Dolce Vita statt tristem Wintergrau

Dolce Vita statt tristem Wintergrau

Wer geschickt plant, kann in Italien auch in der dunklen Jahreszeit Sonne und Wärme tanken. Wir verraten euch, wie!

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Ja, richtig, der deutsche Winter hat auch seine schönen Seiten. Aber ganz ehrlich – spätestens im Januar durchlebt jeder von uns irgendwann diesen fiesen, ziehenden Fernwehmoment, in dem wir am liebsten alles stehen und liegen lassen möchten, um warme Sonnenstrahlen auf dem Gesicht zu spüren, eine milde Meeresbrise einzuatmen und dem belebenden Rauschen der Brandung zu lauschen. Wir wollen weg, am besten in den Süden, und dem tristen Dauergrau unserer Heimat entfliehen.

Warum also nicht in jenes Land reisen, in dem genau dann die Zitronen blühen, wenn unsere Bäume keine Blätter mehr haben?

Sonnenanbeter treibt es nach Süditalien

Italien ist nach wie vor das Sehnsuchtsland Nummer 1 – und dank günstiger Flugverbindungen auch im Winter einen Kurztrip wert. Allerdings sollte im Voraus geschickt geplant werden. Wer deutliche Klimaunterschiede bemerken möchte, sollte sich den Süden Italiens vorknöpfen.

Etwas Sprachkenntnis ist von Vorteil

Reisende sollten darauf gefasst sein, dass sie in diesen süditalienischen Gefilden zumindest einen Grundstock an Italienisch-Kenntnissen benötigen, um sich ausdrücken zu können. Es ist nicht notwendig, dafür einen mehrwöchigen Volkshochschulkurs zu besuchen. Unkomplizierter sind entsprechende Onlineangebote wie Babbel. Diese benutzerfreundlich aufgebaute Sprachlern-App ermöglicht das Erlernen der wichtigsten Italienisch-Vokabeln und Grammatikregeln anhand praxisbezogener Lektionen. Durch die realitätsnahen Beispiele ist das neu erlangte Wissen unmittelbar anwendbar. Das funktioniert auch direkt vor Ort, wenn unverhofft die Sprachbarrieren aufeinander krachen und rasch Hilfe benötigt wird. Babbel fungiert dann als dein virtueller Reisebegleiter.

Geschickte Planung garantiert erfüllte Urlaubsträume

Auch unteren Bereich des Stiefels gilt es, genau hinzuschauen bei der Reiseplanung.

Zum einen gibt sich das im Sommer so zahme und friedliche Mittelmeer in der kalten Jahreszeit gerne rau und wild. Heftige Stürme sind keine Seltenheit, und auch jenseits der Wetterkapriolen ist mancherorts mit einem kühlen Wind zu rechnen, der den ersehnten Cappuccino im Freien zu einer ungemütlichen Angelegenheit verkommen lassen kann.

Ungeschützte Küstenstriche sollten Sonnensuchende deshalb im Winter besser meiden – selbst in Sizilien kann sich ein Strandspaziergang dann anfühlen wie ein Herbsttag an der Nordsee. Außerdem wirken viele der Badeorte, in denen im Sommer reges Treiben herrscht, im Winter wie ausgestorben, und die meisten Cafés und Pizzerien haben abseits der Hauptsaison geschlossen. Trotzdem profitieren Urlauber von reduzierten Preisen in der Nebensaison. Reiseanbieter wie Expedia bieten in den Wintermonaten zusätzlich Rabatte an, um frierende Deutsche ins Ausland zu locken. Vor der Buchung lohnt ein schneller Blick auf Portale wie Sparwelt, um die Reisekasse etwas zu entlasten.

Mondän, lieblich und pittoresk: die sagenumwobene Amalfi-Küste

Doch zum Glück gibt es die Amalfiküste. Schon im 19. Jahrhundert flüchteten jene gut betuchten Bürger, Künstler und Adelige, die es sich leisten konnten, über den Winter in die pittoresken Örtchen im Schutze des weißen Lattari-Gebirges. Sie genossen dort nicht nur die mediterrane Wärme und gesundheitsfördernde Meeresluft, sondern auch die unvergleichliche, spektakuläre Steilküste rund um Sorrent, Positano, Amalfi und Ravello.

Was im Sommer zum Fluch wird, ist hier im Winter ein echter Segen: Die engen Gassen und kleinen Buchten, in der Hauptsaison gnadenlos überfüllt, verwandeln sich dank der hohen Mauern und Felsen in willkommene „Wärme-Oasen“. Baden ist zwar nur etwas für hartgesottene Zeitgenossen, doch es ist durchaus möglich, in den Vormittags- und frühen Nachmittagsstunden am Strand zu liegen und sich gepflegt die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen – und natürlich kann auch mal mutig der große Zeh in die Wellen gestreckt werden.

Das Wandeln in den Einkaufsgassen gelingt herrlich entspannt und geht garantiert ohne unfreiwilligen Körperkontakt vonstatten; in den Bars und Pizzerien findet sich immer ein freier Platz und das italienische Essen ist bekanntlich das gesamte Jahr über durchweg verführerisch.

Salerno ist als Ausgangspunkt für das Erkunden der Küste ideal; hier herrschen auch im Winter quirliges Leben und die Einkaufsmöglichkeiten sind paradiesisch. Angenehmer Nebeneffekt: Die Preise für Mode, Schmuck und Schuhe fallen wesentlich günstiger aus als in Norditalien.

In Apulien das authentische, urige Süditalien erleben

Auch das ursprünglichere und streckenweise noch unerschlossenere Apulien ist im Winter eine Überlegung wert. Hier finden sich urige Bergdörfer, in denen die Zeit stehengeblieben ist und die jenes Italien widerspiegeln, das man in Hochglanzkatalogen vergeblich sucht: echt, authentisch und auf herbe Weise faszinierend. Wer Land und Leute kennenlernen möchte, ist in der apulischen Bergwelt also an der richtigen Adresse. Mit einem Leihwagen lassen sich selbst die abgelegensten Orte und Kulturstätten ansteuern – etwa Überreste von antiken Tempeln oder die so genannten Trulli, Grabhügel der Etrusker.

Auf der Vulkaninsel die Zitronenblütezeit genießen

In Sizilien, dem südlichsten Zipfel Italiens, kann man in den beliebten Küstenorten relativ sicher sein, mit Englisch und Deutsch problemlos durchzukommen. An den Badestränden hat eine Großzahl der Hotels und Restaurants den Winter über jedoch geschlossen, weshalb es hier mancherorts einsam werden kann.

Die großen Kulturstätten und Museen hingegen sind ganzjährig geöffnet und auch der Ätna macht keine Winterpause.

Dank der zahlreichen Palmen und Sukkulenten lockt Sizilien außerdem mit einer immergrünen Vegetation und die Zitronen- und Orangenbäume bringen gerade jetzt ihre schönsten Früchte und Blüten hervor.

Ein echter Geheimtipp ist das Örtchen Taormina an der Ostküste, das von Ferne aussieht, als habe ein Riese die Häuser an den Berg geklebt. Hier oben reiht sich ein Luxushotel an das andere und fast alle bieten einen Panoramablick, der seinesgleichen suchen muss. Von ihren windgeschützten Terrassen und Loggias aus wird selbst ein züchtiger Wintersturm zum willkommenen Naturschauspiel, bei dem die Palmen sich dramatisch im Wind biegen und weiße Gischt das Türkisblau des ionischen Meeres schmückt.

Italien begeistert eben das ganze Jahr über - man muss nur wissen, wo.

dänemark hafen bei nacht
Darum sind der Herbst und Winter so perfekt für einen entspannten Aufenthalt mit Wellness-Faktor im Norden geeignet. Weiterlesen
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