Slow Fashion: „The new normal“ in der Modewelt?

Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und bewussterer Konsum – Schlagworte, die heute immer wichtiger werden. Dies gilt auch für den Modebereich. Die Folge: Immer mehr Menschen kehren der schnelllebigen Modewelt den Rücken. Nach einer YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2021 ist zumindest für 15% aller Kunden der ökologische Fußabdruck beim Kauf von Kleidung ein wichtiges Auswahlkriterium. Zusätzlich fällt auf: Deutsche finden Nachhaltigkeit im europäischen Vergleich überdurchschnittlich wichtig. Wird damit Slow Fashion zum „New Normal“ in der Branche? Und wenn ja, welche Möglichkeiten bestehen heute eigentlich, um nachhaltige Mode zu kaufen?

Zwei Frauen lachen© Getty Images
Slow Fashion erfreut sich wachsender Beliebtheit. Doch was umfasst der Begriff eigentlich und wo lässt sich entsprechende Mode finden?

Der Onlinehandel mit nachhaltiger Mode boomt

Wer sich für Slow Fashion interessiert, findet online heute zahlreiche Händler, die entsprechende Angebote zur Verfügung stellen. Dabei stehen vor allem folgende Aspekte im Vordergrund:

  • Zeitlosigkeit: Zeitlose Mode gibt sich nicht kurzlebigen Trends hin, sondern setzt eher auf Evergreens, die eigentlich nie in den Tiefen des Kleiderschranks verschwinden müssen. Statt extravagant geht es dabei oft eher minimalistisch zu.

  • Nachhaltige Materialien: Ein weiterer wichtiger Punkt sind die verwendeten Materialien. So spielt Leinen bei Slow Fashion eine wichtige Rolle. Ob nun lässige Leinenkleider, lockere Leinenhosen oder Leinenblusen – hier bleiben keinerlei Wünsche offen. Weitere Materialien im Bereich Slow Fashion: Jersey, Hanf, Bio-Baumwolle und Wolle.

  • Langlebigkeit: Die Kleidung soll möglichst lange halten. Aus diesem Grund spielt eine hochwertige Verarbeitung eine wichtige Rolle. Nur so lässt sich gewährleisten, dass die Kleidungsstücke nicht allzu schnell wieder durch neue Mode ersetzt werden müssen. Ebenfalls wichtig: Die Kleidung soll bei Beschädigungen leicht zu reparieren sein.

Die Tatsache, dass immer mehr Menschen Nachhaltigkeit beim Kauf von Mode wichtig ist, sorgt für eine positive Entwicklung: Der Handel in diesem Segment floriert. Zusätzlicher Nebeneffekt: Es wird immer mehr Slow Fashion produziert, was die Auswahl entsprechend erhöht.

Second Hand: Ein weiterer Grundpfeiler von Slow Fashion

Auch der Second Hand-Gedanke spielt im Bereich Slow Fashion eine wichtige Rolle. Warum sollte ausrangierte Kleidung weggeworfen werden, wenn sie für andere Menschen noch gut passt? Die oben zitierte YouGov-Umfrage zeigt auch hier ein wachsendes Bewusstsein: Gaben 2019 noch 22% der Befragten an, alte Mode an Second-Hand-Geschäfte zu übergeben, lag der Anteil im Jahr 2021 schon bei 24%.

Ein weiterer Vorteil: Der Second-Hand-Bereich eignet sich auch für die Verlängerung der Lebensdauer von Fast Fashion. So kann also die gesamte Modebranche etwas nachhaltiger werden und Käufer kommen günstiger an interessante Mode.

Was sind die Grundsätze im Bereich Slow Fashion?

Slow Fashion baut auf 5 verschiedenen Grundsätzen auf:

  1. Biologisch

Hierbei geht es darum, die Rohstoffe kontrolliert biologisch anzubauen. Zusätzlich spielt auch die Schonung des Bodens eine wichtige Rolle, was einen entsprechenden Fruchtfolgenwechsel miteinschließt.

  1. Faire Arbeitsbedingungen

Die Herstellung der Kleidung erfolgt unter fairen und sicheren Arbeitsbedingungen. Zusätzlich wird Kinderarbeit dabei ausgeschlossen.

  1. Ökologische Herstellung

Beim Anbau werden keine giftigen Chemikalien verwendet. Auch die Kleidung selbst wird nicht mit entsprechenden Substanzen behandelt.

  1. Transparenz

Der Verbraucher muss zurückverfolgen können, wo das Produkt herkommt. Hierbei ist es wichtig, dass die Kontrolle über alle Stufen im Produktionsprozess hinweg möglich wird. Nur so lässt sich sicherstellen, dass am Ende auch wirklich ein nachhaltiges Produkt vorliegt.

  1. Innovative Ansätze

In diesem Zusammenhang geht es vor allem darum, neueste Technik zu verwenden, um die Herstellung noch nachhaltiger zu machen. Hierbei besonders wichtig: Moderne Technologie zur Reduktion von CO2. Auch Produktionsverfahren zur Schonung von Ressourcen gehören dazu.

Mit Slow Fashion Mode neu leben

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass Slow Fashion noch nicht zum „New Normal“ geworden ist. Glücklicherweise handelt es sich aber auch nicht mehr um eine kleine Nische, sondern wird für viele Kunden immer interessanter. Die Zahl der Menschen, für die Nachhaltigkeit bei Produkten eine wichtige Rolle spielt, wächst stetig weiter.

Dies wiederum führt dazu, dass Slow Fashion immer mehr Zulauf gewinnt und somit das Angebot stetig vielfältiger wird. So lassen sich am Ende noch mehr Menschen begeistern, die die Transformation im Modebereich weiter anschieben. Wer also hochwertige und zeitlose Mode mag, sollte sich die Angebote im Bereich Slow Fashion auf jeden Fall einmal genauer anschauen – es lohnt sich!