Ständig am Handy? Die besten Tipps, um das Smartphone bewusster zu nutzen

Ständig am Handy? Die besten Tipps, um das Smartphone bewusster zu nutzen

Durchschnittlich besitzt jeder Bundesbürger rund 1,4 Handys. Ein Leben gänzlich ohne Handy ist für die meisten von uns nur schwer vorstellbar. Sobald das Smartphone blinkt, schauen viele augenblicklich drauf. Doch lässt sich dieses Verhalten eigentlich noch als gesund einstufen

handy smartphone
© PixabayTagsüber ist es legitim, oft auf das Smartphone zu gucken. Abends im Schlafzimmer sollte das Handy allerdings nicht als hauptsächliche Beschäftigung dienen.

Warum nehmen sich viele Menschen keine digitale Auszeit mehr? Falls diese Fragen jetzt zum Grübeln anregen, lohnt es sich, einige der nachfolgenden Tipps auszuprobieren. Teilweise sind Smartphones an sich sogar hilfreich dabei, weniger und dafür qualitativ Zeit am Handy zu verbringen.

Spezielle Apps nutzen

Eine Handysucht im klassischen Sinne gibt es laut dem Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz nicht. Studien zufolge leidet jedoch schätzungsweise ein Prozent aller Personen zwischen 14 und 64 Jahren an Internetsucht. Solche Betroffenen neigen dazu, nach bestimmten Aktivitäten süchtig zu sein. Dazu gehören etwa Spiele, soziale Netzwerke, Online-Shopping oder Kommunikationsmöglichkeiten. Ein abhängiges Verhalten tritt dann ein, sobald Betroffene gedanklich vom Smartphone vereinnahmt sind. Eine Abhängigkeit ist auch dann gegeben, wenn Nutzer nervös oder aggressiv reagieren, sobald sie das Handy nicht griffbereit wissen. Nicht selten zieht der übermäßige Konsum laut Angaben der Uni Heidelberg körperliche Beeinträchtigungen oder seelische Beschwerden nach sich.

Um selbst aktiv etwas für eine bewusstere Nutzung zu tun, helfen eine Reihe einfacher Maßnahmen. Dabei spielt unter anderem eine Auswahl an Apps eine wichtige Rolle. Selbst wer nur ein Mittelklasse Smartphone nutzt, kann sich Apps herunterladen, mit welchen man die Nutzungszeit einschränken kann. Mithilfe dieser Apps lassen sich Pausen oder auch Tageslimits festlegen. Auch für Eltern sind Apps wie „Moment“, „Offtime“ oder „Screen Time“ interessant, um das Nutzungsverhalten von Kindern zu überblicken

Nur wichtige Apps installieren

In Sachen Apps gilt selbst bei den neusten Produkten einmal mehr: weniger ist mehr. Damit das Handy nicht zum Beziehungskiller erwächst, sollten ausschließlich wichtige Apps darauf zu finden sein. Was nicht zwingend gebraucht wird, kann ohne schlechtes Gewissen deinstalliert werden. Ein netter Nebeneffekt besteht im freien Speicherplatz, der sich beispielsweise für erstklassige Fotos nutzen lässt.

Benachrichtigungen deaktivieren und Smartphone stumm schalten

Manchmal sind die kleinen, aufploppenden Symbole im Alltag äußerst praktisch. Etwa dann, wenn wichtige E-Mails oder Nachrichten binnen Sekunden abrufbar sind. Leider bleibt es oftmals nicht dabei, da News und andere Meldungen ebenfalls zum Lesen verleiten. Meistens besteht jedoch die Möglichkeit, diese Benachrichtigungen bewusst auszuschalten. Um einen selbstbestimmten Start in den Tag zu haben, ist es ebenfalls anzuraten, nicht dringliche Meldungen zu deaktivieren. Diese Vorgehensweise hilft dabei, sich in wichtigen Situationen auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Handyfreie Zeit nach dem Feierabend einrichten

Ist es nicht sinnvoll, dem eigenen Smartphone auch Feierabend zu gönnen? Handyfreie Zeiten sind sehr erholsam, um von digitalen Geräten zu „entgiften“. Diese Feierabende machen es möglich, mit sich selbst, dem Partner oder Freunden viel „Quality Time“ zu verbringen. Vorab ist es ratsam, alle anderen über die „handyfreie“ Zeit zu informieren.

Junges Mädchen immer am Handy
© PixabayManchmal hilft es, den „Online“-Status in den sozialen Netzwerken auszuschalten. So entsteht keine Hektik, sofort auf eine Nachricht antworten zu müssen.

Aktivitäten im Graumodus

Eines der größten Vorteile moderner Smartphones ist ihre schier unbegrenzte Farbpalette. Umso ungewohnter macht sich der reduzierte Graumodus bemerkbar. Mit ihm gehen die kleinen Benachrichtigungssymbole unter. Auch Spiele oder Fotografien wirken in der grauen Ansicht längst nicht mehr so ansehnlich. Es kann sich also lohnen, ab und an den Graumodus in der Eingabe- oder Bedienhilfe zu aktivieren.

Wecker und Armbanduhren nutzen

Für viele Betroffene ist das eigene Smartphone längst zu einem adäquaten Ersatz für Wecker und Armbanduhr geworden. Während der handyfreien Zeit gilt: Schluss damit! Ein im Schlafzimmer positionierter, gesonderter Wecker verleitet nicht dazu, morgens sofort auf das Smartphone zu schauen. Dasselbe Prinzip gilt tagsüber für die altbewährte Armbanduhr. Sie ist eine nützliche Alternative, um im Laufe des Tages nicht alle paar Minuten das Smartphone zu zücken.

Kompliziertes Passwort überlegen

Viele moderne Smartphones lassen sich nur mit einem Zugangscode entsperren. Ob Zahlen oder Zeichen: Je komplizierter der Code, desto weniger Muße, diesen ständig einzutippen. In manchen Fällen kann es hilfreich sein, sich diesen Code auf Papier aufzuschreiben.

Soziale Netzwerke zeiteffizienter nutzen

Nicht immer ist es richtig, alle sozialen Netzwerke rigoros vom Handy zu verbannen. Besser ist es, das eigene Verhalten in diesem Punkt kritisch zu hinterfragen. Wer es sich gestattet, soziale Netzwerke bewusster zu nutzen, kann viel verbessern. Folgende Tipps sind hierbei hilfreich:

  • Soziale Netzwerke anstelle mit einer App im Internet Explorer aufrufen. Es ist mühsam und umständlich, die Zugangsdaten jedes Mal erneut einzugeben. Folglich lässt das Verlangen, ständig auf Facebook zu stöbern, allmählich nach.

  • Es gilt insbesondere bei Chats zu prüfen, ob diese wirklich wichtig sind. Nicht jede Nachricht ist so wichtig wie die andere. Oftmals handelt es sich um belanglose Gespräche, die sich ohneProbleme zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen lassen. Idealerweise lässt sich hierfür ein festes Zeitfenster, in dem alles gelesen wird, reservieren.

  • Länger nicht genutzte Chats lassen sich archivieren. So bleibt der Verlauf erhalten, ohne dass die Chats wichtige Gespräche aus dem Sichtfenster drängen. Je weniger aktive Chats in der Startansicht vorhanden sind, desto übersichtlicher ist der Verlauf. Folglich muss weniger Zeit investiert werden, um ein Gespräch wiederzufinden.

Handy auf kurzen Wegen nicht bei sich haben

Es ist in Ordnung, das eigene Handy nicht auf allen Wegen mitzunehmen. Beim Sport oder bei einem kurzen Spaziergang ist es nicht notwendig, sofern keine dringlichen Anrufe anstehen. Stattdessen ist es ein befreiendes Gefühl, auch einmal nicht ständig erreichbar zu sein.

Frau liegt im Gras und liest ein Buch
© PixabayÖfter Bücher statt soziale Netzwerke: Schon ein Kapitel täglich reicht aus, um die eigene Lebensqualität zu verbessern.

Alternativen für unterwegs suchen

Viele Großstädter vertreiben sich ihre Zeit in U-Bahnen häufig, indem sie am Handy daddeln. Dabei ist der Griff zum Smartphone in der Straßenbahn nicht alternativlos. Wie wäre es, sich stattdessen mit dem Sitznachbarn zu unterhalten? Unbekannte Ecken der Stadt beim Vorbeifahren zu entdecken? Oder sich mit der Nase voran in ein spannendes Buch oder eine aktuelle Tageszeitung zu vertiefen? Leseratten haben in dieser Hinsicht sowieso eindeutig die Nase vorn: Wissenschaftler der Yale University fanden heraus, dass gelegentliche Leser oder Vielleser erheblich länger leben als Nichtleser. Auch auf Körper und Geist wirkt sich das Lesen positiv aus. Es verringert den Stress und steigert zugleich die emotionale Intelligenz.

Lade weitere Inhalte ...