Adenomyose: Alles über die unbekannte, weit verbreitete Gebärmuttererkrankung

- 20 % unter 40 Jahren – so die harten Fakten über Adenomyose. 20 % der Frauen unter 40 Jahren sind nämlich von der Gebärmuttererkrankung betroffen. Adenomyose ist eine spezielle Unterform von Endometriose und wird oftmals nicht erkannt, da die Symptome als „normal“ abgetan werden. Worum es sich dabei handelt, wie die Therapie aussieht und was ihr tun könnt, wenn ihr betroffen seid, verraten wir euch.

Adenomyose: Was ist das eigentlich?

Die Gebärmuttererkrankung Endometriose ist in den letzten Jahren sehr in die Schlagzeilen geraten. Vor allem auch, weil Stars wie Lena Dunham, Julianne Hough und Khloe Kardashian sich öffentlich dazu bekannten, unter der sehr schmerzhaften Krankheit zu leiden. Adenomyose ist hingegen unbekannter, dennoch genau so weit verbreitet. Gerade erst hat US-Schauspielerin Gabrielle Union erklärt, dass ihre Unfruchtbarkeit durch Adenomyose begründet ist. Bei Adenomyose handelt es sich um eine spezielle Form der Endometriose. Während bei Endometriose Zellen der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter vorkommen und sich im Bauchraum ansiedeln können, wachsen diese Zellen bei Adenomyose in die Muskelschicht der Gebärmutter hinein. So kann es zu einer Verdickung bzw. Vergrößerung der Gebärmutter kommen. Auch wenn es bei Adenomyose zu Wucherungen und Myomen kommen kann, handelt es sich dabei nicht um eine krebsartige Erkrankung. Die Gebärmuttererkrankung ist also nicht gefährlich, geschweige denn lebensbedrohlich. Wohl aber ist Adenomyose sehr schmerzhaft.

Adenomyose: Die Symptome machen einem das Leben zur Hölle

Eine Adenomyose selbst zu diagnostizieren, ist gar nicht so einfach. Denn viele Betroffene denken, die Adenomyose Symptome seien ganz normal. Und das, obwohl sie sehr, sehr schmerzhaft sind. So gehören dazu:

  • Unterbauchschmerzen
  • starke Regelschmerzen
  • außergewöhnlich starke und lang andauernde Regelblutung
  • unregelmäßige Zwischenblutungen
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • erhöhter Blasendruck
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Die Symptome können dabei gebündelt oder einzeln auftreten und auch immer mal wieder wechseln. Dass man krank sein könnte, daran denken viele Frauen zunächst einmal gar nicht. Wann die Adenomyose Symptome auftreten, ist dabei auch ganz individuell. Vor allem in der Woche vor der Regelblutung kann es vermehrt zu Schmerzen und Beschwerden kommen, wenn Östrogen und Gestagen im Ungleichgewicht sind.

Adenomyose: Wenn der Schmerz zur Regel wird

Drücken, Ziehen, Pochen – chronische Unterleibsschmerzen, die teilweise nur schwer zu ertragen sind, sind oft Begleiterscheinungen von Adenomyose. Ein geregeltes Leben ist in dieser Zeit kaum möglich, denn oft verlieren betroffene Frauen besonders viel Blut und die Regel dauert auch außergewöhnlich lange.

Endometriose – eine häufig unentdeckte Krankheit der Gebärmutter

Rund zehn Prozent aller Frauen haben Endometriose - aber nur wenige wissen es! Die gutartigen Wucherungen an der Gebärmutterschleimhaut treten meist mit Unterbauchschmerzen auf, ähnlich der Regelschmerzen. Wird die Krankheit nicht erkannt, breitet sie sich immer weiter aus und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Wenn ihr mehr wissen wollt - wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.
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Wie stellt der Arzt die Diagnose Adenomyose?

Um eine Adenomyose zu diagnostizieren, empfiehlt sich erst einmal ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Eine genaue Beschreibung der Symptome kann schon einen ersten Hinweis auf eine Gebärmuttererkrankung liefern. Genauere Untersuchungsmethoden nimmt dann der Facharzt vor. Hierfür gibt es drei Möglichkeiten:

1. Ultraschall

Per Ultraschall werden der Unterbauch und das Innere der Vagina untersucht. Hier kann der Arzt Gewebeveränderungen erkennen.

2. MRT

Ein MRT, also ein Magnetresonanztomographisches Diagnosebild, gibt Aufschluss darüber, ob eine Adenomyose vorliegt oder nicht. Diese Untersuchung kannst du in einer radiologischen Praxis vornehmen lassen. Kleine weiße Pünktchen in der Muskelschicht der Gebärmutter lassen die Krankheit erkennen. Dies muss aber unbedingt ein Spezialist genau analysieren.

3. Biopsie

Eine Biopsie, also eine Gewebeprobe, kann eindeutigen Aufschluss über eine vorliegende Adenomyose geben. Dafür entnimmt der Frauenarzt eine Probe aus der Gebärmutter, die dann im Labor analysiert wird.

Adenomyose therapieren: Geht das?

Eine schlechte Nachricht für alle Betroffenen: Adenomyose ist nicht heilbar. Auch gibt es bis heute keine Präventivmaßnahmen o.ä., mit denen das Entstehen der Gebärmuttererkrankung verhindert werden kann. Genetische Faktoren oder eine Fehlstellung der Gebärmutter können zu Adenomyose führen. Bis heute ist allerdings nicht gänzlich geklärt, wie es zu der äußerst schmerzhaften Erkrankung kommt. Dementsprechend kann nur konservativ behandelt werden. Das heißt, man kann den Schmerzen medikamentös oder physikalisch entgegen wirken. Im schlimmsten Fall muss darüber nachgedacht werden, die Gebärmutter zu entfernen. Das sollte aber immer die letzte Möglichkeit bleiben. Denn der Kinderwunsch könnte dann definitiv nicht mehr erfüllt werden.

Kinderwunsch trotz Adenomyose

Adenomyose kann die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch sein, denn Adenomyose-Patientinnen leiden unter einer verringerten Fruchtbarkeit. Die Gründe dafür sind vielfältig. So kann durch eine Adenomyose, bei der die Muskelschicht der Gebärmutter von Endometriose befallen ist, der Spermientransport durch die Gebärmutter und die Eileiter gestört sein. Außerdem ist durch die Adenomyose und die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut die Einnistung des Embryos problematisch und kann zum Teil sogar gar nicht erfolgen. Ein weiterer Grund für die Kinderlosigkeit von Adenomyose-Patientinnen kann sein, dass der Geschlechtsverkehr durch die vielen Verwachsungen so schmerzhaft ist, dass er kaum mehr stattfinden kann. Sind die Eileiter nicht gänzlich verschlossen, ist eine Schwangerschaft aber dennoch möglich. Es wird zumeist zu einer künstlichen Befruchtung geraten.

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