Darum sollten wir unseren Gedanken nach einer Trennung nicht trauen

- Wir alle kennen das: Wenn unser Herz gebrochen ist, lässt sich unser Verstand uns immer wieder an den Schmerz erinnern. Der amerikanische Psychologe Guy Winch weiß, warum das so ist – und wie wir unsere Gedanken austricksen können!

Trennungsschmerz

So geht ihr richtig mit Trennungsschmerz um

Klar, der emotionale Schmerz, den ein gebrochenes Herz auslöst, kann unerträglich sein. Nichts anderes ist wichtig, niemand anderes ist wichtig. Nach einer schweren Trennung können wir kaum funktionieren, denken oder uns bewegen. Wir fühlen uns irgendwie allein in unserer zerbrochenen Welt. Alles, was wir sehen können, ist die Person, die unser Herz gebrochen hat, und alles, was wir fühlen können, ist schrecklicher Schmerz.

Was wir in so einer Situation am meisten wollen, ist, dass der Schmerz nachlässt, dass wir nicht mehr verletzt oder enttäuscht sind – doch das ist laut Guy Winch überhaupt nicht das, was unser Verstand will. Und ganz ehrlich, wir alle kennen das.

Test: Welcher Trennungstyp bin ich?

Denn wenn unser Herz gebrochen ist, hat unser Verstand eine ganz andere Agenda als wir. Wir verkriechen uns in unserer Enttäuschung und im Leid – und machen damit eigentlich alles noch schlimmer. Wir verraten euch, welche Gedanken ihr nach der Trennung noch einmal ordentlich beleuchten und hinterfragen sollt.

Darum können wir unserem Verstand nicht trauen, wenn wir ein gebrochenes Herz haben

Wenn nämlich eins klar ist, dann der Fakt, dass wir die Realität der Trennung akzeptieren müssen. Das Leben geht nun einmal weiter, eine neue Episode beginnt. Der Psychologe Winch sagt dazu ganz klar: Wir müssen die Zeit, die wir damit verbringen, über die Person nachzudenken, die uns das Herz gebrochen hat, minimieren. Wir müssen ihre Präsenz in unseren Gedanken und in unserem Leben verringern, langsam aber sicher.

Was bewiesenermaßen gar nicht so einfach ist. Denn im Grunde ist eine Trennung für den menschlichen Verstand nichts anderes als ein Lernprozess. Als Kinder lernen wir durch Erfahrungen: Wir fassen einmal in den Elekto-Zaun und wissen erst nach dem schmerzhaften Stromschlag, dass wir ein Anfassen des Zauns in Zukunft besser sein lassen sollten. Genau so arbeitet unser Hirn auch bei einer schmerzhaften Trennung. Wir versuchen, uns durch den Schmerz vor einem erneuten Schmerz zu beschützen. Die Gedankenmuster laufen dabei immer gleich ab, wir denken, dass…

… unser Ex einfach der Beste, der Einzige, der einzig Wahre war.

Natürlich, wir erinnern uns nur an die positiven Eigenschaften unseres Ex-Partners. Bilder von glücklichen gemeinsamen Momenten geistern uns ständig und unaufgefordert durch den Kopf. Klar, dass diese unrealistische und idealisierte Darstellung der Person, die unser Herz gebrochen hat, den Trennungs-Schmerz nur noch mehr verstärkt. Und mal ehrlich: Wie oft dachten wir das schon, bloß um dann im Nachhinein zu merken, was für ein Pfosten unser Ex eigentlich war?

… unsere Beziehung uns die ganze Zeit über glücklich gemacht hat.

Nein, hat sie nicht! Darüber müssen wir uns im Klaren sein, denn keine Beziehung tut es. Es gab viele frustrierende, ärgerliche oder verletzende Momente, und wir sollten uns auch daran erinnern.

… wir uns besser fühlen werden, wenn wir ihm einfach eine SMS schicken oder ihn kontaktieren.

Den Drang, seinem Ex-Partner nach der Trennung mit Nachrichten, Anrufen oder E-Mails zu überschütten kennen viele. Doch tun wir es tatsächlich, fühlen wir uns verzweifelt und irgendwie needy. Das Einzige, das von dieser Aktion bleibt: Wir verletzen unser Selbstwertgefühl. Also Ladies: Lasst die Finger davon!

Oder macht den Test: Ex zurück? Haben wir eine Chance?

… wir uns besser fühlen, wenn wir mit all unseren Freunden ausgiebig über die Trennung geredet haben.

Nein, das werden wir auch nicht. Über emotional schmerzhafte Ereignisse zu sprechen ist natürlich sogar nützlich, wenn wir es auf eine problemlösende Art und Weise tun, oder wenn wir es tun, um eine emotionale Bestätigung zu erhalten. Aber wenn wir die gleichen Details immer und immer wieder durchgehen, fühlen wir uns am Ende nur noch schlechter.

… wir den Trennungsgrund bis ins Detail analysieren.

Klar, um ein Verständnis davon zu bekommen, warum es zu der Trennung gekommen ist, wollen wir es ganz genau wissen. Jedoch erhalten nur die wenigsten von uns jemals eine klare und ehrliche Antwort darauf. Der Versuch, in den Kopf unseres Ex zu schauen, ist einfach unmöglich. Sicher ist: Es war einfach nicht das Richtige – das sollte man einfach akzeptieren, und sich die Freude am Leben nicht nehmen lassen! Wie sagte unsere Oma noch so schön: Andere Mütter haben auch hübsche Söhne.

Sollte ich mich Trennen? Macht hier den Test: Gehen oder bleiben