Anzeichen frühzeitig erkennen und Berufsunfähigkeit verhindern

Burnout? Nein, danke! Die Studien lügen nicht: Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Entweder über einen längeren Zeitraum oder aber dauerhaft. Auch, wenn Du denkst, das Thema hat noch Zeit: Besonders als Berufsanfänger nach der Ausbildung oder dem Studium ist es sinnvoll, ja sogar notwendig, sich mit dem Thema einer möglichen Berufsunfähigkeit auseinanderzusetzen. 

Gerade für Frauen jeden Alters ist es besonders wichtig. Durch mögliche Mehrfachbelastungen wie Berufstätigkeit, Familie und womöglich Pflege von Angehörigen sind Frauen besonders gefährdet, im Laufe ihres Erwachsenenlebens an einem Burnout oder einer Depression zu erkranken. Studien zufolge sind die Hauptgründe für eine Berufsunfähigkeit bei Frauen psychische Erkrankungen (34 Prozent). Gefolgt von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, Krebserkrankungen, Unfällen und Herz- und Gefäßerkrankungen. Wie hoch Dein Risiko ist, berufsunfähig zu werden und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Die häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit

Wir versichern uns gegen so viele Dinge im Leben. Und genauso, wie wir unser Haus oder das Auto versichern, sollten wir uns auch gegen den drohenden Verlust unserer Arbeitskraft wappnen. Deswegen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, denn fast nichts ist wichtiger als die Absicherung unserer Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten weiterentwickelt: Durch fortschreitende Digitalisierung und weniger Handwerk hat sich auch das Risiko, berufsunfähig zu werden, verändert. Waren es früher noch ein Arbeitsunfall oder die zu harte, körperliche Arbeit auf einer Baustelle oder in der Fabrik, die zu Erkrankungen am Bewegungsapparat führten, so liegt die Hauptursache für den Verlust der Arbeitskraft heutzutage bei den psychischen Erkrankungen wie Depression, Burnout oder anderen schwerwiegenden psychischen Krankheiten. Ins Arbeitsleben übersetzt heißt das: Es sind nicht mehr nur die körperlich Arbeitenden gefährdet, sondern auch und vor allem die Büroangestellten, die mitunter viel Verantwortung tragen. Und erst danach kommen statistisch gesehen Ursachen wie die bereits erwähnten Erkrankungen am Skelett- und Bewegungsapparat mit Krankheiten wie Bandscheibenvorfall oder Arthrose, Krebserkrankungen oder Unfälle sowie Herz- und Gefäßerkrankungen. 

Wie hoch ist Dein Burnout-Risiko? 

Wenn Du nun glaubst, dass Du als junge Arbeitende womöglich noch gar nicht so sehr gefährdet bist, so deuten die Statistikzahlen leider auf etwas anderes hin: Eine Berechnung der Vereinigung der deutschen Versicherungsmathematiker besagt, dass heute 30-jährige Frauen eine Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent haben, aus verschiedenen Gründen berufsunfähig zu werden. Das Risiko bei gleichaltrigen Männern liegt bei 24 Prozent, ist also niedriger. Doch woran kann das liegen? Schauen wir uns einmal die allgemeinen Faktoren an, die zu vermehrtem Arbeitsstress führen können. Da wären zum Beispiel Faktoren wie: 

  • störendes Arbeitsumfeld - beispielsweise zu laut, zu warm, zu kalt 
  • fehlende Anerkennung
  • Mobbing oder zu hoher Druck durch Vorgesetzte, Kollegen und Kunden
  • zu viele Aufgaben, Termindruck und ständige Erreichbarkeit
  • Tätigkeit, die keinen Spaß macht / vorbei an Kernkompetenzen geht 
  • zu kurze Pausen, zu wenig Urlaub 

Es gibt aber auch spezifische Herausforderungen, die bei uns Frauen dazu führen können, dass wir für eine längere Zeit arbeitsunfähig oder sogar dauerhaft berufsunfähig werden:

  • Frauen neigen immer noch dazu, sich selbst mehr unter Druck zu setzen, mehr schaffen zu müssen, um die gleiche Anerkennung zu bekommen wie ihre männlichen Kollegen
  • Wir sind häufig zuständig für die Kinderbetreuung: Organisationsdruck bei Ausfall durch Krankheit des Kindes oder eigene Erkrankung
  • Work-Life-Balance: Mehrfachbelastungen durch Familie, Haushalt, Kindererziehung, womöglich zu pflegende Angehörige
  • Nicht zu unterschätzen: mentale Disbalancen bis hin zu starken Schmerzen durch den monatlichen Zyklus 

Wo würdest Du Deinen Stresspegel einordnen? Bist Du womöglich bereits Burnout-gefährdet? Die Klinik München hat einen Burnout-Selbsttest entwickelt, mit dem Du herausfinden kannst, ob Du schon von einem drohenden Burnout betroffen bist.

Mach jetzt den Burnout-Test

Wir haben für Dich einige wertvolle Tipps gesammelt, die Dir helfen können, Deinen Stresspegel niedrig zu halten oder zu reduzieren:

Grenzen setzen – Viele Frauen haben Schwierigkeiten, Anfragen abzulehnen, selbst wenn gute Gründe dafürsprechen. Der Wunsch, es allen recht zu machen, kann hinderlich sein. Es ist wichtig, in bestimmten Situationen klare Grenzen zu ziehen und auch Hilfsanfragen ablehnen zu können.

Druck reduzieren – Frauen neigen oft dazu, sich unter Druck zu setzen, alles perfekt zu bewältigen. Versuche, den Druck abzubauen, indem Du Dir realistische und kleinere Ziele setzt, die erreichbar sind.

Prioritäten definieren – Nutze das Eisenhower-Prinzip, um Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu klassifizieren. Dringende und wichtige Aufgaben sollten zuerst erledigt werden. Wichtige, aber nicht dringende Aufgaben kannst Du terminieren, während dringende, aber unwichtige Aufgaben an kompetente Kollegen delegiert werden sollten. Aufgaben, die weder wichtig noch dringend sind, kannst Du ignorieren oder sogar entsorgen.

Regelmäßige Pausen einlegen – Pausen sind entscheidend für Deine Produktivität. Nutze zum Beispiel eine Pomodoro-App, die Dich daran erinnert, regelmäßige Pausen einzulegen.

Dauerhafte Überlastung vermeiden – Achte auf Dein Überstundenkonto und identifiziere Zeiten, in denen du überlastet bist. Wenn solche Phasen vorübergehend sind, ist das oft akzeptabel. Bei anhaltender Überlastung solltest Du das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Freizeit gestalten – Deine Freizeit sollte dazu dienen, zu entspannen und abzuschalten. Ein Ausgleich zu stressigen Arbeitstagen ist unerlässlich. Ob ein Wellness-Wochenende mit der besten Freundin, ein Kinobesuch oder gesellige Abende mit Spielen – solche Aktivitäten helfen Dir, den Kopf freizubekommen. Plane diese Auszeiten aktiv ein und setze sie durch.

Vielleicht fragst Du Dich nun: Aber nimmt denn der Stress im Arbeitsalltag für Frauen wirklich zu? Ja, sagt zumindest der „Deloitte Global’s Women@Work: A Global Outlook“-Bericht. Lang anhaltender und chronischer Stress macht nachweislich krank und führt im schlimmsten Falle sogar bis zur Berufsunfähigkeit. Daher ist es für Jung und Alt wichtig, sich rechtzeitig mit den Gefahren, aber auch mit der Absicherung der eigenen Arbeitsfähigkeit zu beschäftigen. Ergreife Maßnahmen, damit beruflicher und auch privater Stress nicht überhandnehmen und Du gesund durch Dein Arbeitsleben kommst.