Collien Ulmen-Fernandes und Charlotte Würdig im Interview

Eigentlich sollten Collien Ulmen-Fernandes und Charlotte Würdig bei unserem Fotoshooting in Hamburg im Mittelpunkt stehen. Aber einer stahl den beiden die Show: Charlottes neun Monate alter Sohn - Papa ist Rapper Sido - wickelte mit seinem Lächeln alle um den Finger. Auch sonst ging es ganz schön turbulent zu. Schließlich ist Charlotte professionelle Talkerin und lädt auf ihrem YouTube-Kanal "Mein Loft" jede Woche Prominente zum Gespräch ein. Und wenn sie auf Collien trifft,dreht sich natürlich alles um den Nachwuchs - so sehr man auch versucht, andere Themen anzuschneiden... Denn die Schauspielerin und Moderatorin hat eine zweijährige Tochter mit Schauspieler Christian Ulmen - und darüber sogar ein Buch geschrieben: "Ich bin dann mal Mama" Worüber sich beide einig sind? Das Leben mit Kind kann ganz schön hart sein...

Zwei Mütter unter sich: ein ehrliches Gespräch über schlaflose Nächte, Schwangerschaftspfunde – und berühmte Ehemänner.

Zwei Mütter unter sich: ein ehrliches Gespräch über schlaflose Nächte, Schwangerschaftspfunde - und berühmte Ehemänner.

Jolie: Collien, in Ihrem Buch schreiben Sie, dass Mama zu sein Terror ist. Wann dachten Sie zuletzt: "Ohne Kind wäre auch schön..."?

Collien: Nie, eher: "Ich will mal wieder schlafen!" Ich kriege momentan nur drei bis vier Stunden Schlaf, und das ist Horror. Es fühlt sich an wie Burnout. So kann ich keinen Film drehen. Deshalb kann ich mein Kind bei der Arbeit auch nicht bei mir haben. Wenn ich nachts keine Ruhe hatte, wirke ich einfach dement.

Charlotte: Das stimmt, man kommt sich vor wie im Koma! Ich merke sogar manchmal, dass ich zu müde bin, den Blick im Gespräch zu heben. Das ist überhaupt nicht arrogant gemeint, ich bin nur einfach fertig, wenn mich mein Sohn die Nacht zuvor drei Stunden lang auf Trab gehalten hat.

Jolie: Fällt es Ihnen im Job schwer, von Ihren Kindern getrennt zu sein?

Collien: Ja, das ist hart. Bei meinem vorletzten Film war ich im Ausland, und wir hatten geplant, dass mein Mann mit dem Kindermädchen nachkommt. Aber das hat sich nicht ergeben, und ich war sechs Wochen ohne Kind. Das war hefig, weil mir plötzlich überall spielende Kinder aufgefallen sind. Vor meinem inneren Auge habe ich meine Tochter dann immer mitspielen sehen.

Charlotte: Seit ich Mutter bin, habe ich ständig ein schlechtes Gewissen. Wenn ich meinen Sohn nicht dabeihabe, denke ich: "Ich kann ihn doch nicht alleinlassen." Und wenn ich ihn dabeihabe, dann: "Ich kann doch nicht arbeiten, er ist doch noch viel zu klein." Aber egal, wem man was erzählt, man kriegt immer einen Arschtritt. Dann heißt es: "Wie, du arbeitest, obwohl dein Kind noch nicht mal ein Jahr alt ist?" Schrecklich!

Jolie: Sind Ihre Ehemänner in Sachen Erziehung relaxter als Sie oder umgekehrt?

Collien: Für meinen Mann ist es das zweite Kind, und eigentlich heißt es ja, dass man beim zweiten viel entspannter ist. Aber er ist sogar extremer als ich. Bei seinem achtjährigen Sohn aus erster Ehe ist das anders: Da lässt er viele Sachen durchgehen, weil er ihn ja nicht so oft sieht. Dann bin ich diejenige, die sagt: "Die Jacke wirf man nicht auf den Boden, sondern hängt sie auf den Bügel!"

Charlotte: Ich muss bei dem Sohn meines Mannes gar nichts machen, weil er schon von seiner Mama perfekt erzogen ist. Wenn ich das bei meinem Baby auch nur zur Hälfte hinkriege, bin ich zufrieden. Aber man muss dazusagen, dass er schon 13 ist. Da bin ich eher die Frau vom Papa als die Ersatzmama.

Collien und Charlotte

Jolie: Ihre Männer sind - wie Sie selbst - berühmt. Wie wirkt sich das auf Ihr Leben aus?

Charlotte: Klar, wenn sich zwei bekannte Gesichter zusammentun, wird der Kreis von Leuten, die einen kennen, größer. Es gibt bestimmt viele Türen, die dann aufgehen, oder Tische, die schneller frei werden. Andererseits darf man sich aber auch nicht wundern, wenn draußen Fotografen stehen, wenn man das Restaurant wieder verlässt.

Jolie: Lesen Sie denn die Dinge, die die Presse über Sie schreibt, überhaupt?

Collien: Manchmal geht es gar nicht anders. Man blättert durch eine Zeitschrift und sieht sich plötztlich selbst - ungeschminkt, verpickelt und auf dem Weg vom Frauenarzt. Und man fragt sich: Woher wissen die, wo mein Frauenarzt ist? Das ist echt gruselig.

Charlotte: Ich kriege das gar nicht so mit, weil ich bewusst keine Klatsch-Magazine lese. Das ist mir alles zu viel Ballast.

Jolie: Charlotte, Sie waren kürzlich mit Baby auf Sidos Tour dabei. Wie kam es dazu?

Charlotte: Der Papa wäre sonst sehr traurig gewesen, wenn er nach zwei Monaten nach Hause kommt, und der Kleine krabbelt ihm auf einmal entgegen. Und es ist ja nicht so, dass wir mit 36 Mann in einem Bus sitzen. Wir haben einen kompletten Nightliner für uns - mit Zimmer für die Nanny, Bad und Küche. Das ist wie eine kleine Wohnung, da könnten wir auch ganz einziehen (lacht).

Collien: Ihr packt dann echt alles ein und seid wochenlang im Bus unterwegs?

Charlotte: Ja, alles! Ich liebe das. Als Kind war ich auch immer unterwegs - genauso wie mein Mann übrigens. Meine Familie ist immer von Stadt zu Stadt und Land zu Land gereist. Wir hatten nie eine ruhige Bleibe, deshalb bin ich das nicht anders gewohnt.

Collien: Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Mein Mann will auch immer, dass ich ihn zu seinen Drehs begleite. Aber ich bleibe lieber zu Hause und arbeite Papierkram ab. Mir tut Beständigkeit einfach gut.

Jolie: Wie meinen Sie das?

Collien: Ich hätte gerne einen geregelteren Alltag. Mit der Schauspielerei kann man nie das Jahr durchplanen, mal ist man da, mal da. Das nervt, auch emotional! Man schließt die Leute am Set ins Herz, und auf einmal ist alles wieder vorbei. In meiner Idealvorstellung habe ich immer die gleichen Leute um mich und mache immer das Gleiche.

Charlotte: Meine Beständigkeit liegt darin, dass ich mit meiner Familie zusammen bin. Sie ist mein Ruhepol - egal, ob wir gerade in Kiel, Hamburg oder in München sind.

Collien und Charlotte

Jolie: Charlotte, kurz nach der Entbindung hatten Sie schon wieder ein Sixpack. Haben Sie einen Geheimtipp gegen die Babypfunde?

Charlotte: Ich war nicht gerne schwanger, weil ich 21 Kilo zugenommen habe und keinen Sport mehr machen konnte. Das war auch eine Umstellung für den Kopf. Deshalb habe ich ein Programm für Mütter entworfen, zu sehen unter month11.de. Jetzt bin ich fitter als vorher, auch wenn das bis zu fünfmal Training pro Woche bedeutet.

Collien: Ich habe es in der Schwangerschaft genossen, dicker zu sein. Zum ersten Mal war ich zufrieden mit meiner Figur - sonst fnde ich mich zu dünn. Ich muss extrem reinhauen, um normal auszusehen. Ich esse sogar um Mitternacht, damit es ansetzt. Das ist ganz schön anstrengend.

Jolie: Was finden Sie an sich besonders sexy?

Collien: Ich mochte die Extra-Kilos während und nach der Schwangerschaft.

Charlotte: Meinen Mann (lacht).

Jolie: Und was an Ihren Männern?

Charlotte: Den Hintern.

Collien: Das Gesamtpaket.

Charlotte: (Lacht laut) Ich auch, ich auch!

Was hinter den Kulissen des "Jolie trifft"-Interviews passierte und worüber sich Collien und Charlotte so sehr amüsierten, seht ihr in diesem Video!

Jolie trifft: Charlotte Würdig und Collien Ulmen-Fernandes

Jolie trifft: Charlotte Würdig und Collien Ulmen-Fernandes
Zwei Mütter unter sich: Charlotte Würdig und Collien Ulmen-Fernandes sprachen in der aktuellen JOLIE 05/14 über schlaflose Nächte, Schwangerschaftspfunde und ihre berühmten Ehemänner, Sido und Christian Ulmen. Wir zeigen euch einen kurzen Einblick hinter die Kulissen des "Jolie trifft"-Interviews und verraten euch, worüber sich Collien und Charlotte amüsierten.
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