal gesehen haben: Erstalken wir vor der Verabredung seine Social-Media-Auftritte, besteht eindeutig die Gefahr, dass wir ihn zu schnell in eine bestimmte Schublade stecken und vorurteilsbehaftet in die Verabredung gehen. Dabei wissen wir doch eigentlich im Hinterkopf, dass das Image, welches wir auf Social Media von uns abgeben, genau so manipulierbar ist wie das letzte Bild, welches wir bei Photoshop bearbeiteten. Während sich das männliche Geschlecht oftmals gar nicht über die Außenwahrnehmung seines Instagram-Accounts bewusst ist, neigen wir Mädels dazu, uns haargenau zu inszenieren und bewusst in ein bestimmtes Licht zu rücken. Doch: All die maskierten Bilder und Stories sagen meist überhaupt nichts über unseren tatsächlichen Charakter oder über unsere tatsächliche Gefühlslage aus. Deswegen basieren die Vorurteile, die wir gegebenenfalls haben, auf nicht wirklich vertrauenswürdigen Quellen – und sind deshalb für die Katz. Viel schöner ist es doch, wenn sich unser Gegenüber im realen Leben präsentieren kann – und wir ihn urteilsfrei auf uns wirken lassen. Denn die Meinung, die wir uns daraus resultierend von ihm bilden, ist viel substanzieller. 

Alle digitalen Infos über seinen Partner zu haben kann Streitereien fördern 

Unser Partner sagt, er könne sich heute nicht mit uns treffen, da er dringend für die Uni lernen muss. Am Abend sehen wir allerdings, dass er in seine Instagram-Story ein Bild vom Fitness-Studio gepostet hat. Verwundert kommt Misstrauen in uns auf und wir fühlen einen komischen Druck im Bauch. Als wir ihn emotionsgeladen am nächsten Tag mit der Frage konfrontieren, warum er denn Zeit für den Sport hätte, aber nicht für uns, bricht unglücklicherweise ein Streit aus. Denn sobald sich unsere Eifersucht mit seinen Gefühlen des Angriffs kreuzt, kracht das Gefühlsfeuerwerk los. Die simple Erklärung, dass er sich nach dem Lernen nur noch kurz auspowern wollte – und lediglich eine Runde auf dem Laufband gedreht hat, bleibt gekonnt unbeachtet. Eben weil wir bereits im Vorfeld via Social Media die Informationen bekamen – und uns hintergangen fühlten. Ganz anders wäre es gewesen, hätte er uns erst am nächsten Tag erzählt, dass er nach dem Büffeln noch fix ins Fitnessstudio gehüpft ist. Wahrscheinlich hätte wir ihm verständnisvoll den Rücken gekrault und gesagt "Super. Hoffe, du konntest dabei ein bisschen den Kopf frei kriegen", oder? 

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

So wie für Singles, oder auch Paare, gilt halt manchmal doch: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Natürlich bezieht sich diese Floskel nicht auf Verrat, Betrug oder andere signifikante Dinge, die wir definitiv von unserem Gegenüber wissen sollten. Doch wie lange unser Partner gestern bei WhatsApp online war, oder ob er beim Workout von der besonders heißen Trainerin beraten wurde, trägt nicht entscheidend zu eurer Beziehung bei – wirft aber im schlimmsten Fall Fragen auf. Denn: Der Zugriff auf so viele (eigentlich banale) Informationen kann Angst und Eifersucht entstehen lassen, welche so vorher gar nicht existierten.

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