Yungblud im Interview: „Meine Fans sind meine Familie“

Yungblud im Interview: „Meine Fans sind meine Familie“

Yungblud ist laut, ehrlich, vorurteilsfrei und DAS Vorbild einer neuen Generation. Jolie hat mal nachgehorcht, wie der Brite tickt. Hier kommt das extended Interview!

Yungblud Musiker
© Universal
Die Jolie-Redaktion hatte Yungblud im Interview: Hier kommt die extended Version zum Interview aus dem Magazin!

„Peace and love! Passt auf euch auf!“ Mit diesen Worten verabschiedet sich Dominic Harrison (23) aka Yungblud aus unserem 30-minütigen Zoom-Call. Genau das ist auch die Message, die der Sänger aus Doncaster in seiner Musik, vor allem auf seinem neuen Album „Weird!“ (ab sofort), verbreiten will: Seid lieb zueinander und akzeptiert euch, wie ihr seid! Ganz schön inspirierend, dieser Junge…

Was hast du beim Aufnehmen deines neuen Albums über dich selbst herausgefunden?

Ich habe viel über meine Sexualität, Liebe und Schmerz gelernt, denn genau um die Dinge geht es auf dem Album. Seltsamerweise habe ich mich während des Schreibprozesses sehr mit Amy Winehouse verbunden gefühlt. Es war, als ob sie neben mir saß und mir sagte, ich solle einfach nur die Wahrheit erzählen. Es ist wichtig für mich, über Dinge zu schreiben, über die Menschen sonst nicht reden, denn ich will Musik machen, die den Leuten etwas bedeutet.

Welcher Song auf deinem neuen Album bedeutet dir am meisten?

‚Life on Mars‛ liegt mir sehr am Herzen. In dem Song geht‛s um einen meiner Fans, ein Transgender-Mädchen. Sie erzählte mir, dass ihre Eltern nicht verstanden haben, dass sie niemals ihr Sohn war, sondern immer ihre Tochter. Doch nachdem sie bei einem meiner Konzerte gesehen haben, dass es so viele Menschen gibt, die sind wie ihre Tochter, haben sie sie so akzeptiert, wie sie ist und sie bei einer Geschlechtsangleichung unterstützt. Das zu hören, war überwältigend!

Du stehst in ständigem Kontakt mit deinen Fans. Wieso ist dir das so wichtig?

Meine Fans und ich, wir brauchen uns gegenseitig, um zu überleben. Sie sind wie meine Familie. Alles, was ich je wollte, war, Leute zu finden, die mich verstehen und so sind wie ich. Das habe ich jetzt endlich geschafft.

Mentale Gesundheit wird immer mehr zum Thema. Woran, denkst du, liegt das?

Unsere Generation ist einfach so viel offener. Die Tage des Verdrängens sind zu Ende. Ich denke, es ist heute viel einfacher, darüber zu reden, weil wir Social Media haben. Man hat die Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, mit denen man sich verbunden fühlt. Klar hat Social Media auch Nachteile, aber es schafft auch eine Community und das ist das, was wir brauchen.

Du bist bekannt dafür, Gender-Grenzen zu sprengen, dich zu schminken und Kleider zu tragen. Wann hat das alles angefangen?

Ich habe schon in der Grundschule Nagellack getragen. Die Lehrer sagten zu mir: ‚Das kannst du nicht tun, du bist ein Junge.‛ Wir müssen diese Denkweise unbedingt abschaffen und meine Generation ist auf dem besten Weg, das zu tun. Es darf in der Hinsicht keine Regeln mehr geben. Zu sein, wie man ist, ohne Angst haben zu müssen, ohne verurteilt zu werden – das ist ein unglaubliches Gefühl!

Bei dem Musikvideo zu „God Save Me But Don‛t Drown Me Out“ hast du zum ersten Mal Regie geführt. Könntest du dir auch vorstellen, in die Schauspielerei einzusteigen?

Total! Ich will auf jeden Fall irgendwann mal in einem Film mitspielen. Meine Traumrolle wäre der Riddler aus der Batman-Franchise. Falls ein Casting-Direktor das hier liest: Ruf mich an!

Du scheinst immer noch ein gutes Verhältnis zu deiner Ex-Freundin Halsey zu haben. Wie habt ihr es geschafft, Freunde zu bleiben?

Am Ende des Tages muss man ehrlich miteinander sein. Ashley (so Halseys bürgerlicher Name, Anm. d. Red.) und ich waren beste Freunde, aber eine Beziehung war nicht das Richtige für uns. Ich habe ihr auf meinem neuen Album das Lied „Love Song“ gewidmet, denn sie hat mir gezeigt, wie man liebt und geliebt wird. Wir hatten diese Verbindung, die ich nie zuvor gespürt habe, aber es sollte einfach nicht sein.

Ihr wart auch zusammen bei Black-Lives-Matter-Protesten in den USA. Wir war es, mittendrin zu sein?

Es war unglaublich, mitzuerleben, wie die Menschen zusammengekommen sind, um einfach nur für das Richtige, für Menschlichkeit zu kämpfen. Aber wir müssen weiter den Mund aufmachen. Wir befinden uns im Jahre 2020, das geht schon zu lange so. Alle Menschen müssen gleichberechtigt sein!

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