Tim Howard: Torwart mit Tourette-Syndrom

Bei der Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien hat Tim Howard, Torwart der amerikanischen Nationalmannschaft, bislang nur drei Tore zugelassen und ist für sein Team ein wichtiger Rückhalt. Was viele Leute nicht wissen: Tim Howard leidet seit seiner Kindheit am Tourette-Syndrom, was ihn in auf dem Spielfeld allerdings kaum beeinträchtigt - ganz im Gegenteil. Wir stellen euch den Torhüter vor und verraten, warum ihm die Krankheit laut eigener Aussage während des Spiels sogar hilft. Außerdem: Diese Sportler hatten trotz Tourette-Syndrom eine lange und erfolgreiche Karriere.

Wichtiger Rückhalt im Team von Jürgen Klinsmann: USA-Torwart Tim Howard.

Wichtiger Rückhalt im Team von Jürgen Klinsmann: USA-Torwart Tim Howard.

Tim Howard: Tourette-Syndrom

Tourette-Syndrom. Viele Menschen denken sofort an Betroffene, die bei Tics unkontrolliert einen ganzen Schwall an Schimpfwörtern von sich geben, dabei leiden weniger als 15 Prozent der Betroffenen an diesem Tic. Tim Howard, Torhüter in der englischen Premier League und bei der amerikanischen Nationalmannschaft, gehört ebenfalls nicht zu diesen 15 Prozent. Auch er hat das Tourette-Syndrom und das schon seit seiner Kindheit.

Tim Howards Trumpf: Die Reflexe

Wie das Fußball-Magazin "11 Freunde" berichtet, hat Tim Howard gelernt, mit seiner Krankheit umzugehen und die Tics besser zu deuten. Das Tourette-Syndrom habe dabei sogar sein Spiel verbessert, weil seine Reflexe in brenzligen Situationen vor dem Tor wesentlich schneller seien. So kommt es, dass Tim Howard den ein oder anderen "Unhaltbaren" eben doch noch herausfischt. Dass er während einem Angriff des gegnerischen Teams Tics bekommt, passiert dem Nationaltorwart eigentlich nicht: "Da gehorchen meine Muskeln", sagte er in einem Interview mit dem "Spiegel".

Tim Howard hält den Schuss von Cristiano Ronaldo

Im Gruppenspiel gegen Portugal hält Tim Howard einen Schuss von Cristiano Ronaldo.

Welche Krankheit hat David Beckham?

Tim Howard ist nicht der einzige Profisportler, der an einer neuropsychatrischen Erkrankung leidet. Der Baseball-Spieler Jim Eisenreich spielte 15 Jahre lang in der MLB und Mahmoud Abdul-Rauf spielte bis 2011 mehrere Jahre in der NBA und danach in verschiedenen Ligen in Europa und Asien. Auch David Beckham geht offen damit um, dass er Zwangsstörungen hat. Mit Tim Howard beweist uns also bei der WM 2014 ganz aktuell ein Profisportler, dass ein bestimmtes Krankheitsbild eine erfolgreiche Karriere nicht ausschließen muss.