Kapital, Begeisterung, Narzissmus - welcher Weg führt zum Erfolg?

Kapital, Begeisterung, Narzissmus - welcher Weg führt zum Erfolg?

Im Grunde strebt jeder Mensch nach Erfolg. Sei es der Erfolg in der Liebe, im Sozialen oder im Beruf. Unsicher ist nur: wie kommt man da hin? Braucht es Geld, um auf die besten Universitäten gehen, Workshops zu besuchen oder zu Konferenzen reisen zu können? Ist es die pure Begeisterung, die uns zu Höchstleistungen antreibt, oder hilft am Ende doch eine leicht übersteigerte Selbstliebe? Wir gehen dem Konzept von Erfolg auf den Grund und gleichen es mit einer echten Erfolgsgeschichte ab.

weg zum erfolg
© Pexels

Narzissmus als Erfolgsgarant oder Konsequenz?

Einer, der sich in Sachen Erfolg auskennt, ist Rainer Zitelmann. Im exklusiven Chinaclub zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz in Berlin, wo sich die Crème de la Crème aus Kunst, Politik und Wirtschaft trifft, zeigt er sich mit jungen, schönen Frauen, für Zeitschriften lässt er Bizeps und Sixpack ablichten, statt einem Doktortitel hat er zwei, statt einer Million viele. In einem seiner zahlreichen Interviews auf Youtube fragt ihn einer: „Sind Sie Narzisst?“. Zitelmanns Antwort: Er habe beim Narzissmus-Test die volle Punktzahl bekommen. Im „Playboy“ schrieb er einen Artikel mit einem Lob auf den Narzissmus. Auf Social Media Plattformen bekommt er viele bewundernde Kommentare, muss sich aber auch Bezeichnungen wie z.B. „Angeber“ gefallen lassen. Zitelmann schießt zurück: „Ich habe etwas zum angeben. Sie auch?“

Die Frage, die bleibt: War das auch schon vor dem finanziellen Erfolg so? Hatte Zitelmann auch vor seinen Buchprojekten, Chefposten und den schönen Frauen etwas zum angeben? Oder machen ihn erst die Live-Auftritte im Fernsehen, etwa in Seoul, die Jahreskongresse oder die Buchvorstellungen zu einem Menschen, der etwas zum angeben hat und es auch tut? Den Menschen Zitelmann scheint es nicht zu kümmern, seit wann er etwas zum angeben hat. Er tut es jetzt, zeigt sich beim Dieter-Bohlen-Konzert, mit Comedian Dieter Nuhr, bei Talks, lässt seine Follower an seinen Urlauben teilhaben, hebt seine Arme im rechten Winkel an, um die Muskeln spielen zu lassen und postet Zitate aus seinen eigenen Büchern.

Spezialist vs. Universalgelehrter

War es möglicherweise weder Narzissmus noch eine finanzielle Grundlage, die Zitelmann auf seinem Weg halfen? Heutige Experten sind oft Spezialisten und haben sich in ihrem Fachgebiet eine bestimmte Nische ausgesucht. Früher dagegen gab es den Universalgelehrten. Zitelmann ist Historiker, Soziologe, Journalist, Unternehmer und Investor. Auf diese Weise ist er nicht nur „Dr.“ geworden, sondern sogar „Dr. Dr.“, und zwar in einer beachtlichen Bandbreite: so verfasste er eine Arbeit zu unbekannten Facetten Adolf Hitlers („Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs“) und erforschte Jahrzehnte später die Superreichen - ein ganz neues Feld.

Spannend ist auch, das Zitelmann in Geschäftsfelder vorgedrungen ist, die nichts mit seinen Forschungen zu tun haben. So war er etwa bis 2016 Inhaber eines in der Immobilienbranche führenden PR-Unternehmens, fand aber auch Beschäftigung im Verlagswesen.

So war Zitelmann außerdem Cheflektor und Mitglied der Geschäftsleitung des Ullstein-Propyläen-Buchverlages, Ressortleiter der Tageszeitung Die Welt oder Unternehmer – und entsprechend mit Schlips und Kragen unterwegs. Möglich, das ihm seine wissenschaftlichen Arbeiten diese Türen geöffnet haben.

Begeisterung als der Weg nach oben?

Logische Konsequenz seines Werdegangs sind auf jeden Fall die Bücher und Workshops, in denen er weitergibt, was er in die Tat umgesetzt hat: “Reich werden und bleiben“ - so einer seiner Buchtitel. In seiner Autobiographie ,,Wenn du nicht mehr brennst, starte neu’’ erklärt Zitelmann, dass er als Jugendlicher einzig und allein für zwei Spiele gebrannt hat: Monopoly und Risiko. Ziel von Monopoly ist es bekanntlich, durch vorausschauende Investitionen ein Grundstücksimperium und damit ein Vermögen aufzubauen. Doch während man bei dem amerikanischen Brettspiel Startkapital benötigt, brachte es Zitelmann bei einem Mehrfamilienhaus in Berlin fertig, aus 0 Euro vier Millionen Euro zu machen.

Der Titel seiner Biographie ist zugleich eine der wichtigsten Botschaften, die Zitelmann anderen auf den Weg geben möchte. Nur wer für das brennt, was er macht, wird entsprechend motiviert und erfolgreich sein. Schaut man sich Zitelmanns Lebenslauf an, scheint darin sein Erfolgsgeheimnis zu liegen. Er tut nur das, wofür er heiß ist und verabschiedet sich auch konsequent von Themen, die nicht mehr in sein Leben passen. Und das ist womöglich genau das, woran sich jeder halten kann, der den Erfolg sucht: nicht das zu tun, was vermeintlich irgendwann reich macht, sondern das zu tun, wofür das Herz schlägt. Zitelmanns Herz schlägt für den Kapitalismus - und daraus macht er keinen Hehl, im Gegenteil. Oftmals tritt er mit einem “I-love-Capitalism”-Shirt auf. Und das in überfüllten Hörsälen ebenso wie vor Kameras oder bei Buchpräsentationen

Endlich Erfolg - und dann?

Aber laut dieser Theorie kann jede Art von Passion zu Beruf und Erfolg werden. Und jeder erfolgreiche Mensch sich schließlich aussuchen, wer er sein will. Zitelmann zeigt sich eben gern mit schönen Frauen, präsentiert seinen sportlichen Körper und punktet mit Selbstironie. Auf Instagram postete er sich mit einem T-Shirt, das ihm einer seiner Fans geschenkt hat: „Doppeldoktor – Doppelbizeps. Einmalig Zitelmann.“

Ähnlich wie Zitelmann haben auch andere erfolgreiche Persönlichkeiten stets das nächste Ziel im Auge, das Folgeprojekt auf dem Tisch oder ihre Finger in neuen Geschäftsmodellen, Technologien, Filmen, Büchern oder...oder...oder...Zitelmann möchte als Autor weltweit bekannt werden. Im April wird er in mehreren amerikanischen Städten sein Buch „The Rich in Public Opinion“ vorstellen, das mit CATO einen der wichtigsten Thinktanks der Welt seinen Verleger nennt.

 

 

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