
Das Chinesische Neujahr, auch Frühlingsfest genannt, ist das wichtigste Fest im chinesischen Kulturraum. Es ist eine Zeit des Neuanfangs, der Familie und – vor allem – des Glücks. Doch damit das Glück im neuen Jahr auch wirklich einzieht und nicht direkt wieder verschreckt wird, gibt es eine ganze Reihe von Traditionen und Verboten.
Chinesisches Neujahr: Diese 12 Dinge darfst du heute nicht machen
Wenn du den ersten Tag des neuen Mondjahres feierst, solltest du die folgenden Fettnäpfchen unbedingt vermeiden. Dies ist nur eine Auswahl an Traditionen und Verboten, die du berücksichtigen solltest.
- Kein Hausputz und kein Müllrausbringen: Wer am Neujahrstag fegt oder den Boden wischt, läuft Gefahr, das frisch eingezogene Glück direkt wieder aus der Tür zu kehren. Auch den Müll solltest du erst am nächsten Tag entsorgen, um keinen Wohlstand wegzuschmeißen.
- Haarewaschen und Haareschneiden verboten: Im Chinesischen ist das Wort für „Haar“ (fa) identisch mit dem ersten Zeichen des Wortes für „Wohlstand“ (facai). Wenn du dir heute die Haare wäschst, wäschst du dir symbolisch dein Vermögen weg. Ein Haarschnitt am Neujahrstag gilt sogar als extrem unheilvoll für die gesamte Verwandtschaft.
- Finger weg von Scheren und Messern: Messer, Scheren oder Nadeln symbolisieren das Zerschneiden von Glückssträhnen oder den Abbruch von guten Beziehungen. Selbst in der Küche wird am ersten Tag oft darauf verzichtet, frisch zu schneiden – meistens wurde das Essen schon am Vortag vorbereitet.
- Keine negativen Worte oder Streit: Fluchen, Streiten oder über den Tod zu sprechen, gilt als schlechtes Omen für das gesamte restliche Jahr. Auch das Weinen von Kindern wird ungern gesehen, weshalb Eltern heute meist besonders nachsichtig sind, um eine harmonische Atmosphäre zu wahren.
- Keine weißen oder schwarzen Kleider: Farben spielen eine riesige Rolle. Während Rot für Glück und Energie steht, werden Weiß und Schwarz traditionell mit Trauer und Beerdigungen assoziiert. Greif heute lieber zu leuchtenden Farben, um das Pech gar nicht erst einzuladen.
- Keine Medizin einnehmen: Es wird geglaubt, dass man das ganze Jahr über krank bleibt, wenn man am ersten Tag des neuen Jahres Medizin nimmt oder zum Arzt geht (chronisch Kranke sind davon natürlich ausgenommen, aber symbolisch wird es vermieden).
- Kein Porzellan zerbrechen: Sollte dir ein Teller oder eine Tasse runterfallen, gilt das als Vorbote für Geldverlust. Passiert es doch, sagt man schnell „Sui sui ping an“, was so viel bedeutet wie „Frieden über die Jahre“, um das Unheil abzuwenden.
- Wäschewaschen vermeiden: Der erste und zweite Tag des neuen Jahres gelten als Geburtstag des Wassergottes (Shuishen). Wer heute große Mengen Wäsche wäscht, beleidigt den Gott und „wäscht den Wohlstand weg“.
- Kein Geld verleihen oder leihen: Alle Schulden sollten idealerweise vor Neujahr beglichen sein. Wer am Neujahrstag Geld verleiht, verliert laut Aberglaube das ganze Jahr über Geld; wer es sich leiht, wird das ganze Jahr auf fremde Hilfe angewiesen sein.
- Kein Mittagsschlaf: Es wird geglaubt, dass ein Mittagsschlaf am ersten Tag des Frühlingsfestes dazu führt, dass man das ganze kommende Jahr über faul und antriebslos sein wird.
- Keine Brei-Speisen essen: Früher galt Reisbrei (Congee) als Essen für arme Leute. Um zu signalisieren, dass man im neuen Jahr wohlhabend sein wird, sollte man zum Frühstück festen Reis oder andere reichhaltige Speisen essen.
- Nicht fluchen oder Schimpfwörter benutzen: Worte haben am Neujahrstag eine besondere Macht. Negative Begriffe wie „Tod“, „Geist“, „Pech“ oder „Armut“ sollten strikt vermieden werden, um sie nicht für das restliche Jahr heraufzubeschwören.
Die Bedeutung von Rot am Neujahrstag
Am ersten Tag des Frühlingsfestes ist Rot die absolute Dominanzfarbe. Sie steht für Feuer, Energie, Glück und Wohlstand. Zudem besagt eine Legende, dass das Fabelwesen „Nian“, das vor Neujahr Angst und Schrecken verbreitete, durch die Farbe Rot vertrieben wurde. Es ist also Tradition, Rotes zu tragen – sei es Kleidung oder auch nur Unterwäsche –, um sich vor bösen Geistern zu schützen und das Glück anzuziehen.




