So können Fernbeziehungen funktionieren

So können Fernbeziehungen funktionieren

Ein Auslandssemester, ein vielversprechender Jobwechsel, ein pflegebedürftiger Verwandter oder ein großer Suchradius beim Online-Dating: Es gibt viele Gründe, warum zwei Personen eine Fernbeziehung eingehen oder ein Partner wegziehen muss. 

In Deutschland lebt jedes achte Paar mehr als 100 Kilometer voneinander entfernt. Dabei sind Frauen mehr als doppelt so häufig wie Männer bereit, diese Distanz zu ertragen. Im Schnitt hält eine Fernbeziehung zwei Jahre. Dabei muss sie nicht in der Trennung enden, sondern geht oft durch das (erneute) Zusammenziehen mit dem Partner in die nächste Phase über. Einige Tipps helfen, damit es bis dahin nicht an der Distanz scheitert.

Vertrauen: die Basis für jede Beziehung

Keine Beziehung funktioniert ohne Vertrauen. Wer den Partner seltener sieht, dem fällt das zu Anfang vielleicht schwerer. Dabei sind Seitensprünge in Fernbeziehungen recht selten. Wo ständig Nähe herrscht, wird der Partner oft als gegeben hingenommen. Eine Affäre ist dagegen aufregend und neu. Das bricht vielen Beziehungen das Genick. In einer Fernbeziehung, in der sich die Partner seltener sehen, kommt weniger schnell der Alltag auf und der Partner empfindet die eigene Beziehung weiter als aufregend.

Eigene Erwartungen im Blick behalten

Wer den Partner selten sieht, strebt nach Perfektion, wenn sich endlich die Gelegenheit ergibt. Ob das eigene Äußere, der Zustand der Wohnung oder Pläne für die gemeinsame Zeit, nichts wird dem Zufall überlassen. Auf Dauer baut das Druck und Frustration auf, die der Beziehung schaden. Hier hilft, sich gelegentlich in Erinnerung zu rufen, dass gut manchmal bereits gut genug ist. Ein liebevoller Partner sieht über Makel leicht hinweg und freut sich vielleicht sogar, diese alltägliche Seite sehen zu dürfen.

Keinen Druck aufbauen

Druck baut sich auch auf, wenn sich der Partner fühlt, als müsse er immer erreichbar sein. Zwar sind Nähe und Kommunikation wichtig, Partner sollten einander aber auch Zeit für anderes lassen. Das bedeutet beispielsweise, den anderen auch während der gemeinsamen Zeit mit Freunden weggehen oder eine Veranstaltung besuchen zu lassen. Auch Tage, an denen man sich nicht sieht, dürfen nicht ständig durch Textnachrichten oder Anrufe unterbrochen werden. Wer Probleme hat, dem Partner diesen Freiraum zu geben, sollte durch eigene Erlebnisse Ablenkung schaffen. Gerade wenn der Partner nicht da ist, lassen sich Hobbys und Beziehungen außerhalb der Partnerschaft pflegen.

Sexuelle Bedürfnisse befriedigen

Mangelnde physische Nähe schlägt sich vor allem im Sexleben wieder. Wer keine ausgeprägte Libido hat, dem reicht vielleicht der Sex am Wochenende. Das wird aber selten für beide Partner der Fall sein. Damit keine sexuelle Frustration aufkommt, müssen sich Personen in Fernbeziehungen anderweitig helfen: ein Vibrator mit Fernsteuerung, Dirty Talk per Text oder Anruf und gemeinsame Masturbation über einen Videochat können sexuelle Nähe aufbauen. Gerade ein Vibrator mit Fernsteuerung, der per App aus der Ferne gesteuert wird, eröffnet neue Möglichkeiten.

Emotionale Nähe schaffen

Wie wichtig Sex in der Beziehung ist und wie schwierig er sich in einer Fernbeziehung gestalten kann, ist den meisten klar. Schnell sind dort Lösungen gefunden. Beim emotionalen Aspekt kann es schwieriger sein, den richtigen Weg zu finden. Zärtlichkeiten gehören oft zu den bevorzugten Methoden, um die eigenen Gefühle zu kommunizieren. Diese können nicht digital ersetzt werden, stattdessen ist Kommunikation wichtig: Den anderen am Alltag teilhaben lassen, seine Gedanken und Emotionen zur Sprache bringen und sich die eigene Liebe gestehen - das alles ist unerlässlich, um emotionale Nähe auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Kleine Überraschungen zwischendurch

Worte allein reichen manchmal nicht. In einer Fernbeziehung wirken kleine Überraschungen unterstützend, um die Lücke der körperlichen Nähe zu schließen. Diese sollten möglichst nicht digital sein, da auf diese Art bereits der Großteil der Kommunikation erfolgt. Stattdessen können Partner Postkarten, Briefe oder Päckchen verschicken. Das hilft besonders, wenn man sich für längere Zeit nicht sehen wird. Kleine Geschenke können auch bei einem physischen Treffen heimlich zurückgelassen und dann per Nachricht aufgedeckt werden, falls der Partner sie nicht selbst bemerkt. Wichtig ist, sich ab und an Neues einfallen zu lassen, ohne es zu übertreiben.

Den Alltag meistern

Überraschungen außer der Reihe überbrücken die Entfernung in speziellen Momenten. Für eine funktionierende Fernbeziehung muss aber auch der Alltag stimmen. Dazu gehört, dass beide Partner Zeit und Mühe in die Beziehung investieren. Kontakt aufzunehmen, Pläne zu schmieden und den anderen zu besuchen, sollte nicht immer auf den Schultern eines Partners lasten. Auch, wenn endlich gemeinsame Zeit ansteht, müssen beide anpacken: Auch wenn ein Partner zu Besuch sein mag, ist er kein Gast im herkömmlichen Sinn, sondern Teil einer Partnerschaft. Das bedeutet, dass alle Aufgaben, die daheim anfallen, auch in der Wohnung des Partners erledigt werden.

Routine finden

Wenn beide Partner in ihren eigenen vier Wänden sind, können sie trotzdem eine Routine für den Alltag schaffen. Sind Arbeitszeiten ähnlich gelagert, lohnt es etwa, morgens zur selben Zeit aufzustehen, sich eine Nachricht zur Begrüßung zu schreiben und dann gemeinsam per Videochat zu frühstücken. Abends kann gemeinsam vor dem Fernseher bei einem Film entspannt werden. Eine solche Beziehungskultur schafft Zusammenhalt und bereitet auch auf ein eventuelles gemeinsames Zusammenleben vor, wenn der Fernbeziehungsstatus einmal aufgegeben wird.

Langfristige Ziele klären

Langfristige Ziele zu setzen, ist in einer Fernbeziehung wichtig. Eine Deadline dafür, wann mit der Beziehung auf Distanz Schluss sein soll, gehört dazu. Bei den meisten Partnern kommt es dazu spätestens nach drei Jahren. Ein solches Datum festzulegen, hilft in schwierigen Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren und schafft Vorfreude auf das Zusammenziehen. Neben der Distanz sollten auch allgemeine Ziele wie Haustiere, der gewünschte Wohnort, die Gestaltung der Finanzen, Kinder oder Ehe besprochen werden. Können sich Partner nicht einigen, bedeutet das eher das Aus der Beziehung als selbst die größte physische Distanz, denn bei diesen Themen gibt es kaum Kompromisse.

Kurzfristig planen

Langfristige Ziele sind wichtig. In einer Beziehung spielen aber gerade auch die kurzfristigen Pläne eine wichtige Rolle. Dazu gehört, das nächste Treffen am Ende des vorigen auszumachen, gemeinsame digitale Dates zu planen oder Zeiten für längere Telefonate festzulegen. Weil die Zeit, die man physisch miteinander verbringt, so kurz ist, sollte besonders gut geplant werden, wenn sich Gelegenheiten ergeben: Ein langes Wochenende oder gemeinsame Urlaubstage sind die perfekte Gelegenheit, etwas von der verlorenen Zeit nachzuholen und zugleich das Zusammenleben zu üben.

Offen kommunizieren

An einer Beziehung zu arbeiten, heißt nicht nur die positiven Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Auch, wenn einmal der Wurm drin ist, müssen passende Worte gefunden werden. Mit der Aussprache warten Partner besser nicht bis zum nächsten Treffen, sondern kommunizieren frühzeitig am Telefon oder per Skype. Textnachrichten führen leichter zu Missverständnissen und werden für klärende Gespräche besser vermieden.

Probleme müssen nicht nur schnell, sondern vor allem respektvoll besprochen werden. Wer Schwierigkeiten hat, den richtigen Ton anzuschlagen, beschäftigt sich am besten mit gewaltfreier Kommunikation und sogenannten Ich-Botschaften. Gesprächspunkte vorher zu notieren, hilft, den roten Faden nicht zu verlieren.

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