Warum Männer vor einer Beziehung flüchten, wenn doch eigentlich alles okay ist

Ihr seht euch fast täglich, habt jeweils schon die Eltern des anderen kennengelernt – und der Sex wird immer vertrauter. Du wachst morgens in seinen Armen auf und während des Frühstücks erzählt er dir von seinen tiefsten Sorgen und Wünschen. Doch in einer offiziellen Beziehung? Das seid ihr irgendwie immer noch nicht. Sobald du ihn auf euren Status ansprichst, merkst du, dass er dir ausweicht. Er stellt dich in diesen Momenten fast schon so dar, als seist du die "Unentspannte", die jetzt krampfhaft Nägel mit Köpfen machen möchte – und die ihn dabei nur bedrängt. Verblüfft ziehst du dich zurück und fragst dich, was du falsch gemacht hast und wie du dich weiter verhalten sollst...

© Martin Péchy/Pexels Irgendwie scheint er vor einer Beziehung mit dir zu flüchten, aber du hast keine Ahnung, warum? Diese Gründe könnten die Antwort sein...

Der ewige "Mingle"-Status: Deshalb darfst du dich gegen ihn wehren

Zunächst möchten wir dir ans Herz legen, dass du mit deinem Bedürfnis, endlich mit ihm zusammen zu kommen, nicht "falsch" bist. Und insgeheim weiß auch er das. In den Momenten, in denen du ihn auf euren Beziehungsstatus ansprichst und dir Klarheit einfordern möchtest, stellt er dich nur deshalb gerne als die Doofe dar, um den eigenen Schuldgefühlen zu entkommen. Doch keine Sorge: In seinem tiefsten Inneren ist auch er sich darüber bewusst, dass der nächsten Schritt nach so viel Nähe, Zuneigung und Sympathie, eine offizielle Beziehung wäre. Wir selber wissen aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft es ist, wenn der Kerl dich als krampfhafte "Beziehungssucherin" darstellt, die ihn in Ketten legen möchte. Denn das ist wirklich nicht deine Intention, richtig? Du bist einfach nur irritiert, denn ihr mögt euch doch so gerne, verhaltet euch eigentlich schon so, als seid ihr zusammen – und die logische Konsequenz daraus ist das Zusammenkommen. Sehen wir und der Rest der Welt genau so. Er hat seine ganz eigenen Gründe, warum er sich vor diesem nächsten Schritt drückt – und folgende könnten es sein...

Deswegen flüchten Männer vor einer Beziehung

Am liebsten möchte er auf ewig in diesem "Mingle"-Status verharren. Ist ja auch so schön bequem dort. Er bekommt Nähe, Vertrautheit und wird umsorgt, während er sich nebenbei nicht rechtfertigen muss, wenn er am Abend mit seinen Kumpels auf der Party versackt und dir nicht geschrieben hat. Wenn er ohne es mit dir abzusprechen, für einen Monat nach Thailand reist – oder noch schlimmer: wenn er ein anderes Mädchen daten möchte. Schließlich seid ihr nicht offiziell zusammen. Es scheint fast so, als würde er regelrecht vor einer festen Beziehung mit dir flüchten... Diese Problematiken könnten die Gründe für sein komisches Verhalten sein:

1. Er drückt sich vor der Verantwortung in einer Beziehung

... und zwar nicht, weil er schlichtweg keine Lust darauf hat. Auch wenn es sich oberflächlich so für ihn anfühlt, liegt das Problem in deutlich tieferen Bewusstseinsschichten. Menschen, die Angst vor Verantwortung haben, drücken sich nur deshalb vor Verpflichtungen, weil sie im Grunde genommen Sorge davor haben, diesen Anforderungen nicht gerecht werden zu können und zu versagen. Und das verletzt nicht nur das Ego, sondern triggert auch das Verlassenwerden.

2. Er hat Angst, dich wieder zu verlieren, wenn ihr erst einmal fest zusammengekommen seid

Und verlassen zu werden tut sehr weh, richtig? Die Gefahr besteht allerdings immer, wenn ihr erst einmal zusammengekommen seid. Dieses Risiko möchte ein bindungsängstlicher Mann oft gar nicht erst eingehen. Wenn ihr nur in einer lockeren Affäre seid und du dich plötzlich gegen ihn entscheidest, kann er sich immer noch mit der Aussage "Wir waren ja auch gar nicht richtig zusammen und ich wollte eh nie was Festes" vor der Verletzung schützen. Das wird allerdings schwierig, wenn ihr euch erstmal gegenseitig eure Liebe bekannt habt und exklusiv miteinander wurdet. Dann tut eine Trennung umso mehr weh! Und diesem Schmerz möchte er schlichtweg aus dem Weg gehen.

3. Er möchte nicht kontrolliert werden

Manche Menschen stellen ihr Autonomiebedürfnis an oberste Stelle. Oft wurden sie in ihrer Kindheit von den Eltern zu sehr kontrolliert, beaufsichtigt und in bestimmte Richtungen gedrängt. Viele Kinder entwickeln dann eine sehr anhängliche Bindungsform – und machen sich zu schnell von ihrem Partner abhängig, eben weil sie es nie anders gelernt haben. Andere wiederum tragen nach einer Jugend voller Kontrolle und Regeln ein großes Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit im Erwachsenenalter mit sich rum. Kommt eine Frau (egal, welche), die dann Anforderungen an sie stellt, assoziieren sie diese sofort mit ihrer Mutter, die immer so bevormundend war. Panik bricht aus. Schließlich wollen sie ihre Kindheit auf keinen Fall erneut wiederholt erleben. Die einzige Lösung: Die Flucht. Oder einen Fuß in der Tür zur Freiheit haben, während der andere Fuß in der Beziehung steht. Denn auch freiheitsliebende Menschen sehnen sich – wie jeder Mensch – nach Bindung und Sicherheit. Doch auch hier gilt: Die Ängste in Männern mit einem sehr großen Autonomiebedürfnis haben nichts mit dir und deinen Wünschen oder Anforderungen zu tun. 

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