Homosexualität: Alles was ihr über das Coming Out wissen müsst

- Ihr seid euch eurer Homosexualität bewusst und wisst nicht genau, wie ihr euch vor euren Freunden, der Familie und Arbeitskollegen outen sollt? Sich zu seiner Homosexualität zu bekennen ist generell ein komplexes Ereignis und jeder geht ganz unterschiedlich damit um – wir versuchen deshalb im folgenden Text wichtige Fakten rund ums Coming Out aufzuklären. 

Coming Out

Ein Coming Out umfasst unterschiedliche Phasen, die jeder Betroffene durchläuft. 

Definition Coming Out: Was versteht man darunter?

Unter einem Coming Out versteht man eine Situation, in der sich eine Person freiwillig zum ersten Mal öffentlich zu ihrer Homosexualität bekennt. Dies kann vor der Familie und dem Freundeskreis, als auch vorm Arbeitgeber geschehen und wird ingesamt von den Betroffenen als eine Art Befreiungsschlag wahrgenommen. Der Begriff "Outen" wird in der Schwulen- und Lesbenbewegung dagegen als unfreiwillige Bekanntgabe der Homosexualität verstanden.

Die Phasen des Outings

Homosexuelle durchlaufen bis zu ihrem richtigen Coming Out eine vielschichtige Phase der Identitätsfindung, die sich meist über mehrere Jahre ziehen kann. Welche Phasen Betroffene genau durchlaufen, erklären wir hier. 

Phase 1

Die erste Phase, die auch als Prä-Coming-Out-Phase verstanden wird, beginnt vor dem eigentlichen Coming Out. Betroffene verspüren zum ersten Mal, dass sie anders sind, ohne eine konkrete Vorstellung zu haben, woher das Gefühl des Andersseins herkommt.

Phase 2

In der zweiten Phase werden die ungenauen Gefühle des Betroffenen konkreter. Zum ersten Mal wird in dieser Phase wahrgenommen, dass man sich zum anderen Geschlecht hingezogen fühlt. Oft verstärken sich in Phase 2, die als Phase des inneren Coming Outs gesehen werden kann, Ängste vor Diskriminierung und negativen Erfahrungen.

Phase 3

Der Betroffene erkennt seine Homosexualität immer mehr an und versucht einen Kontakt zu anderen Homosexuellen herzustellen, um sich nicht länger allein zu fühlen. Wer in Phase 2, der Stigmavermeidung, jedoch schlechte Erfahrungen sammelt, kann eine Unterdrückung seiner inneren Gefühle nach sich ziehen und eine große Hilflosigkeit hervorrufen, die sich negativ auf die Psyche auswirken kann. 

Phase 4

In der vierten Phase, die Phase der Selbstaufnahme, setzten sich Sehnsüchte und Wünsche des Betroffenen immer weiter durch. Oft werden in dieser Phase Identifikationsmodelle gesucht, die das Leben als Homosexueller positiv darstellen und dem Betroffenen so eine Vorstellung davon geben, wie ein Leben nach dem Coming Out aussehen könnte. Die eigene Sexualität wird jedoch immer mehr akzeptiert. 

Phase 5 

In der letzten Phase, die Phase des äußeren Coming Outs genannt wird, wagen sich die Betroffenen endlich an die Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Sie möchten ihre Homosexualität bekannt geben und sich nicht länger verstecken. Positive Rückmeldungen verstärken das Selbstwertgefühl der Betroffenen und tragen dazu bei, dass das Coming Out als Erleichterung gesehen wird. 

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