Laues Lüftchen statt steife Brise – Körperliche Ursachen für Erektionsstörungen

- Du warst mit deinem Liebsten romantisch essen, alles spricht für eine leidenschaftliche Nacht. Kerzenlicht, schöne Musik, Und dann das: Sinkflug bei seinem besten Stück. Bevor du jetzt seine mangelnde Standfestigkeit persönlich nimmst, vielleicht sogar an seiner Treue zweifelst, lies diesen Artikel. Es könnte nämlich gut sein, dass eine körperliche Ursache hinter seinen Erektions-Problemen steckt: Eine Entzündung der Prostata, medizinisch „Prostatitis“ genannt.

So eine Entzündung der Prostata ist gar nicht mal so selten. Immerhin die Hälfte aller Männer haben in ihrem Leben irgendwann damit zu kämpfen. Und damit sind nicht nur ältere Herren gemeint. Eine Prostatitis kommt bei Männern mit 20 Jahren genauso vor, wie mit 40. Die Dunkelziffer ist groß. Wer weiß, wie ungern Männer zum Arzt gehen, wie groß der Leidensdruck sein muss, bis sie endlich die Praxis aufsuchen, hat eine ungefähre Vorstellung. Und hier geht es noch um sein wertvollstes Körperteil, gleich nach dem Kopf natürlich. Dabei wäre es wirklich sinnvoll, einen Mediziner aufzusuchen. Denn eine Prostata-Entzündung gehört zu den Krankheiten, die gut behandelt werden kann. Und dann sollte es auch mit der Potenz wieder klappen.

Wo sitzt die Prostata überhaupt und was ist ihre Aufgabe?

Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist eine kleine Drüse, ungefähr kastaniengroß, die bei Männern direkt unter der Blase sitzt. Zusammen mit den Hoden – und jetzt wird’ s spannend – gehört sie zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes. Ihre wichtige Aufgabe ist es nämlich, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren, in der sich die Spermien möglichst fit und beweglich auf den Weg zur Eizelle machen können. Im Alltag hat sich sicher kaum eine Frau Gedanken über die Drüse samt ihrem merkwürdigen Namen gemacht. Warum auch, schließlich ist die Prostata reine Männersache und im Gegenzug wollen Männer ja auch nicht über die Funktionsweise unserer Eierstöcke im Bilde sein. Und doch, manchmal lohnt es sich, mehr über die körperlichen Besonderheiten des starken Geschlechts zu wissen. Dann nämlich, wenn uns dieses Wissen hilft, unseren Schatz zu überzeugen, dass es Zeit ist, unbedingt zum Arzt zu gehen. Wie im Fall einer Entzündung der Prostata, zum Beispiel, denn die sollte man unbedingt vom Urologe abklären lassen.

Was ist eine Prostata-Entzündung und welche Beschwerden kann sie machen?

Klagt dein Partner über Schmerzen im Unterbauch, muss ungewöhnlich oft Wasser lassen, aber nur in kleinen Mengen? Hat er Erektions-Schwierigkeiten und vielleicht sogar Schmerzen beim Samenerguss? All das spricht dafür, dass seine Prostata nicht in Ordnung ist. Grob zusammengefasst gibt es zwei unterschiedliche Prostata-Entzündungen. Eine bakterielle Infektion und eine abakterielle Form, die, wie der Name schon sagt, nicht durch Bakterien hervorgerufen wird. Beide müssen unterschiedlich behandelt werden. Um das sicher abzuklären, sollte dein Partner unbedingt zum Urologen gehen.

Was passiert beim Arzt?

Die unter Männern, aber auch Medizinern, salopp als „Hafenrundfahrt“ bezeichnete Untersuchung, gehört zu den Standarduntersuchungen bei Verdacht auf eine entzündete Prostata. Mal im Vertrauen, es gibt Dinge, die schöner sind, als sich vom Arzt vom Enddarm aus die Prostata betasten zu lassen – aber das musst du deinem Partner ja nicht verraten. Ist die Prostata geschwollen und reagiert bei der Untersuchung auf vorsichtigen Druck schmerzhaft, spricht das sehr für eine Entzündung. Eine Ultraschalluntersuchung bestätigt meist den ersten Verdacht.

Wie behandelt man eine Prostatitis?

Für die weitere Behandlung ist wichtig, der Ursache der Entzündung auf den Grund zu gehen. Der Arzt wird also zunächst erst einmal klären, ob Bakterien, wie der Darmkeim „Escherichia Coli“, Auslöser für die Entzündung sind. Urin-, Blut- und eventuell Sperma-Proben geben eindeutige Auskunft. Sind wirklich Bakterien im Spiel, was äußerst selten ist, wird eine mehrtägige Behandlung mit Antibiotikum notwendig.

In 90 Prozent aller Fälle wird eine Entzündung der Prostata allerdings nicht durch Bakterien verursacht. Die sogenannte antibakterielle Entzündung trifft Männer meist in Lebensphasen, in denen sie sich beruflich und privat stark unter Druck setzen. Problematisch wird es insbesondere dann, wenn sie ihre Überforderung nicht erkennen, sich keine Pause gönnen und meinen, immer weiter auf der Überholspur fahren zu müssen. Wer so lebt, für den ist das Risiko von Krankheiten natürlich größer, und dazu gehört auch die Entzündung der Prostata.

Steht fest, dass dein Partner eine solche nichtbakterielle Infektion hat, wird sich die Therapie darauf konzentrieren, seine Schmerzen zu beseitigen. Dafür kommen entzündungshemmende Mittel in Frage. Daneben können pflanzliche Prosturol Zäpfchen dabei helfen, die durch entzündliche Schmerzen verkrampfte Prostata zu entspannen.

Wenn die Männer bloß nicht immer so verkrampft beim Thema „Zäpfchen“ regieren würden. Hier ist wieder etwas Überzeugungsarbeit von uns Frauen nötig. Das Einführen dieses kleinen Zäpfchens ist wirklich total easy, verglichen mit all den negativen Folgen einer Prostatitis. Ein einziges Zäpfchen vorm Schlafengehen, und das als einmonatige Kuranwendung, kann mithelfen, die Verkrampfungen abklingen zu lassen. Dafür muss er dann eben mal über seinen Schatten springen. Und dann stehen die Chancen nicht schlecht, auch wieder im Bett seinen ganzen Mann zu stehen. Das sollte ihm die Sache wert sein.