Changierende Stoffe: Mode mit Farbwechsel

Hier erfahrt ihr alles über den scheinbaren Farbwechsel in gewissen Stoffen. Wieso erscheinen manche Abendkleider violett und grün zugleich? Lest hier, wie die Stoffe entstehen und womit sie kombiniert werden können!

Changierende Stoffe erwecken oft den Eindruck von Dreidimensionalität der Farbe.

Changierende Stoffe erwecken oft den Eindruck von Dreidimensionalität der Farbe.

Changierende Stoffe in der Mode: Technik, Verwendung und Wirkung

Das Farbenspiel changierender Textilien ist so auffällig wie geheimnisvoll, weshalb man den Effekt besonders im Bereich Abendmode schätzt, aber auch bei Deko-Stoffen. Das Geheimnis des scheinbaren "Farbwechsels" liegt in der Art, wie der Stoff gewebt wird.

Der Begriff changeant ist gleichbedeutend mit der Bezeichnung changierend: Stoffe mit unterschiedlich farbigen Fäden in Längs- und Querrichtung, die je nach Lichteinfall schimmern.

Es handelt sich dabei um einen dicht gewebten, taftähnlichen Stoff, der mindestens 160 Gramm pro Laufmeter bei 1,50m Breite wiegt. Changierende Stoffe sind immer blickdicht. Der Farbwechsel-Effekt kommt zustande, indem man für Kett- und Schussfäden zwei gleich starke Garne in verschiedenen Farben verwendet. Je nach Bewegung und Faltenwurf des Stoffes reflektieren mal Kette, mal Schuss das Licht, und es entsteht der Eindruck von Dreidimensionalität in zwei Farben.

Für changierende Stoffe verwendet man entweder zwei gleichfarbige Garne in unterschiedlichen Helligkeiten, also z.B. Orangerot und Hell-Orange, oder man kombiniert Komplementärfarben. Klassiker sind z.B. Violett im Wechsel mit Hellgrün, Schwarz mit Petrol oder Türkis mit Orange. Besonders edel wirkt changierender Stoff, wenn als zweite Farbe Silber oder Gold verwendet wird.

Sehr beliebt sind Abendkleider aus changierender Doupionseide in Violett-Gold, changierenden Blau- und Türkistönen sowie Schwarz-Silbergrau. Aufgrund der Webart wird dieses Material auch Rohseide genannt. Charakteristisch sind die kleinen "Knötchen", ein minimal unregelmäßiger Webverlauf im Stoff und ein dezenter Glanz, der den changierenden Effekt nicht stört. Während bei einfarbiger Abendmode ein intensiver Glanz der Stoffoberfläche erwünscht ist, werden changierende Stoffe matt gewebt, so dass die Lichtbrechung ausschließlich über die beiden verschiedenen Garne erfolgt und eine Wirkung von Tiefe und Plastizität entsteht.

Silber- und Goldschmuck sollte zugunsten eines changierenden Abendkleides in der Schatulle bleiben, denn: Die Lichtbrechung von Metall harmoniert nicht mit der von changierenden Textilien, ganz besonders unter festlicher Beleuchtung. Perfekt sind statt dessen Ohrringe und Colliers aus schwarzem Holz, Koralle, Farb-Halbedelsteinen und anderen, nicht reflektierenden Materialien.

Übrigens, changierende Mode ist nicht allein dem Festsaal vorbehalten: Auch tagsüber wirkt das doppelte Farbenspiel faszinierend. Changierende Textilien muss man allerdings stilsicher kombinieren, um nicht overdressed zu wirken.

Generell sollte ein changierendes Kleidungsstück niemals mit einem zweiten eleganten Teil kombiniert werden, sondern mit einem sportlichen. So wirkt z.B. ein grün-violett changierendes Seidentop aus Rohseide zur eleganten Marlene-Hose spießig, während es mit hellen Röhrenjeans und frechen Peeptoes perfekt zur Geltung kommt. Und ein knielanger, festlich raschelnder Rock aus rotem changierenden Taft sieht in Verbindung mit Pumps, Blazer und Bluse billig aus, während er mit schwarzen vintage-Stiefeln, einem bunten Motiv-T-Shirt und einer schwarzen Biker-Lederjacke absolut stylish wirkt!