Was ist "Mental Load"? Das steckt hinter dem Burnout der Frauen

Was ist "Mental Load"? Das steckt hinter dem Burnout der Frauen

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie steigt auch die Anzahl an psychischen Erkrankungen. Dazu gehört auch "Mental Load" – eine Form von Burnout, die überwiegend Frauen betrifft.

Burnout bei Frauen
© Pexels
Vor allem berufstätige Frauen und Mütter leiden unter "Mental Load".

Niemals endende To-Do-Listen abhaken, die Organisation des Haushalts aufrecht erhalten und dann auch noch Kinder, Beruf und Partner miteinander vereinbaren: Immer mehr Frauen fühlen sich mit den Aufgaben des Alltags schier überfordert. Im deutschen Sprachraum spricht man seit einigen Jahren von "Mental Load" – einer Art Burnout, die vor allem dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird. Besonders seit dem Ausbruch des Coronavirus im Jahr 2020, leiden immer mehr Frauen an geistigen Belastungserscheinungen, die den Körper und die Psyche angreifen. Doch was genau steckt hinter "Mental Load" – und wie kann man sich davor schützen?

"Mental Load": Wenn der Alltag zur Belastung wird

Von 9 bis 18 Uhr im Homeoffice arbeiten, die Wohnung möglichst sauber halten, für einen vollen Kühlschrank sorgen, leckeres Essen kochen und nebenbei versuchen die Kinder zu bespaßen, aber auch die Bedürfnisse des Partners oder der Partnerin angemessen zu stillen: Was nach absolutem Wahnsinn klingt, ist der Alltag vieler berufstätiger Frauen oder Müttern. Wer sich nach so vielen Aufgaben, die jeden Tag erledigt werden müssen, ständig müde, ausgelaugt und gereizt fühlt, kann nach einiger Zeit an "Mental Load" erkranken – einem Gefühl der inneren Ohnmacht, der auch einen Zustand der Erschöpfung hervorruft.

Zu vergleichen ist dieser psychische Belastungszustand durchaus mit einem Burnout, hier geht es aber nicht um die Belastung im Job, sondern um die Überforderung von alltäglichen Aufgaben, die wir als Frauen oft wie selbstverständlich übernehmen. Gerade im Haushalt trifft man hier auf das ein oder andere Klischee. Die ungleichen Geschlechterverhältnisse sind allgegenwärtig, denn oft sind es die Frauen, die sich im Haushalt besser auskennen, die meisten Aufgaben übernehmen oder Haushaltspläne koordinieren müssen. Wenn dann der Partner auch noch vergisst, den Müll rechtzeitig rauszubringen oder das Bad zu putzen, gehen viele Frauen aus Wut und Überforderung an die Decke. Ein Teufelskreis, der nur durchbrochen werden kann, wenn man erkennt, dass etwas schiefläuft – und sich nicht länger dem Druck, alles selbst zu erledigen, auferlegen möchte.

Wie schützt man sich vor „Mental Load“?

Damit das Organisieren von Terminen, der Haushalt, der Wocheneinkauf oder auch die Kindererziehung nicht hauptsächlich auf euren Schultern lastet, solltet ihr die ungleiche Verteilung mit eurem Partner oder eurer Partnerin besprechen. Beziehungen können nur funktionieren, wenn sie ausgewogen sind – und das gilt auch für Alltagsaufgaben, die oft nebenbei herlaufen. Den ersten Schritt in die richtige Richtung könnt ihr mit einem Selbsttest angehen. Der Mental Load-Selbsttest der Initiative „Equal Care Day“ kann euch helfen, eure Aufgabenbereiche herauszuarbeiten und diese, wenn sie ungleich ausfallen, wieder besser auf euch und euren Partner, eurer Partnerin oder anderen Familienmitgliedern aufzuteilen. 

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