Sugaring: So funktioniert die Haarentfernung

Sugaring: So funktioniert die Haarentfernung mit Zucker

Es ist die wohl süßeste Methode der Haarentfernung: das Sugaring. Wie die Enthaarung mit Zucker funktioniert und wie du deine eigene Zuckerpaste herstellst, erfährst du hier.

Frau mit glatten Beinen
© Cottonbro

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Sugaring werden die Haare mithilfe einer speziellen Zuckerpaste an der Wurzel herausgezogen.
  • Die Behandlung ist zwar nicht komplett schmerzfrei, wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass es deutlich weniger wehtut als beim Waxing.
  • Du kannst deine eigene Sugaringpaste mit nur drei Zutaten selber zu Hause herstellen.

Was genau ist Sugaring?

Schon Cleopatra soll sich die Haare mithilfe von Zucker entfernt haben. Heute ist die Enthaarungsmethode unter dem süßen Namen „Sugaring“ bekannt. Hierbei werden die Haare mithilfe einer speziellen Zuckerpaste (auch Halawa-Paste genannt) entfernt, die in der Regel aus nur drei Zutaten besteht: Zucker, Wasser und Zitronensaft.

Zusammengemischt ergeben diese drei Zutaten eine klebrige, honigartige Paste. Diese wird dann auf die Haut aufgestrichen und ruckartig wieder abgezogen. Die Haare bleiben an der Sugaringpaste kleben und werden an der Haarwurzel direkt rausgerissen.

In der Regel wird das Sugaring von ausgebildeten Fachkräften im Kosmetiksalon durchgeführt. Diese wenden meistens eine von diesen zwei Anwendungsmethoden an: Beim sogenannten „Flicking“ wird die abgekühlte, gummiartige Sugaringpaste zu einem kleinen Bällchen zwischen den Fingern geformt, dann mit den Fingern entgegen der Haarwuchsrichtung auf die Haut aufgestrichen und ruckartig mit der Wuchsrichtung abgerissen. Hierbei werden immer nur kleine Areale Stück für Stück enthaart, was etwas Zeit in Anspruch nehmen kann.

Bei der anderen Methode wird die Zuckerpaste erwärmt und so verflüssigt. Mit einem Holzspatel wird die Flüssigkeit gegen die Haarwuchsrichtung aufgetragen und mithilfe eines Stoffstreifens dann mit der Wuchsrichtung abgezogen.

Alternativ kannst du das Sugaring aber auch selber zu Hause durchführen. Wie das geht, was du dafür brauchst und was du bei der Anwendung beachten solltest, erfährst du weiter unten.

Wofür eignet sich die Haarentfernung?

Wünschst du dir für einen längeren Zeitraum glatte Haut ohne lästige Stoppel, kannst du das Sugaring an folgenden Körperstellen anwenden:

  • Augenbrauen
  • Oberlippe
  • Kinn
  • Achseln
  • Brust
  • Rücken
  • Arme
  • Bikinizone
  • Beine

Im Grunde ist die Enthaarungsmethode für jeden geeignet. Dank der natürlichen Inhaltsstoffe ist die Zuckerpaste besonders verträglich. Außerdem ist die Anwendung im Vergleich zum Waxing oder Epilieren relativ schonend zur Haut, da die Haare mit der Haarwuchsrichtung abgezogen werden und dadurch weniger Irritationen entstehen. Hast du Wunden oder akute Hauterkrankungen, solltest du das Sugaring aber nicht durchführen.

Beachte außerdem, dass deine Haare eine gewisse Länge haben müssen, damit die Zuckerpaste die Härchen greifen kann. Mindestens 0,5 Zentimeter sollten die Haare lang sein. Das bedeutet, dass du dich etwa 10 Tage vor dem Sugaring nicht rasieren solltest.

Wie lange hält die Sugaring Haarentfernung?

Da die Haare beim Sugaring mithilfe der Sugaringpaste direkt an der Wurzel herausgezogen werden, hält die Enthaarung deutlich länger als bei der Rasur. Mindestens zwei bis vier Wochen hast du nun Ruhe und deine Haut ist super glatt und haarlos. Danach wachsen die Haare übrigens nicht unangenehm stoppelig nach.

Ist Sugaring schmerzhaft?

Viele sprechen vom Sugaring als eine schmerzfreie Enthaarungsmethode. Und ach, wie schön wäre es, wenn das stimmen würde. Doch ganz so ist es leider nicht. Da die Härchen beim Sugaring an der Wurzel herausgezogen werden, entstehen natürlich schon Schmerzen. Da dies jedoch MIT der Haarwuchsrichtung geschieht, ist die Behandlung nicht ganz so schmerzhaft wie das Waxing, bei dem die Haare ENTGEGEN der Wuchsrichtung herausgerissen werden. Außerdem lässt sich der Schmerz etwas verringern, indem man die Haut mit den Fingern spannt.

Wie schmerzhaft das Sugaring empfunden wird, ist von Person zu Person unterschiedlich. Welche Erfahrungen wir gemacht haben und ob wir es aushalten konnten oder nicht, erfährst du weiter unten.

Sugaringpaste selber machen: So geht’s

Willst du das Sugaring selber zu Hause durchführen, brauchst du natürlich das Wichtigste: die Sugaringpaste. Diese kannst du bereits fertig kaufen (zum Beispiel hier bei Amazon) oder sie selber herstellen. Wie das geht, erklären wir dir nun Schritt für Schritt.

Das brauchst du:

  • 200 g brauner Zucker
  • Ca. 25 ml Zitronensaft
  • Ca. 25 ml Wasser
  • Verschließbares Einmachglas

So geht’s:

  1. Gib alle Zutaten in einen Topf und vermische sie miteinander.
  2. Erwärme die Masse bei mittlerer Hitze auf dem Herd.
  3. Lass das Ganze etwa zwei Minuten köcheln.
  4. Dabei solltest du die Masse ständig umrühren, damit nichts anbrennt.
  5. Danach das Ganze ca. 10 bis 15 Minuten bei niedriger Hitze oder Restwärme ziehen lassen. Rühren nicht vergessen.
  6. Zum Schluss die Flüssigkeit in ein verschließbares Einmachglas füllen.

Willst du das Sugaring im flüssigen Zustand mit Holzspatel und Stoffstreifen durchführen, lass die Paste nur kurz abkühlen, bis sie angenehm auf der Haut ist. Mach dafür einen Temperaturtest am Unterarm. Willst du die Flicking-Methode anwenden, lass die Sugaringpaste fast komplett abkühlen und etwas aushärten, bis sie eine gummiartige Konsistenz hat.

Selbst gemachte Sugaringpaste
© Jolie.de

Anleitung: So funktioniert Sugaring

Nun hast du also deine Sugaringpaste, doch wie geht es weiter? Egal ob Achseln, Beine oder Bikinizone – du kannst dir mit der Zuckerpaste ganz einfach auch selber die Haare zu Hause entfernen. Wir verraten dir, wie es geht. Aufpassen und nachmachen, dann geht nichts schlief.

Vor dem Sugaring

  • Rasiere deine Haare etwa 10 Tage vor dem Sugaring nicht mehr. Sie sollten mindestens 0,5 Zentimeter lang sein.
  • Führe den Tag vor dem Sugaring ein Peeling an der zu enthaarenden Stelle durch. Dadurch werden tote Hautschuppen und Co. entfernt und die Zuckerpaste kann besser greifen.
  • Vermeide 24 Stunden vor dem Sugaring alles, was die Haut potenziell reizen könnte (Solarium, Sonne, Sauna etc.)
  • Direkt vor dem Sugaring kannst du etwas Babypuder auf die Haut auftragen und sie desinfizieren.

Beim Sugaring

Nun hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du wendest die sogenannte Flicking-Methode an oder du verwendest Holzspatel und Stoffstreifen. Wir erklären dir beide Methoden.

Flicking:

  • Nimm etwas von der ausgekühlten, gummiartigen Sugaringpaste und rolle sie zwischen den Fingern zu einem kleinen Bällchen.
  • Spanne mit den Fingern die umliegende Haut und streiche die Paste entgegen der Haarwuchsrichtung auf die Haut auf.
  • Haut gespannt halten und dann die Zuckerpaste mit der Wuchsrichtung abziehen.
  • Das Ganze so oft wiederholen, bis alle Härchen weg sind. Du kannst dasselbe Zuckerbällchen mehrmals verwenden.

Sugaring mit Stoffstreifen:

  • Erwärme die Zuckerpaste leicht, bis sie flüssig ist. Sie sollte aber nicht zu heiß sein.
  • Spanne die umliegende Haut mit den Fingern und streiche die flüssige Sugaringpaste mithilfe eines Holzspatel entgegen der Haarwuchsrichtung auf.
  • Haut gespannt halten, einen Stoffstreifen auf die Zuckerpaste drücken, glatt streichen und die Härchen mit Ruck mit der Wuchsrichtung abziehen.
  • Die Streifen kannst du mehrmals verwenden. Das Ganze so lange machen, bis alle Härchen weg sind.

Nach dem Sugaring

  • Sind noch Reste der Zuckerpaste auf der Haut, entferne diese vorsichtig mit etwas Babypuder oder Wasser.
  • Anschließend solltest du deine Haut mit einer beruhigenden Lotion oder einem Aloe Vera Gel pflegen. Wichtig ist, dass die Lotion keine reizenden Inhaltsstoffe enthält.
  • Warte noch kurz, bis du dir deine Kleidung anziehst, um die Haut nicht zu reizen.

Unsere Erfahrungen: So gut ist Sugaring wirklich

In Sachen Haarentfernung habe schon so einiges ausprobiert: rasieren, epilieren, waxen… Und natürlich musste ich auch die Sugaring-Methode testen. Dabei habe ich die Behandlung sowohl im Salon als auch selber zu Hause getestet und kann dir nun meine ehrliche Einschätzung geben.

Zu den Schmerzen:

Ich kann Schmerzen in der Regel gut aushalten. Tattoos machen mir nichts aus und auch meine Piercings habe ich fast schmerzfrei überstanden. Als ich mich aber mal die Bikinizone hab waxen lassen, war aber auch bei mir Ende im Gelände. Das mache ich nie wieder! Deswegen war ich auch skeptisch, ob ich das Sugaring aushalte. Auch das habe ich an der Bikinizone und unter den Achseln ausprobiert. "Wenn schon, denn schon“, hab ich mir gedacht.

Doch: Ich wurde positiv überrascht. So doll hat das Ganze gar nicht wehgetan. Natürlich ist die Behandlung nicht komplett schmerzfrei, wird sie aber richtig durchgeführt, lässt sich das Treatment ganz gut aushalten. Und gerade bei kleinen Bereichen wie der Bikinizone ist das Ganze ja auch schnell vorbei.

Die Ergebnisse:

Auch die Ergebnisse haben mich überzeugt. Meine Haut war direkt babyweich und zart. Kein einzelnes Härchen, kein Stoppel war mehr zu sehen oder fühlen. Und das Ganze hat bei mir sogar fast vier Wochen gehalten.

Selber machen oder im Kosmetikstudio?:

Ich hab den Vergleich gemacht und muss sagen: Mir gefiel es deutlich besser, das Sugaring im Studio durchführen zu lassen. Erstens kommt der Profi besser an alle Stellen heran und zweitens kostet es mich echt Überwindung, meine Haare selber rauszureißen. Aber vielleicht macht dir das ja nichts aus und du hast lieber die Kontrolle über den eigenen Körper. Dann ist das Sugaring at home bestimmt das Richtige für dich. Und du musst dich nicht vor einer fremden Person ausziehen.

Vor- und Nachteile vom Sugaring

Vorteile

  • Sorgt für glatte, haarlose Haut für etwa zwei bis vier Wochen
  • Ist nicht so schmerzhaft wie das Waxing
  • Ist schonend zur Haut
  • Kann einfach zu Hause oder im Kosmetikstudio durchgeführt werden
  • Die DIY Zuckerpaste ist einfach hergestellt und nicht teuer

Nachteile

  • Ist nicht komplett schmerzfrei
  • Behandlung kann unter Umständen etwas länger dauern

Fazit

Die Sugaring Haarentfernung ist eine sehr gute Methode für alle, die sich glatte, haarlose Haut für mehrere Wochen wünschen. Ganz ohne Schmerzen kommst du bei der Behandlung nicht aus, wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass das Ganze nicht so sehr wehtut wie das Waxen oder Epilieren. Wir haben dir hier verraten, wie du deine eigene Sugaringpaste selber herstellen kannst und was du bei der Anwendung beachten solltest.

Verwende Quellen: youtube.com, amazon.de

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