Germany's Next Topmodels auf wackeligen Beinen

Am Donnerstag startete die dritte Staffel von Heidi Klums Modelcasting "Germany's Next Topmodel". Ohne Laufsteg-Coach und Drama-Queen Bruce Darnell, dafür mit Casting Director Rolf Scheider. Gleich in der ersten Folge wurde klar: Das kann ja heiter werden!

Topmodel-Kandidatin Gina-Lisa präsentiert ihren "Poppes" bei Philip Plein in Barcelona

Deutschlands Mädchen laufen wieder. Über 18.000 junge Damen sollen sich für die dritte Staffel von "Germany's Next Tomodel" beworben haben, so Heidi Klum zu Anfang der Show. 120 der Nachwuchs-Schönheiten wurden zur näheren Begutachtung in die Sendung eingeladen und mussten sogleich Topmodel-Qualitäten beim "Emotion-Fotoshooting" und Solo-Catwalk demonstrieren.

Jaja, der Catwalk - der scheint die schwierigste Übung für die hoffnungsvollen Kandidatinnen zu sein. Da staksen, trampeln und schleppen sich Mädchen über den Laufsteg, die ganz offensichtlich zum ersten Mal in hohen Schuhen laufen und dennoch versichern, Modeln sei "ihr Leben". Leider ist Bruce nicht mehr da, um den leicht grobmotorischen Aspirantinnen das richtige Laufen beizubringen. Statt dessen sitzt Rolf Scheider in der Jury, Inhaber der Pariser Casting-Agentur "Rolf Scheider & Julien Peltier Casting + Production". Rolf ist keine Drama Queen wie Bruce und wird bestimmt nicht in jeder Sendung vor Rührung in Tränen ausbrechen, sympathisch ist er dennoch. Und dass er kein Model-Agent für Modeproduktionen, sondern Casting-Direktor für Werbung ist, zeigt, wo es eigentlich lang geht.

Denn auch wenn die Mädchen von der Laufsteg-Karriere à la Kate Moss und Claudia Schiffer träumen - dazu wird es nicht kommen. Weder Lena Gercke noch Barbara Meier sind echte Fashion-Models wie Gemma Ward , Jessica Stam oder Agyness Deyn . Nicht einmal Heidi Klum ist ein echtes Laufsteg-Model. Ihre Catwalk-Erfahrungen beschränken sich auf "Victoria's Secret", und bei dem jährlich inszenierten Unterwäsche-Spektakel geht es nicht wirklich um alles andere als Mode. Dafür gehört Heidi zu den gefragtesten und bestbezahlten Werbegesichtern der Welt. Also Mädels, freut euch schon mal auf Cover von TV-Zeitschriften und Werbeplakate für C&A! Aber es gibt Hoffnung: Die bayerische Schöne Barbara hat es sogar in die JOLIE geschafft.

Der Weg in die Fashion-Editorials ist jedenfalls noch weit - und führt über endlos lange Laufstege wie den von Jungdesigner Philipp Plein. Dieser schickte 50 Auserwählte in sehr knappen Kleider und zu großen/kleinen Schuhen über den Catwalk in Barcelona. Ein hübsches Spießrutenlaufen mit allerlei halsbrecherischen Einlagen und vielen Popo-Blitzern. Allen voran die sehr blonde Gina-Lisa, die mit Brathendl-Teint und aufgemalten Augenbrauen das leicht prollige Gegengewicht zu dem farblosen und verängstigten Rest der Truppe gibt. Gina-Lisa nahm den unfreiwilligen Striptease auf der Modenschau eher gelassen und wurde mit Weiterkommen belohnt.

Der Messe-Chef, der "Bread & Butter", in deren Rahmen die Show stattfand, zeigte sich jedenfalls bestürzt über die Behandlung der Kandidatinnen. In einer Presseerklärung distanzierte Karl-Heinz Müller sich von der "unwürdigen" Methoden des Senders. So hätten die Mädchen weder zu essen, noch zu trinken, keine Betreuung und nicht genügend Proben bekommen. Er schließt eine weitere Zusammenarbeit zwischen der Trade-Show "Bread & Butter" und "Germany's Next Topmodel" aus.

Jolie.de war in Barcelona dabei, Bilder von der Philipp-Plein-Show gibt es hier!

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