Haaröl ohne Silikone: Die besten Öle & ihre Wirkung

Haaröl ohne Silikone: Die besten silikonfreien Öle und ihre Wirkung

Silikone stehen schon seit Längeren in der Kritik. Was es genau damit auf sich hat und welche Haaröle auch ohne Silikone auskommen, verraten wir dir hier.

Ein Haaröl ist DER Beauty Booster für schönes Haar. Es veredelt das Haar und sogt nicht nur für mehr Glanz und Geschmeidigkeit, es pflegt das Haar auch zusätzlich und verhindert so, dass es austrocknet und brüchig wird. Wünschst du dir gesundes Haar, darf ein Haaröl also nicht in deiner Haarpflege Routine fehlen. Diese Wirkungen hat es auf die Mähne:

  • Das Öl spendet dem Haar Feuchtigkeit
  • Das Öl pflegt die Haare mit Antioxidantien, Vitaminen und Lipiden
  • Das Öl beugt Spliss und Haarbruch vor
  • Das Öl verhindert Frizz und fliegende Haare
  • Das Öl sorgt für mehr Glanz und Geschmeidigkeit
  • Das Öl macht die Haare besser kämmbar
  • Das Öl hat oft einen integrierten Hitzeschutz und UV-Schutz

Das Problem: Viele Haaröle setzen (wie übrigens auch andere Haarpflegeprodukte) auf kritische Inhaltsstoffe wie Silikone. Silikone gelten als potenziell schädlich für Haare und Umwelt. Was es genau damit auf sich hat, verraten wir dir nun.

Silikone im Haaröl: Das ist das Problem mit ihnen

Silikone sind ein beliebter Inhaltsstoff im Haaröl und anderen Haarpflegeprodukten. Sie sorgen dafür, dass das Haar glänzend und geschmeidig wirkt und für einen Moment fühlen sich die Haare gesund an – und sehen auch so aus. Außerdem sind sie hitzebeständig und können das Haar sehr gut vor Stylinghitze schützen und schirmen das Haar auch vor schädlichen Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung ab. Dank der Silikone ist das Haar auch besser kämmbar und fühlt sich besonders weich an. So viel zu den positiven Effekten.

Die Kehrseite der Medaille: Diese Effekte halten leider nur kurz an. Auf Dauer können die Silikone die Haare nämlich austrocknen und der Haargesundheit schaden. Doch das lässt sich nicht allgemein für alle Silikone sagen. Hier muss nämlich zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Silikonen unterschieden werden:

Wasserlösliche Silikone

Wasserlösliche Silikone haben alle positiven Effekte auf das Haar, die wir vorab genannt haben. Sie machen die Haare geschmeidig und weich und schützen es vor schädlichen Einflüssen. Dabei legen sie sich aber nicht allzu fest an das Haar, sodass das Haar glänzend, aber nicht fettig aussieht. 

Außerdem lassen wasserlösliche Silikone andere Wirkstoffe durch und lassen sich auch sehr leicht herauswaschen. Sie stellen also keinerlei Risiko für die Haargesundheit dar. Der Nachteil: Wasserlösliche Silikone sind relativ teuer und daher nur in hochpreisigen Produkten enthalten.

Wasserunlösliche Silikone

Wasserunlösliche Silikone stehen im Fokus der Kritik. Hierbei handelt es sich um Silikone, die sehr günstig in der Produktion sind und daher gerne von Herstellern eingesetzt werden. Sie machen das Haar zwar kurzfristig glatt, glänzend und geschmeidig, doch schaden auf Dauer der Gesundheit von Haar und Kopfhaut. 

Grund hierfür ist der sogenannte Build-up-Effekt. Da die Silikone sich nicht in Wasser lösen, werden sie bei der Haarwäsche nicht entfernt. So bildet sich bei jeder Anwendung eine immer dicker werdende Silikonschicht um die Haare, die darunter mit der Zeit austrocknen. Pflegende Wirkstoffe von Haarmasken und Co. kommen nicht mehr ans Haarinnere und das Haar wird brüchig, bekommt Spliss und Frizz. Durch die dicke Silikonschicht werden die Haare außerdem beschwert, verlieren an Volumen und sehen schnell fettig aus

Und auch die Kopfhaut leidet unter den Silikonen. Auch sie kann austrocknen und die Poren können nicht mehr richtig atmen. Im schlimmsten Fall reagiert die Kopfhaut sogar mit Hautirritationen, Rötungen und Allergien.

Ein weiterer Nachteil von Silikonen: Sie sind biologisch nicht abbaubar und können aufgrund ihrer kleinen Größe nicht von Kläranlagen gefiltert werden. So gelangen sie über unseren Abfluss in den Gewässern und können die Umwelt belasten und Lebewesen schaden.

Vorteile: Darum ist ein silikonfreies Haaröl besser

Um deinen Haaren einen Gefallen zu tun, solltest du also vor allem Abstand von wasserunlöslichen Silikonen nehmen. Hochwertige wasserlösliche Silikone gelten als nicht schädlich für die Haare und können daher gut verwendet werden. Da Produkte mit hochwertigen Silikonen aber meist relativ teuer sind, kann oder möchte sich das nicht jeder leisten. Eine gute Alternative: Direkt komplett auf jegliche Silikone verzichten.

Viele Hersteller haben das Problem bereits erkannt und setzen in ihren Produkten keine Silikone mehr ein. In diesem Fall ist das jeweilige Haaröl fast immer mit dem Begriff "Silikonfrei“ gekennzeichnet. Die Vorteile von Haarölen ohne Silikone:

  • Sie sind sehr verträglich
  • Sie sind für jeden Hauttyp geeignet
  • Sie irritieren die Kopfhaut nicht so wie Haaröle mit Silikonen
  • Sie pflegen das Haar reichhaltig und spenden Feuchtigkeit, ganz ohne Build-up
  • Sie beschweren das Haar nicht oder lassen es fettig aussehen
  • Sie sind umweltfreundlicher und belasten die Gewässer nicht so wie Haaröle mit Silikonen

Unsere Favoriten: Die besten Haaröle ohne Silikone im Vergleich

Haartyp: Für wen ist ein Haaröl ohne Silikone geeignet?

Im Grunde profitiert jeder Haartyp von der silikonfreien Haarpflege. Doch besonders bei trockenem und feinem Haar empfiehlt es sich, auf Öle ohne Silikone zu setzen. Da wasserunlösliche Silikone einen Build-up erzeugen und die Haare darunter schnell austrocknen und kleinen Zugang mehr zu pflegenden Wirkstoffen haben, sollten gerade Personen mit trockenen, brüchigen und chemisch behandelten Haaren auf silikonfreie Produkte setzen.

Auch bei feinem Haar ist Vorsicht bei den Silikonen geboten. Durch den Build-up entsteht eine immer dicker werdende Schicht auf dem Haar, die dieses beschwert und dem Haar Volumen nimmt. Gerade feines Haar wirkt dann besonders platt und hat einen fettigen Glanz. 

Und auch bei einer empfindlichen Kopfhaut empfiehlt es sich, auf Haarpflegeprodukte ohne Silikone zu setzen. Durch die Silikone werden nämlich schnell die Poren der Kopfhaut verstopft, sie trocknet aus, wird schuppig und kann gereizt und allergisch reagieren. 

Inhaltsstoffe: Wie erkennt man Silikone im Haaröl

Das Chemie-Kauderwelsch auf Inhaltsstofflisten von Kosmetika ist für uns Normalsterbliche oft schwer zu verstehen. Damit du dir wirklich sicher sein kannst, dass keine Silikone im Haaröl enthalten sind, solltest du auf Bezeichnungen wie "Silikonfrei“ auf den Verpackungen achten. Du kannst Silikone aber auch in der Inhaltsstoffliste erkennen – und zwar an diesen Endungen:

  • -cone
  • -conol
  • -oxane
  • -glycol

Doch wie lassen sich wasserlösliche und wasserunlösliche Silikone unterscheiden? Das ist etwas schwieriger. Es gibt die Vermutung, dass hochpreisige Produkte mit Silikonen eher wasserlösliche und günstige Öle mit Silikonen eher wasserunlösliche Silikone verwenden. Ganz sicher sein kann man sich da aber nicht. Doch wir haben hier ein paar Beispiele für beide Arten von Silikonen:

  • Wasserlösliche (gute) Silikone: Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Lauryl Methicone Copolyol, Dimethicone Copolyo, Polysiloxane, Dimethicone copolyol/HWP, Hydroxypropyl
  • Wasserunlösliche (schlechte) Silikone: Dimethicone, Cetearyl Methicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Dimethiconol, Stearyl Dimethicone, Trimethylsilylamodimethicone, Cetyl Dimethicone

Generell gilt außerdem: Je weiter unten in der Liste der jeweilige Inhaltsstoff steht, desto weniger ist davon im Produkt enthalten. Du solltest also darauf achten, auf Silikone zu verzichten oder nur gute Silikone zu verwenden, die etwas weiter hinten auf der Inhaltsstoffliste stehen.

Alternativen: Natürliche Öle zur Haarpflege

Um ganz sicherzugehen, dass keine Silikone an deine Haare gelangen, kannst du auf pflanzliche Öle setzen. Sie pflegen das Haar auf besonders natürliche und schonende Art und Weise. Am besten achtest du hier auf Bio-Qualität und Naturkosmetik Siegel. Gute natürliche Öle für die Haare sind zum Beispiel:

  • Arganöl
  • Jojobaöl
  • Mandelöl
  • Rizinusöl
  • Avocadoöl
  • Olivenöl

Anwendung: So wendest du Haaröl richtig an

Ein Haaröl kannst du auf unterschiedliche Weisen anwenden. Es ist die perfekte Leave-in-Pflege nach der Haarwäsche und sorgt dafür, dass die Haare sich besser durchkämmen lassen, sie schön glänzen und den Tag über nicht austrocknen. Das sind die drei besten Methoden, um deine Haare mit Haaröl zu pflegen:

  • Ins feuchte Haar nach der Haarwäsche. Dafür einfach wenige Tropfen silikonfreies Haaröl in die Spitzen und etwas in die Längen geben. Den Haaransatz aussparen, damit dieser nicht fettig wird. Die Haare lassen sich so besser durchkämmen. Danach wie gewohnt trocknen.
  • Nach dem Trocknen als Finish. Dafür gibst du wenige Tropfen Haaröl auf deine Handinnenfläche, verreibst es in den Händen und fährst damit vorsichtig durch die Längen und Spitzen. Haaransatz wieder aussparen. Das sorgt für mehr Glanz und kann auch bei fliegenden Haaren helfen.
  • Als Intensivpflege über Nacht. Für eine Extraportion Pflege kannst du das Haaröl auch vor dem Schlafengehen in den Längen und Spitzen verteilen, die Haare dann locker einflechten und über das Öl Nacht wirken lassen. Am Morgen dann die Haare auswaschen. So schützt du deine Haare in der Nacht sehr gut und sie bleiben auf Dauer gesund.

Silikone aus dem Haar entfernen: So geht’s

Hast du lange Haarpflegeprodukte mit Silikonen verwendet, hat sich wahrscheinlich mit der Zeit eine relativ dicke Sicht Silikone in deinen Haaren und auf deiner Kopfhaut angesammelt. Um diese loszuwerden, solltest du ein Tiefenreinigungsshampoo verwenden. Dieses kann selbst hartnäckige Produktrückstände entfernen. Großzügig im Haar verteilen und auf der Kopfhaut einmassieren. Dann gut ausspülen. Wichtig: Feuchtigkeitsspendende und silikonfreie Pflege im Anschluss nicht vergessen.

Fazit: Silikone im Haaröl ja oder nein?

Haaröl gibt es mit und ohne Silikonen. Doch was ist besser? Wir würden definitiv sagen, dass du auf silikonfreie Produkte setzen solltest. Generell gilt zwar, dass nicht alle Produkte mit Silikonen schlecht für die Haare sind, denn hochwertige wasserlösliche Silikone haben durchaus einen positiven Effekt auf das Haar. 

Da Produkte mit guten Silikonen jedoch oft etwas teurer sind und sich nur schwer unterscheiden lässt, welche Silikone gut und welche schlecht sind, empfehlen wir aus Kostengründen (wenn das für dich wichtig ist) und der Sicherheit halber auf ein Haaröl ohne Silikone umzusteigen.

Die besten silikonfreien Haaröle haben wir dir weiter oben vorgestellt. Natürliche reine Öle wie Arganöl eignen sich ebenfalls sehr gut für die Haare.

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Verwendete Quellen: oekotest.de, hagel-shop.de

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