
So schön die freie Natur ist, Zecken können sie dir ganz schön vermiesen. Du kannst den kleinen Plagegeistern aber aus dem Weg gehen, wenn du weißt, wo sie lauern. Und wenn du dir doch einmal eine Zecke einfängst, solltest du genau wissen, wie du sie richtig entfernst, um das Infektionsrisiko zu senken.
Wann sind Zecken unterwegs?
Früher begann die Zeckensaison im Frühling und endete mit den ungemütlichen Temperaturen im Herbst. Mit dem Klimawandel kannst du dich leider nicht mehr so sehr auf ein quasi zeckenfreies Winterhalbjahr verlassen. Immerhin werden Auwaldzecken ab vier Grad Celsius aktiv. Einzig die wärmeliebenden Hyalomma-Zecken sind im Winter nicht unterwegs. Da es im Winterhalbjahr zwischenzeitlich durchaus warm werden kann und die Durchschnittstemperaturen tendenziell steigen, kannst du dir inzwischen auch dann einen Zeckenbiss einfangen – wenngleich es nicht so wahrscheinlich ist wie im Sommer. Immerhin bist du dann dicker angezogen und damit für die Zecke nicht so leicht zu erreichen.
Zecken – Stichen vorbeugen
Nur eine Zecke, die du nicht an dir hast, ist eine gute Zecke. Dass die Plagegeister auf dir landen, kannst du auf zwei Weisen verhindern: Du meidest Gelände, in dem sich Zecken gern aufhalten, oder du machst dich selbst unattraktiv für die kleinen Blutsauger.
Vorbeugung: Zecken meiden
Auch wenn die Hyalomma-Zecken dir sogar aktiv nachlaufen, sind die meisten Zecken geduldige Lauerjäger und warten, bis du vorbeikommst. Dafür sitzen sie erhöht auf Halmen in ungemähten, hohen Wiesen, auf den Zweigen von Sträuchern und im Unterholz des Waldes. Läufst du durch eine Wiese oder an Sträuchern vorbei und kommst einem Halm oder Zweig mit einer Zecke so nahe, dass du ihn berührst, klammert sich diese an dir fest. Da Zecken nicht springen können, sind sie auf den direkten Kontakt angewiesen. Vermeidest Du den Kontakt, indem du nicht durch hohe Wiesen gehst, nicht direkt an Sträuchern entlangläufst und beim Wandern im Wald auf den Wegen bleibst, haben die Plagegeister kaum eine Chance, dich zu finden.
Vorbeugung: Geeignete Mittel gegen Zecken
Wenn du durch die Botanik streifen willst, ohne dir Gedanken machen zu müssen, wo eine Zecke sitzen könnte, hilft ein guter Zeckenschutz. Dafür gibt es verschiedene sogenannte Repellents als Spray oder Lotion für die Haut. Repellents sind keine tödlichen Stoffe für die Zecke. Sie vergrämen sie nur und machen dich als potenziellen Wirt uninteressant. Neben chemischen Wirkstoffen wie DEET bietet der Handel auch eine ganze Reihe natürlicher Stoffe, die ebenfalls Zecken abwehren sollen. Dazu zählen unter anderem die ätherischen Öle von Lavendel und Gewürznelke. Deren Wirksamkeit konnte aber bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Was neben Repellents noch hilft, ist die richtige Kleidung. Langärmlig und geschlossen sollte sie sein. Die Hosenbeine steckst du am besten in die Socken. Auch wenn das vielleicht nicht gerade modern ist, hilft es doch, dass eine Zecke dich nicht so leicht erreicht. Ist deine Kleidung zudem noch sehr hell, stehen die Chancen gut, dass du eine Zecke auch rechtzeitig krabbeln siehst.
Zeckenstich – was kann ich jetzt tun?
Hat dich eine Zecke doch einmal erwischt, solltest du sie sofort entfernen, wenn du sie entdeckst. Je länger sie an dir hängt, umso größer ist nämlich das Infektionsrisiko für FSME und Borreliose. Wichtig ist aber nicht nur der Zeitrahmen. Auch beim Entfernen musst du einiges beachten, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Im Netz gibt es zahlreiche Tipps, was du bei einem Zeckenstich tun sollst. Das geht vom Übergießen der Zecke mit Öl, Wachs oder Ähnlichem bis zum Rausdrehen. Ersteres sorgt allerdings eher dafür, dass die Zecke so gereizt ist, dass sie vermehrt Speichel mit Keimen in die Wunde ausspuckt. Letzteres kann dazu führen, dass der Kopf steckenbleibt und sich in der Haut entzündet. Zecken haben nämlich kein Gewinde. Entsprechend hilft Drehen nichts. Am sichersten kannst du eine Zecke mit einer speziellen Pinzette, Zange oder Karte entfernen. Wichtig ist, dass du die Zecke direkt an der Haut greifst und keinen Druck auf den Hinterleib ausübst. Anschließend ziehst oder hebelst du sie langsam und mit einer gleichmäßigen Bewegung heraus. Außerdem solltest du die Stelle mit dem Zeckenbiss markieren und in den nächsten Tagen und Wochen kontrollieren, ob sich hier eine Rötung oder andere Infektionszeichen zeigen. Dann solltest du auf jeden Fall zeitnah einen Arzt aufsuchen.