Negative Charaktereigenschaften: So kannst du sie ablegen

Negative Charaktereigenschaften: So kannst du sie ablegen

Negative Charaktereigenschaften hat jeder von uns. Doch keine Angst. Wir verraten dir, wie du sie akzeptieren oder ablegen kannst.

Besserwisserisch, dickköpfig, launisch, nachtragend, streitsüchtig – Na, welche Wörter treffen auf dich zu? Selbst wenn es oft schwer zu akzeptieren ist, doch unsere Persönlichkeit lässt sich nicht nur mithilfe von positiven Adjektiven beschreiben. Wir haben alle auch Schwächen, negative Charaktereigenschaften, die ein wichtiger Teil unseres Charakters ist. Selbst wenn wir es uns manchmal nicht eingestehen wollen. Eine Übersicht über typische negative Charakterzüge und wie du Eigenschaften, die dich an dir stören, ändern kannst, findest du hier.

Was sind Charaktereigenschaften?

Persönliche Kompetenzen, Fähigkeiten und Merkmale – das sind die Charaktereigenschaften, die eine Person ausmachen. Sie geben eine Antwort auf Fragen wie "Wer bin ich?“ und "Was macht mich aus?“. Diese Persönlichkeitsmerkmale bestimmen das Wesen eines Menschen, das ihn zum Individuum macht und von anderen Menschen abgrenzt.

Die Eigenschaften eines Menschen sind von Person zu Person unterschiedlich. Sie entscheiden darüber, wie eine Person in ihrem Umfeld und in verschiedenen Situationen reagiert und sich verhält. Im Grunde machen die Charaktereigenschaften also die Essenz des Charakters und der Persönlichkeit eines Menschen aus.

Wie entstehen Charaktereigenschaften?

Der Charakter einer Person ist teilweise genetisch vorbestimmt, bildet sich aber hauptsächlich im Laufe des Lebens. Grobe Veranlagungen und Neigung sind uns also schon in die Wiege gelegt. Aber spezifische Charaktereigenschaften werden vor allem in der frühen Kindheit geprägt. Besonders die Erfahrungen in unserem Leben machen uns zu der Person, die wir heute sind und helfen uns bei unserer Persönlichkeitsentwicklung.

Und der Prozess hört nie auf. Menschen, Orte, Erlebnisse… alles trägt dazu bei, dass sich unser Charakter entwickelt und ständig verändern kann. Bestimmte Charaktereigenschaften sind dabei fest in unserem Wesen verankert, andere kann man zusätzlich erwerben oder durch viel Arbeit an sich selbst auch wieder loswerden.

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Negative Charaktereigenschaften: Wie kann man sie ändern?

Wir alle haben gute und schlechte Eigenschaften. Das ist ganz normal. Es ist auch normal, dass man versuchen möchte, die negativen Charaktereigenschaften loszuwerden. Die gute Nachricht: Unsere Merkmale sind nicht in Stein gemeißelt. Wir können durch Erfahrungen neue Eigenschaften erwerben, wir können aber auch unerwünschte Eigenschaften ablegen und an der Persönlichkeitsentwicklung arbeiten. Das erfordert aber viel Mühe und Geduld. Diese Schritte kannst du dabei befolgen:

  1. Identifiziere die negativen Charaktereigenschaften, die dich besonders an dir stören. Sei dabei ehrlich zu dir und halte dir einen metaphorischen Spiegel vor. Bist du dir unsicher, mache einen Persönlichkeitstest oder befrage deine Freunde und Freundinnen und Familienmitglieder.
  2. Erstelle eine Liste mit allen Charaktereigenschaften, die dich so sehr stören, dass du sie ändern willst. Überlege hier sehr gut, welche Priorität haben. Wir finden immer vieles, an dem wir meckern können und das uns nicht zufriedenstellt. Wichtig ist aber, dass du dich auf das Wesentliche konzentrierst und nur die Charakterzüge notierst, die dir wirklich Probleme bereiten. Welche Eigenschaften stehen dir im Weg? Welche hindern dich daran, deine Ziele zu erreichen? Welche schaden deinen Beziehungen zu anderen Menschen?
  3. Nimm dir erst mal nur eine Charaktereigenschaft vor. Es erfordert viel Arbeit, diese abzulegen. Daher solltest du deine ganze Energie erst mal darauf konzentrieren.
  4. Setze dir konkrete Ziele. In welchen Situationen kommt die negative Charaktereigenschaft zum Vorschein und wie kannst du in dem Moment anders reagieren, damit du das Muster durchbrichst. Vielleicht kannst du eine schlechte Eigenschaft ja auch in etwas Gutes umwandeln. Suche den positiven Teil des Charakterzuges und versuche, den negativen Teil zu reduzieren.
  5. Reflektiere dein Handeln immer wieder. Anstatt auf Autopilot zu schalten, solltest du alle Antennen an haben, um dich und dein Verhalten besonders intensiv wahrzunehmen. Bemerkst du den negativen Charakterzug, den du ändern möchtest, greife auf deine Ziele und Strategien zurück, um dein Verhalten zu ändern.

Zwischen gut und schlecht: Der Charakter ist vielseitig

Fleißig vs. faul, sozial vs. egoistisch, einsichtig vs. stur. Es gibt viele Charakterzüge, die unsere Persönlichkeit ausmachen und jedem Adjektiv schreiben wir eine bestimmte Wertung zu. Diese Wertung ist jedoch nicht universal, sondern immer auch abhängig vom Kontext und von der Person, die die Wertung vornimmt.

So kann eine Person beispielsweise die Eigenschaft sensibel als positiv bewerten, jemand anderes empfindet es aber als negativ. Genau so kann zum Beispiel der Charakterzug redselig im freundschaftlichen Kontext sehr gut bewertet werden, im professionellen Umfeld auf der Arbeit kann diese Eigenschaft aber eher als negativ empfunden werden. Die Grenzen zwischen gut und schlecht sind also sehr verschwommen. Es lässt sich nicht immer 100-prozentig sagen, ob ein bestimmtes Adjektiv nun in diesem Fall positiv oder negativ bewertet wird.

Auch das solltest du im Hinterkopf haben, wenn du an deinen schlechten Charakterzügen arbeiten willst. Überlege, ob du einer bestimmten Eigenschaft nicht auch etwas Gutes abgewöhnen kannst und versuche, deine vermeintlichen Makel nicht allzu negativ zu betrachten. 

Negative Charaktereigenschaften: Liste von A bis Z

Es gibt bestimmte Charaktereigenschaften, die eher als schlecht klassifiziert werden. Jeder von uns kann sicherlich mehrere dieser Eigenschaften bei sich selbst erkennen. Manche sind mehr und manche weniger stark ausgeprägt. Das ist ganz normal und kein Grund dafür, sich fertigzumachen. Triggern dich einige der Adjektive in dieser Übersicht besonders, kann das zum Beispiel ein Zeichen dafür sein, dass du an ihnen Arbeiten solltest:

  • A: arrogant, aggressiv, abgehoben, abhängig, abweisend, angeberisch, aufdringlich, aufsässig, ängstlich
  • B: bedrohlich, beeinflussbar, belehrend, berechnend, besitzergreifend, besserwisserisch, biestig, bösartig
  • C: chauvinistisch, charakterlos, cholerisch
  • D: dämlich, derb, desinteressiert, destruktiv, devot, dickköpfig, diskriminierend, dreist, dünnhäutig, durchtrieben
  • E: egoistisch, eigenartig, einfallslos, eiskalt, engstirnig, entscheidungsunfähig, erbarmungslos
  • F: falsch, faul, fies, feindselig
  • G: gefühlskalt, gefühlsduselig, gehässig, geldgierig, geschwätzig, gemein, gewissenlos, gnadenlos, griesgrämig
  • H: habsüchtig, harsch, heimtückisch, herablassend, heuchlerisch, hinterhältig, hitzköpfig, hochnäsig
  • I: ignorant, illoyal, inkonsequent, intolerant, irrational, ichbezogen
  • J: jähzornig, jasagerisch
  • K: kleinkariert, kleinlich, knauserig, kommunikationsunfähig, kompromisslos, konfliktscheu, kratzbürstig, kritikunfähig
  • L: langweilig, launisch, lieblos, lügnerisch, lustlos
  • M: machthaberisch, manipulativ, maßlos, miesepetrig, missgünstig, mürrisch, mutlos
  • N: nachtragend, negativ, nervig, niveaulos, neidisch
  • O: oberflächlich, obsessiv, ordinär
  • P: pietätlos, plump, prahlerisch, prollig, primitiv
  • Q: quengelig, querulantisch
  • R: rabiat, rachsüchtig, realitätsfern, rechthaberisch, redselig, reizbar, respektlos, rücksichtslos, ruppig
  • S: sarkastisch, schadenfroh, schamlos, schluderig, schroff, schwerfällig, selbstdarstellerisch, selbstverliebt, sentimental, streitsüchtig
  • T: taktlos, töricht, trödelig, trotzig, tüddelig
  • U: überempfindlich, überheblich, unaufrichtig, unbeholfen, unbelehrbar, undankbar, unehrlich, unfair, unfreundlich, unglaubwürdig, unkonzentriert, unpünktlich
  • V: verantwortungslos, verbittert, verletzend, verlogen, verständnislos, verwöhnt, voreingenommen, vorlaut
  • W: waghalsig, wankelmütig, wehmütig, wichtigtuerisch, widersprüchlich, willensschwach
  • Z: zaghaft, zerstörerisch, ziellos, zweifelnd

Fazit

Positive und negative Charaktereigenschaften. Jeder von uns hat sie. Und das ist auch vollkommen okay so. Wir sollten lernen, die guten Charakterzüge an uns zu lieben und aufhören, uns wegen unserer schlechteren Seiten fertigzumachen. Solange sie nicht allzu stark ausgeprägt sind und uns und unseren Mitmenschen nicht im Weg stehen, ist alles im grünen Bereich. Selbstreflexion ist immer der beste erste Schritt in Richtung Persönlichkeitsentwicklung, um sich mehr mit seinem Charakter zu beschäftigen und über sich hinauszuwachsen.

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Verwendete Quellenwortwuchs.net, wikihow.com

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