Sexismus-Debatte um Amazonen Kostüme

- Nach Wonder Woman kam nun der nächste große DC Blockbuster ins Kino: Justice League! Doch Fans sind empört über die vermeintlich-sexistische Veränderungen der Amazonenrüstungen. Ein Kommentar: 

Justice League Wonder Woman

Gal Gadot als Diana Prince aka Wonder Woman in Justice League 

Wie hat die Justice League Sexismus Debatte angefangen?

Aktuell ist die Sexismus Debatte allgegenwärtig, inbesondere in Hollywood. Nachdem Wonder Woman als Superheldinnenfilm gefeiert wurde, empörten sich Fans lautstark über einen Rückschritt der Franchise unter Regisseur Zack Snyder. Die Kostümierungen der Amazonenkriegerinnen in Wonder Woman wurden mit den Rüstungen in Justice League verglichen und als kürzer, freizügiger und sexistisch befunden. Wohlgemerkt war in WW mit Lindy Hemming unter Regie von Patty Jenkins eine Frau Kostümbildnerin und unter Snyder ein Mann (Michael Wilkinson). Nachdem der Regisseur Bilder auf Social Media gepostet hatte, begann also der Shitstorm zu brodeln.

Sich eine Meinung zu bilden und eine extrem-Position zu beziehen, obwohl man sich nicht mal aller Fakten bewusst ist - schwierig. Die Diskussion ging los, da war der Film noch nicht mal in den USA im Kino angelaufen. Die Set Bilder sind eben genau nur das: Bilder vom Set - ohne Kontext und Sicherheit, ob und wie sie so im Film verwendet werden. Ab dem 16. November läuft Justice League auch in deutschen Lichtspielhäusern und ihr könnt euch ab sofort auch eine eigene Meinung bilden!

Warum die Amazonen Kostüme nicht Sexistisch sein müssen

Vielleicht sollte man nicht immer alles, was einen da so aufregt und ärgert in einen großen Topf werfen. Gleich vorneweg - ich bin eine Frau und mir gefallen die Kostüme der Amazonen ausgesprochen gut! Und wenn ihr mich erklären lasst, erläutere ich gerne, warum ich die Outfits nicht für sexistisch halte. Denn bei der Kontroverse, die gerade um das Thema der Kostümierung der Amazonen in Justice League tobt, bin ich persönlich der Überzeugung, dass das liebe Internet mal wieder nur Stimmungsmache betreibt und keinen Platz bietet für Diskussion und gesittete und semi-intelligente Auseinandersetzung mithilfe von Argumenten.

1. Zunächst soll hier betont werden, dass Wahrnehmung eben subjektiv ist. Habt ihr bestimmt schon mal gehört  - aber zur Verdeutlichung hier nochmal -  Geschmack ist verschieden!

3. Ein wichtiges Argument für meine Stellungsnahme ist es, dass die Schauspielerinnen via Social Media zu ihren Kostümen stehen, und bestätigten sich gut auf dem Set gefühlt zu haben.

3. Die Kostüme in Wonder Woman waren weder weniger Körper fixiert noch viel bedeckender. Da gab es Brustpanzer, welche die Oberweite ordentlich betonen, Fransenröcke, die bestimmt in KEINEM Kampf nützlich wären und freie Waschbrettbäuche.

4. Aquaman rennt/schwimmt auch oberkörperfrei durch den halben Film.

5. Die Cast der Amazonen sind größtenteils keine Schauspielerinnen im traditionellen Sinne sondern Sportlerinnen. Sie machen Cross Fit und Kampfsport, haben bei Olympia teilgenommen und gesiegt, haben ihre eigenen Trainingslizenzen und Fitnessstudios und sind mega durchtrainiert. Warum sollten sie das nicht zeigen dürfen?

6. Intention und Resultat sind zwei verschiedene Dinge. Regisseur Zack Snyder, samt Crew, haben sich dazu geäußert, wie sie die Amazonen porträtieren wollten. Als starke, kämpferische, mutige und unabhängige Frauen. Diese Intention sollte auch zählen, denn schließlich gehört zum Kunstwerk nicht nur der Betrachter, sondern eben auch der Künstler. 

7. Oft wurde ein bestimmtes Argument verwendet, und zwar, dass bei den bauchfreien Kostümen die Organe ungeschützt bleiben, und dies im Kampf ja sicherlich nachteilig sei. Erste Reaktion: Das mag sein, dass so der Körper relativ ungeschützt ist, aber einen Vorteil haben die Rüstungen, sie sind leichter und machen den Träger/die Trägerin wendiger und schneller im Angriff. Und wenn wir hier schon auf dem Thema Akkuratesse herumreiten wollen: es gab so einige Reitervölker in der Geschichte, die für ihre leichte und gefährliche Kavallerie bekannt war. 

Zweite Reaktion: Die Männer Kostüme in 300 und anderen Snyder Filmen sind genauso körperbetont und die Schauspieler ebenso nicht bekleidet. Sie lassen auch bei den Kriegern die lebenswichtigen Organe frei und betonen, bzw. sexualisieren den Körper in der Schlacht. Der muskulöse Körper steht für mich für eine dominierende, körperlich starke Person, egal welches Geschlecht sie hat.

Hier mein Punkt: ALLE SIND SEXUALISIERT. Egal ob im Film, Werbung, Musik...Sex sells und das eben nicht zu knapp.

Schlimmer finde ich da, wie oft Gal Gadots Hintern im Bild zu sehen ist! Und nicht nur der engen Lederleggins, sondern da blitzen nackige Pobacken durch den Kinosaal. Aber es gibt auch eine Menge Männerhintern zu sehen - kein Wunder bei den zu engen Spandex-Superheldenoutfits. 

Ich schlussfolgere: Gleichberechtigung bedeutet, dass ALLE gleich viel nackte Haut im Film zeigen und Frauen wie Männer ihre trainierten Super-Körper vorweisen dürfen.