Geburtshilfe mit einer Doula: Darum ist sie so wichtig!

Darum ist eine Doula so wichtig für die Schwangerschaft!

Doula ist eine Bezeichnung für eine Frau, die der werdenden Mutter während und auch nach der Schwangerschaft bei Seite steht. Wir haben mit einer Doula gesprochen und sie hat uns verraten, warum jede Frau eine Doula an ihrer Seite braucht. 

Was ist eine Doula?

Stephanie Johne ist eine Geburt- und Wochenbettdoula. Als Doula möchte sie Frauen helfen, die Kraft zu finden und das Thema Geburt unerschrocken zu begegnen. Auf ihrer Website www.warrior-woman.net bietet sie ihre Hilfe als Doula an. Die Zeit während und auch nach der Schwangerschaft kann für jede Frau unterschiedlich verlaufen. Vielen von uns Frauen ist es gar nicht bewusst, wie stark unser Körper arbeiten kann und welch ein schönes Wunder er vollbringen kann – einem Menschen ein Leben zu schenken. Um der frischgebackenen Familie und dem Neugeborenen den bestmöglichen Start zu bieten, setzen sich Doulas dafür verstärkt ein. 

Was ist der Unterschied zwischen einer Doula und einer Hebamme?

Eine Doula begleitet, ähnlich wie eine Hebamme, die schwangere Frau während der gesamten Geburt. Allerdings gibt es einen bestimmten Unterschied zwischen diesen zwei Bezeichnungen. Eine Hebamme ist auch für die medizinische Versorgung verantwortlich, eine Doula hingegen bietet der werdenden Mutter eine emotionale Unterstützung. Sie übernimmt in diesem Fall keine medizinischen Aufgaben. Sie ist das Bindeglied zwischen der Schwangeren, der Hebamme und den behandelnden Ärzten.

Welche Aufgabe hat eine Doula genau? 

Wie eben erwähnt, unterstützt eine Doula die werdende Mutter eher emotional und auch praktisch im Alltag. Sie hilft der Gebärenden, die Geburt so stressfrei wie möglich vorzubereiten und ihren Kopf und Körper für diesen besonderen Moment bereit zu machen. Emotional bestärkt sie die werdende Mutter, in dem sie ihr hilft, das Kind mit ihren natürlichen Fähigkeiten auf die Welt zu bringen. In den meisten Fällen ist die Doula selbst eine Frau, die selbst ein Kind auf die Welt gebracht hat – um den Verlauf einer Schwangerschaft besser nachfühlen zu können. Eine Doula bietet der schwangeren Frau Sicherheit, Geborgenheit und Selbstvertrauen. Aktuell werden die Kosten einer Doula jedoch leider noch nicht von der Krankenkasse übernommen. Stephanie Johne verrät uns im Interview, warum eine Doula so wichtig ist. 

Die Anwesenheit einer Doula die berühmten Interventionsspiralen unter der Geburt verhindern, den Einsatz von Schmerz- oder Wehenfördernden Mitteln verringern und auch die Kaiserschnittrate senken kann. Doulas sind dafür da, Frauen diesen besagten geschützten Raum zu schaffen, damit sie sich eben in Sicherheit wiegen können. Soll heißen: Ich bin überzeugt davon, dass Krankenkassen extrem profitieren können, wenn wir für Frauen ein neue und vor allem positive Geburtskultur schaffen, welche die Negativ-Schlagzeilen zum Thema Gewalt unter Geburt überschreibt. Komplikationslose Geburten gehen seltener mit körperlichen und psychischen Spätfolgen einher und die Doula ist garantiert billiger als die dann notwendigen Folgebehandlungen. Also, ja! Die Krankenkasse sollte das unbedingt übernehmen! Deutschland hat aber überhaupt viel aufzuholen, wenn es um das Thema Geburtshilfe geht und ich möchte an der Stelle unbedingt erwähnen, dass eine Geburtshilfe ohne Hebammen nicht möglich ist! Der Trend, eine Doula zur Geburt mitzunehmen, darf also nicht auf Kosten der Hebammenbegleitung stattfinden. Im besten (und hoffentlich irgendwann ganz normalen) Fall hat jede Frau ihre Hebamme, ihren Partner und ihre Doula zur Geburt dabei!

Bei einer Doula wird vorausgesetzt, dass sie selbst zumindest ein Kind geboren hat. Kann auch eine kinderlose Frau, die aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen kann, dessen Wunsch es aber ist, als Doula anderen Frauen sowohl bei der Geburtsvorbereitung als auch nach der Geburt, den frischgebackenen Eltern zur Seite zu stehen – gibt es da Ausnahmen?

Der Verein Doulas in Austria in Österreich bietet zum Beispiel eine 1-jährige-Ausbildung in der Steiermark an, bei der es die Voraussetzung, selbst Mutter sein zu müssen, nicht gibt. Auch viele internationale (Online-)Programme tun das. Ich kann nur jeder Frau empfehlen, die diesen Ruf verspürt – ob sie danach wirklich als Doula arbeiten möchte oder nicht – eine solche Ausbildung zu machen. Geburtsarbeit ist Arbeit im Dienste des Feminismus, weil das Thema Frauengesundheit leider viel zu einseitig angegangen wird! Frauen, die in der Zeit der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett in ihrer Kraft sind und emotionale & körperliche Unterstützung finden, werden auch allen kommenden Aufgaben besser gewachsen sein und selbst Kinder heranziehen, für die diese Themen ganz normal sein werden. In eine Doula zu investieren, ist eine Investition in die Zukunft, darauf gebe ich mein Wort!

Warum gibt es noch so wenige Doulas in Deutschland und wieso ist dieses Thema noch nicht so publik? Woran liegt das?

Im Grunde steigt das Interesse gerade immer mehr und so langsam werden Doulas auch hierzulande salonfähig. Am Ende ist die Bewegung allerdings einfach noch sehr jung. Das Konzept selbst ist zwar wiederum ziemlich alt, das erste Mal wissenschaftliche Erwähnung fand die Rolle einer „fremden weiblichen“ Begleitperson während der Geburt allerdings 1969. Daraufhin hat sich die Idee zuerst in den USA langsam (wieder) durchgesetzt und ist dann nach Europa geschwappt. 1992 wurde die internationale Doula-Vereinigung DONA gegründet, die bis heute wahrscheinlich auch eine der wichtigsten Zertifizierungsstellen ist. Danach kamen auch diverse Vereine im deutschsprachigen Raum hinzu, wie Doulas in Deutschland und Doulas in Austria, die für Deutschland und Österreich heute die ersten und wichtigsten Anlaufstellen sind. Je mehr Frauen sich eine Doula-Begleitung wünschen, umso bekannter wird es. Bezeichnend ist, dass sehr viele Frauen Doula werden wollen, nachdem sie selbst ihr erstes Kind geboren und erkannt haben, wie gerne sie eine Doula an ihrer Seite gehabt hätten.

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