Tarot für Anfänger: So geht das Kartenlegen

Tarot für Anfänger: Die Grundlagen, Legemuster und Bedeutungen zum Kartenlegen

Welche Tarotkarten gibt es, was bedeuten sie und was hat es mit der Großen und Kleinen Arkana auf sich? Das und wie du dir selbst die Karten legen kannst, liest du hier. Sprich: Tarot für Anfänger!

Tarot ist Hokus Pokus? Dann hast du dich wohl noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt. Denn was oft mit Wahrsagerei gleich gesetzt wird, hat eigentlich einen ganz anderen Sinn. Denn Tarot kann dir helfen, in dich zu gehen und dich auf dich selbst einzulassen. Neugierig geworden? Wir erklären dir in diesem Artikel alles über Tarot mit seiner langen Tradition und das Kartenlegen.

Tarot: Definition und Herkunft

Zunächst ist Tarot, ganz einfach gesagt, ein Kartenspiel – auch Kartenorakel genannt. Diese Karten können für sich selbst oder für andere interpretiert werden.

Tarot ist ein Satz von 78 Spielkarten, mit deren Hilfe sich viele Menschen Einblicke in das eigene, häufig unbewusste Seelenleben versprechen. Es geht also nicht darum, die Zukunft vorherzusagen, sondern soll der Selbsterfahrung und als Wegweiser dienen. Kartenlegen soll dabei helfen, sich selbst und das eigene Umfeld besser zu verstehen. Das Tarot hat eine lange Tradition, auch heute erfreut sich Tarot großer Beliebtheit – außerdem erhoffen sich Menschen auf der ganzen Welt durch die Tarotkarten Antworten auf die Fragen des Lebens.

Der Ursprung des Tarots ist etwas umstritten. Die ersten Tarotkarten konnten 1441 am Hofe des Mailänder Herzogs Fillippo Maria Visconti nachgewiesen werden. Eine weitere Theorie besagt, dass Tarotkarten ihre Herkunft im Alten Ägypten haben. Dort sollen die Karten schon in den Pyramiden zu finden gewesen sein. Das Wort "Tarot" soll dabei auch von "Thot", dem Gott der Magie, abgeleitet sein. Eine spirituelle Bedeutung soll jedoch erst ab dem 18. Jahrhundert dazugekommen sein.

Damit du als Anfänger*in einen Überblick über das komplexe Thema bekommen kannst, haben wir dir die wichtigsten Fakten zum Thema Tarot zusammengestellt:

Der Aufbau eines Tarot-Decks: Die Tarotkarten

Ein Tarot-Deck besteht in der Regel aus 78 Tarotkarten, die sich in zwei Sektionen aufteilen lassen – die "Große Arkana" und die "Kleine Arkana".

In der Tarotdeutung steht die Kleine Arkana eher für alltägliche Belange und Fragen. Die Große Arkana behandelt große Lebensthemen, Umbrüche und Wendungen. Einleuchtend wird da auch die Herkunft der Bezeichnung aus dem Lateinischen, nämlich "arcanum", das übersetzt "Geheimnis" bedeutet. Es geht also um die großen und kleinen Geheimnisse des Lebens.

Die Große Arkana umfasst 22 Karten, die sog. Symbolkarten. 56 Karten (4 x 14 Karten) werden entsprechend der Farbreihen eines Kartenspiels 1 bis 10 zugeordnet und haben jeweils 4 sogenannte Hofkarten, bestehend aus Bube, Ritter, Königin und König – sie werden der Kleinen Arkana zugeordnet. Die Karten sind im Aufbau vergleichbar mit einem normalen Romméblatt, unterscheiden sich jedoch von diesen durch die Symbole, nämlich "Schwerter", "Kelche", "Stäbe" und "Münzen". Die Zuordnung der vier Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft zu den vier Farben ist ein Schlüsselfaktor bei der Deutung von Tarot.

Allerdings: Es gibt nicht nur ein einziges Tarot-Deck. Die drei bekanntesten Tarot-Decks sind das Marseille-, das Rider-Waite- und das Crowley-Tarot. Am beliebtesten ist das Tarot von A.E. Waite.

Die Bedeutung der Karten

Die Kleine Arkana

Die vier Serien der Kleinen Arkana bestehen aus den Zahlen- und Hofkarten mit den KelchenMünzenSchwertern und Stäben. Die Kleine Arkana wird häufig als weniger wichtig angesehen, da eher alltägliche Fragen behandelt werden. Einige Kartenleger*innen lassen sie in ihrer Deutung deshalb sogar häufig außen vor.

  • Die Kelche – Element Wasser – symbolische Bedeutung: Gefühl, Instinkt
  • Die Münzen – Element Erde – symbolische Bedeutung: Materie, Praktisches und Faktisches
  • Die Schwerter – Element Luft – symbolische Bedeutung: Denken, Geist, Intellekt
  • Die Stäbe – Element Feuer – symbolische Bedeutung: Wille, Kraft, Vorstellung, Intuition
  • Das Ass im Tarot – wird die Zahl 1 zugeordnet 

Hofkarten

  • Der Bube – Element Erde – im echten Leben: ein Kind, Jungendlicher oder eine junge Frau
  • Der Ritter – Element Luft – im echten Leben: junger, unternehmungslustiger Mann
  • Die Königin – Element Wasser – im echten Leben: reife, taffe Frau (und Mutter)
  • Der König – Element Feuer – im echten Leben: reifer, tougher Mann 

Die Große Arkana

Die entscheidende Besonderheit des Tarots sind aber die 22 weiteren Karten, die Großen Arkana oder Trümpfe, die sich zu den 56 Farbkarten gesellen. Die 22 Karten der Großen Arkana sind die sogenannten Symbolkarten, ihnen wird ein Kartenwert zugeordnet. Sie zeigen wichtige Abschnitte oder Lebensumbrüche an. Ihre Nummerierung beginnt mit der römischen Ziffer 0, der "Narr", und enden mit der Nummer XXI, die "Welt". Der Narr kann auch am Ende des Tarots stehen und die Zahl 22 als Kartenwert symbolisieren. Jede Karte hat einen speziellen Sinngehalt, der dann die Deutung zu der Position in dem Legeschema ergibt.

Die Kartenbilder (Große Arkana)

  • 0 = Der Narr (Kartenwert 0, Planet oder Sternzeichen: Erde)
  • 1 = Der Magier (Kartenwert 1, Planet oder Sternzeichen: Widder)
  • 2 = Die Hohepriesterin (Kartenwert 2, Planet oder Sternzeichen: Stier)
  • 3 = Die Herrscherin (Kartenwert 3, Planet oder Sternzeichen: Zwillinge)
  • 4 = Der Herrscher (Kartenwert 4, Planet oder Sternzeichen: Krebs)
  • 5 = Der Hierophant (Kartenwert 5, Planet oder Sternzeichen: Löwe)
  • 6 = Die Liebenden (Kartenwert 5, Planet oder Sternzeichen: Jungfrau)
  • 7 = Der Wagen (Kartenwert 7, Planet oder Sternzeichen: Waage)
  • 8 = Die Gerechtigkeit (Kartenwert 7, Planet oder Sternzeichen: Wassermann)
  • 9 = Der Eremit (Kartenwert 9, Planet oder Sternzeichen: Schütze)
  • 10 = Das Rad des Schicksals (Kartenwert 10, Planet oder Sternzeichen: Steinbock)
  • 11 = Die Kraft (Kartenwert 11, Planet oder Sternzeichen: Skorpion)
  • 12 = Der Gehängte (Kartenwert 12, Planet oder Sternzeichen: Fische)
  • 13 = Der Tod (Kartenwert 13, Planet oder Sternzeichen: Saturn)
  • 14 = Die Mäßigkeit (Kartenwert 14, Planet oder Sternzeichen: Merkur)
  • 15 = Der Teufel (Kartenwert 15, Planet oder Sternzeichen: Mars)
  • 16 = Der Turm (Kartenwert 16, Planet oder Sternzeichen: Uranus)
  • 17 = Der Stern (Kartenwert 17, Planet oder Sternzeichen: Venus)
  • 18 = Der Mond (Kartenwert 18, Planet oder Sternzeichen: Mond)
  • 19 = Die Sonne (Kartenwert 19, Planet oder Sternzeichen: Mond)
  • 20 = Das Gericht (Kartenwert 20, Planet oder Sternzeichen: Jupiter)
  • 21 = Die Welt (Kartenwert 21, Planet oder Sternzeichen: Neptun)

Kartenlegen: Wie geht das?

Auf der ganzen Welt greifen Menschen seit langer Zeit auf diese Tarotkarten zurück und erhoffen sich neue Einblicke in das eigene Seelenleben und Möglichkeiten der Selbsterfahrung. Jede*r Tarot-Spieler*in kann sich durch die Karten selbst den Spiegel vorhalten – das Kartendeuten wird häufig als Wechselspiel zwischen Bild und Betrachter angesehen. Die spontane Reaktion auf ein Tarot-Bild ist dabei genauso wichtig wie ein bestimmtes Deutungswissen der Karten-Grundbedeutung, das übermittelt wird. Beide Komponenten – persönliche Betroffenheit und klassische Symboldeutung – ergeben am Ende die konkrete Bedeutung einer Tarot-Karte beim heutigen Kartenlegen. Dabei sollte das Kartenbild aber nicht als bestehender Fakt, sondern als Wegweiser betrachtet werden! 

Tarot: Die wichtigsten Legesysteme

Im Tarot werden ganz unterschiedliche Legesysteme oder Legemuster angewandt – schließlich gibt es ganz vielfältige Themen, Anliegen und Probleme, um die sich die Befragung drehen kann. Zu den meistgenutzten Legesystemen oder Legemethoden gehören:

  • Das keltische Kreuz
  • Das Entscheidungsspiel
  • Das Liebesorakel
  • Der Weg
  • Die Chance
  • Der blinde Fleck
  • Das Beziehungsspiel

Für welche Legemethode du dich entscheidest, bleibt dir überlassen. In jedem Buch über Tarot werden dir die gängigsten Legemethoden vorgestellt. Wir zeigen dir hier eine der bekanntesten Legemethoden:

Das Liebesorakel

Diese Legemethode stammt aus dem Tarot de Marseille und zielt darauf ab, Gefühlsfragen zu erkunden. So geht’s:

  1. Ziehe sieben Karten und lege sie in einer H-Form zusammen. Rechts und links jeweils drei Karten, eine Karte kommt in die Mitte.
  2. Die erste Karte kommt in die Mitte. Sie zeigt dir das Thema.
  3. Die zweite gezogene Karte wird rechts oben positioniert. Sie zeigt das Denken einer weiteren Person.
  4. Darunter kommt die dritte Karte. Sie thematisiert die Gefühle der anderen Person.
  5. Darunter liegt Karte vier. Sie verrät das Verhalten der anderen Person.
  6. Links unten wird Karte fünf gelegt. Sie verrät etwas über dein Verhalten.
  7. Karte sechs liegt darüber und zeigt deine Gefühle.
  8. Karte Nummer sieben liegt schließlich links oben. Diese sagt etwas über deine Einstellung zur anderen Person aus.
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So lege ich mir selbst die Tarotkarten

Für Anfänger*innen bzw. den privaten Rahmen reichen die Karten der Großen Arkana erst einmal aus. Starte am besten mit drei Karten. Diese reihst du nebeneinander vor dir auf. Die linke Karte symbolisiert die Vergangenheit, die mittlere die Gegenwart und die rechte die Zukunft. Dabei ist es nicht nur wichtig, was die einzelnen Karten bedeuten, sondern vielmehr die Beziehung zueinander. Dies ist allerdings ein sehr komplexes System und bedarf einer genaueren Beschäftigung mit dem Thema.

Man kann jeden Tag eine Tarot-Karte ziehen und erfahren, was der Tag so bringen wird. Besonders viele Menschen legen Tarotkarten jedoch dann, wenn sie Probleme und ungelöste Fragen haben. Dann kann man den Karten ganz präzise Fragen stellen – und womöglich mehr über die eigenen Gefühle, Gedanken und Unruhen erfahren!

Übrigens: Für einen tollen Start in die Welt des Tarots empfehlen wir das Buch "Tarot für Einsteiger" 🛒. Das Buch enthält alle wichtigen Bedeutungen und Insider-Tipps und wird mit den passenden Tarotkarten mitgeliefert. 

Tarot: Die richtige Frage stellen

Die Karten können dir keine Antworten geben, wenn du keine Frage hast. Deshalb antwortest du mit den Tarotkarten immer auf eine bestimmte Frage, die du dir am Anfang überlegt hast. Doch wie findest du die richtige Frage? Die genaue Formulierung ist wichtig. Dir sollte allerdings bewusst sein, dass die Tarotkarten dir keine konkrete Lösung geben. Aber sie helfen dir dabei, die für dich richtige Antwort zu finden.

Hier kommen einige Tipps, um die richtige Frage zu finden:

  • Vermeide Ja- oder Nein-Fragen
  • Frage nicht nach einem konkreten Zeitpunkt
  • Frage auch nicht nach einem konkreten Ort
  • Starte deine Frage mit "was", "welche" oder "wie"
  • Formuliere deine Frage stets positiv

Hast du eine Frage formuliert, folgt nun das Mischen der Karten sowie das Kartenlegen und Ziehen der Karten, die dann im Legemuster gedeutet werden. Hilfestellung bei der Deutung kann dir dabei besonders am Anfang das Buch sein, das wir dir bereits vorgestellt haben.

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