Depressionen, Selbstzweifel und FOMO: Deswegen macht uns Instagram oft so unfassbar unglücklich

- In der Bahn, abends im Bett, in der Pause auf der Arbeit: Wann immer sich die Gelegenheit bietet, wischt unser Daumen in Höchstgeschwindigkeit über das Display unseres Smartphones. Unter ihm fliegen Mädels in Bikinis, Acai Bowls auf Bali und Models in ihren New Yorker Luxuswohnungen im Bilderrausch nur so an uns vorbei – das Einzige, was sie hinterlassen, ist ein unwohles Gefühl im Magen. Beschämt legen wir das Handy beiseite. Ein tiefer Seufzer überkommt uns, als wir versuchen, uns wieder dem realen Leben zu widmen, welches uns jetzt nur noch umso trister und langweiliger erscheint. 

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Neben einigen Vorteilen gibt's auch viele Nachteile: Deswegen macht uns der Konsum von Social Media so unglücklich.

Eine Studie der Royal Society For Public Health im Mai 2017 veröffentlichte neben den positiven Effekten des Konsums diverser Social Media Plattformen auch die negativen Auswirkungen, die das "Instagrammen", "Snapchatten" oder "YouTuben" mit sich bringt. Bei einer Umfrage mit 1.500 jungen Leuten zwischen 14 und 24 Jahren kam heraus, dass sie linear zu den schönen Gefühlen von Gemeinschaft und Selbstentfaltung vor allen Dingen eins sind: einsam, traurig und ängstlich. Hui. Ganz schön heftig für Teenies, die sich doch eigentlich gerade erst selbst finden, Träume haben, Pläne schmieden und auf die Zukunft freuen. Woran könnte das liegen? War nicht eigentlich der Ursprungsgedanke jeglicher Social Media Plattformen, die Menschen aus aller Welt zu verbinden und ihnen die Möglichkeit zu bieten, Wissen zu teilen und/oder greifbarer zu machen? Wir haben unsere vier wichtigsten Gründe für die negativen Auswirkungen von Social Media auf unsere Psyche zusammengetragen.

1. Junge Menschen sind (noch) extrem beeinflussbar

Mit der Pubertät beginnt im Grunde genommen auch die wichtigste Phase unseres Lebens: die eigene Selbstfindung. Fanden wir vorher irgendwie alles toll, was Mama und Papa, Großeltern und Geschwister vorgemacht haben, fragen wir uns im Alter von durchschnittlich 10 Jahren: Was gibt es da draußen eigentlich sonst noch? Was machen die anderen? Und wer von all dieser Vielfalt bin ich? In dieser Zeit schauen wir nach links und rechts, connecten uns intensiver mit Mitschülern und schauen im Internet, was die Welt noch so zu bieten hat. Sprich: Wir sind beeinflussbar. In dem Zustand zwischen "Ich löse mich von Mamas und Papas Sichtweisen" und "Ich weiß aber auch noch nicht so richtig, wer ich eigentlich bin", saugen wir alles auf, was uns präsentiert wird – oft, ohne es vorher zu hinterfragen. Bei vielen Menschen endet diese Selbstfindungsphase nicht automatisch mit dem Abschluss der Schule – auch in der Uni passen wir uns oft noch gewissen Gruppen an, verändern unsere Weltanschauung oder ganz einfach: unseren Style. Werden wir in dieser sensiblen Phase von all den Reizen Sozialer Medien überflutet, besteht die Gefahr der gestörten Selbstidentität

2. FOMO: Fear Of Missing Out

Was das bedeutet? Das Wort "FOMO" beschreibt ganz einfach die große Angst davor, etwas zu verpassen. Und die ist auf Plattformen wie Instagram ziemlich getriggert, findet ihr nicht auch? Egal ob Stories oder News Feed: Wir bekommen die komprimierte Summe aller aktuellen Aktivitäten und Gemütszustände von zig tausend Menschen mit – und fragen uns erschüttert, wie langweilig anscheinend unser eigenes Leben ist. Mit Selbstzweifeln, Gefühlen der Traurigkeit und im schlimmsten Fall sogar Angstzuständen wird uns das Gefühl vermittelt, als seien alle anderen viel glücklicher und zufriedener als wir. Doch abgesehen davon, dass wir durch die Bilder nicht nur kurze Momentaufnahmen zu sehen bekommen, die gefiltert, maskiert und optimiert inszeniert wurden (und somit überhaupt nicht der tatsächlichen Realität entsprechen), ist der Bilderrausch deshalb so überfordernd und verstörend, da wir in nur wenigen Sekunden Einblicke in die Leben von unfassbar vielen Menschen bekommen. Würden wir nur die Story eines einzelnen Menschen sehen, wäre der Effekt und das Gefühl etwas zu verpassen deutlich geringer. 

3. Zu viel Auswahl ist letztendlich überfordernd

Ist eine Instagrammerin innerhalb eines Jahres berühmter als Rihanna, wird uns ein ganz bestimmtes Gefühl vermittelt: Auch DU kannst berühmt werden. Auch DU kannst es schaffen. Auch DU kannst alles sein, was du willst. Obwohl dieses Angebot erst einmal verlockend klingt, ist es dennoch nicht wirklich förderlich dabei, nachhaltige Entscheidungen zu treffen und sich bewusst für eine Sache zu entscheiden. Kaum wird das erste Semester des Studiums begonnen, stellt sich die Frage: Hätte ich nicht doch lieber etwas anders machen sollen? Was wäre mit einem Auslandsjahr in Thailand? Oder ich skippe einfach alles und fange mit YouTube an? Die große Auswahl, die uns durch die Sozialen Medien vermittelt wird, schlittert an ihrem eigentlichen Sinn vorbei und versetzt uns in einen lethargischen Zustand der Entscheidungsunfähigkeit und Überforderung. Wird der Drang nach eigenem Ruhm, der durch diverse Influencer getriggert wird, nicht gestillt, ist der Frust des Versagens umso größer.

4. Der Vergleich ist der Beginn allen Übels

Er passiert ganz automatisch, wenn auf unserem Display Bikini-Nixen, Streetstyle-Models oder Start-up Gründerinnen erscheinen: der Vergleich. Er sitzt uns im Magen, in der Kehle und im Herz. Er drückt, schmerzt und schnürt. Und vor allen Dingen wirft er die Frage auf, warum nicht auch wir so reich, schön und erfolgreich sein können. Dabei vergessen wir im Handumdrehen, was auch WIR alles schon erreicht, geschafft und bewältigt haben. Wie schön und gut wir sind, wie ausreichend und einzigartig. Diese Floskeln könnt ihr nicht mehr hören? Können wir verstehen. Aber bitte bedenkt, dass all diese wunderschönen Mädels da draußen fast immer gephotoshopped sind, ebenfalls Selbstzweifel haben – oder unter einem miesen Charakter leiden. Keine von denen fühlt sich wirklich so toll und schön, wie ihr sie nur durch dieses eine Bild wahrnehmt. Unser SOS-Tipp: Entfolgt einfach den Leuten, die immer ein komisches Gefühl bei euch hinterlassen. Sie sind es nicht wert, dass ihr euch wegen ihnen schlecht fühlt.

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