Online-Shopping oder Shopping in der Innenstadt

Online-Shopping oder Shopping in der Innenstadt

Per Klick zum Wunschoutfit, ohne Stress und Gedrängel. Immer mehr Nutzer möchten den exklusiven Shopping-Bummel nutzen und setzen auf digitale Stilberater und den Kauf per Klick. Sterben die Bekleidungsgeschäfte in den Innenstädten davon aus oder nutzen sie einfach alternative Vertriebskanäle? Die Zukunft der Einkaufserlebnisse ändert sich, zweifelsohne. Doch ganz verzichten wollen viele Verbraucher auf das Flair im lokalen Bekleidungsgeschäft nicht.

Online Shopping oder in der Innenstadt?

Immer mehr Deutsche kaufen online, aber …

Beim Schaufensterbummel in der Fußgängerzone aktuelle Trends entdecken und diese direkt im Laden nachkaufen: In Deutschland wird die Vorstellung á la Sex and the City immer seltener, denn viele Fashion-Lover klicken online und lassen sich durch Stars und Sternchen inspirieren.

Trends verbreiten sich vor allem viral durch Instagram, Twitter, Tik Tok und Co. viel schneller. Immer mehr Modeaffine lassen sich vor allem durch Styles ihrer Idole online inspirieren. Die weltbekannte Vogue bekommt das besonders stark zu spüren. Ließen sich beispielsweise noch knapp 1 Million Leser 2014 von den Ideen des ikonischen Magazins inspirieren, waren es 2020 fast 50 % weniger. Dabei ist das Modemagazin dafür bekannt, sogar Größen wie Herzogin Kate als Covergirl zu gewinnen.

Einkaufen im Bekleidungsgeschäft vor Ort scheint immer weniger en vogue zu sein, wie das Blättern in Modezeitschriften für Trendinspirationen – zumindest bei den Printmedien. Digitalisierung heißt das Zauberwort, auch bei Bekleidungsgeschäften. Das Statistische Bundesamt zeigt: Vier von fünf deutschen Verbrauchern shoppen im Internet. Doch dabei sind nicht nur die großen Modeketten gefragt, sondern auch die Websites lokaler Anbieter. Eine Chance für Bekleidungsgeschäfte in der Fußgängerzone, denn sie können sich mit dem eigenen Onlineshop eine neue Zielgruppe erschließen.

Mehr als 13 % aller digitalen Umsätze mit Mode und Accessoires

Der Informationsdienst des Institutes der deutschen Wirtschaft zeigt in Zahlen eindrucksvoll, wie das digitale Geschäft mit der Mode boomt. Mit mehr als 13 % bilden Mode und Accessoires die Zugpferde im Online-Shopping. Etwa gleichauf liegen Shops rund um Unterhaltungselektronik. Lebensmittel und Körperpflege machen mehr als 4,5 % aus, Einrichten und Wohnen mehr als 4,9 % und digitale Freizeitangebote mehr als 8 %.

Digitale Beratung wird immer besser

Ein wesentlicher Vorteil der Shoppingangebote online: Sie sind 24/7 verfügbar. Mitten in der Nacht bei Schlaflosigkeit Lust zum Einkaufen? Kein Problem, denn das neue Kleid, die coolen Schuhe oder Accessoires sind nur wenige Klicks entfernt.

Doch fast wäre dieses ungetrübte Shoppingvergnügen vor allem am Sonntag gar nicht möglich gewesen. Bei 2017 wagten sich die Grünen mit einem fragwürdigen Vorschlag aus der Deckung: Sie wollten das Online-Shopping an Sonntagen verbieten. Da sich auch heute noch ganz leicht per Mausklick Kleider und Co. in den Warenkorb auch an Sonntagen legen lassen, steht fest: Diese Idee war zum Scheitern verurteilt. Mittlerweile haben vor allem große Modeketten wie Zara, H&M und Co. ihr Angebot deutlich angepasst.

Sie bieten online nicht nur eine höhere Produktauswahl, sondern auch bessere Beratung. So können Kunden ihre Körpermaße eingeben und erhalten Kleidungsvorschläge passend zu ihrem Körpertyp und Styling-Wunsch. Der Vorteil: Bei diesen Vorschlägen werden auch individuelle Größenabweichungen, wie sie bei vielen Modemarken vorkommen, berücksichtigt. Nicht immer ist die eigene Konfektionsgröße 38, 40 oder 42 auch bei den Modemarken identisch. Schnittform und Länge können etwa variieren. Durch die individuelle Konfektions- und Stylingberatung wird das Einkaufserlebnis für Kunden viel positiver. Statt Frust über nicht passende Kleidung gibt es die richtige Größe. Auch für die Modemarken selbst ein Gewinn, denn die Rücksendequoten sinken dadurch – Kosteneinsparung und Umweltentlastung auf ganzer Linie.

Lokales Einkaufserlebnis mit Digitalisierung kombiniert: Shopping-Hybrid der Zukunft

Die Innenstädte, wie sie noch vor einigen Jahren bekannt waren, wird es so laut Expertenmeinung künftig kaum noch geben. Viele Fußgängerzonen vollziehen einen Wandel, vor allem bei der Quantität von Geschäften und ihren Größen.

Ursächlich dafür sind nicht nur rückläufige Besucher lokaler Kunden. Auch die gestiegenen Quadratmeterpreise sind ein wesentlicher Grund. Viele Einzelhändler können sich die hohen Mietpreise kaum noch leisten. Die Folge: Sie verkleinern häufig ihre Flächen, konzentrieren sich vor allem auf die Online-Angebote. Zu den neuen Konzepten für die Innenstädte gehört es beispielsweise, Ladenlokale zu verkleinern und exklusive Shopping-Events anzubieten. Häufig dienen die Geschäfte auch als Abholstation für bereits online vorbestellte Ware.

Schaufensterbummel goes future: Immer mehr lokale Händler haben ihre eigene Website und bieten Online-Shopping mit persönlicher Abholung im Laden an. So wird das Einkaufserlebnis deutlich stressfreier.

Vor allem digitale Präsentationen und Verkaufsshows boomen. Möglich machen es soziale Netzwerke wie Instagram und Co. Immer mehr Ladenbesitzer haben einen eigenen Account und stellen aktuelle Angebote zur Verfügung oder offerieren exklusive Rabatte für Follower. Eine gute Möglichkeit, um kostengünstig und besonders effizient an Zielgruppen zu gelangen, neue Kunden zu gewinnen.

In Online-Verkaufsshows beispielsweise werden aktuelle Angebote live vor der Kamera präsentiert. Kunden haben die Möglichkeit, über Kommentare ihre Lieblingsstücke zu wählen, erste Bestellungen auszulösen. Doch solche Live-Events schaffen noch etwas ganz Besonderes: Verbundenheit mit dem Geschäft. Wofür clevere Werbestrategen häufig wochen- und monatelang brauchen und Tausende Euro verlangen, geht es mithilfe von Empathie und Live-Schaltung viel schneller und vor allem kostengünstiger. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, denn Kunden können ihre Nachbarschaft unterstützen, sich neue Mode gönnen und Ladeninhabende müssen ihre lokalen Pforten nicht zwangsläufig für immer schließen.

Persönliche Beratung bleibt gefragt

Umfragen zeigen: Vor allem Kunden über 30 Jahren wünschen sich nach wie vor persönliche Beratung und Kontakt zum Shop. Im Gegensatz dazu die Generation unter 30 Jahre: Sie bevorzugen vor allem smarten Service, der gern durch die KI-gestützt oder gänzlich digital sein darf.

Diese Umfrageergebnisse zeigen, wie wichtig zielgruppenorientiertes Marketing ist. Wer mit seinem lokalen Geschäft vor allem die Generation über 30 Jahre ansprechen möchte, sollte den persönlichen Service nicht außer Acht lassen. Ideal dafür: die eigene Website oder der Kanal auf sozialen Netzwerken gepaart mit dem eigenen (kleinen) Ladengeschäft. Wer die Möglichkeit zum Online-Shopping und Click & Collect bereithält, hält den persönlichen Kontakt mit seinen Kunden und kann dennoch effizienter agieren. Gesparte Personalkosten für die intensive Beratung im Geschäft machen lokale Anbieter noch wettbewerbsfähiger.

Frau mit Paketen DHL
Du liebst Online-Shopping genauso wie wir? Dann solltest du jetzt gut aufpassen, denn es geht eine Betrugsmasche umher, die ganz schön teuer werden kann. Weiterlesen
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