28. August 2020
Natürlich gebettet: Wie ihr euer Bett wohngesund ausstattet

Natürlich gebettet: Wie ihr euer Bett wohngesund ausstattet

Erholsamer Schlaf trägt maßgeblich zu unserem Wohlbefinden bei. Um ihn zu fördern, solltet ihr die Auswahl von Matratze und Bettwäsche sorgfältig treffen. Sie haben maßgeblichen Einfluss auf eure Nachtruhe. Wir stellen empfehlenswerte Materialien vor.

Frau liegt im Bett Matratze
© Pexels

Die Schlafqualität hängt stark von den Betten ab. Sind sie allgemein unbequem, blockieren den Feuchtigkeitsausgleich oder verursachen durch mangelnde Stützkraft Rückenschmerzen, leidet das Wohlbefinden. Minderwertige Schlafunterlagen können auf Dauer sogar zu Haltungsschäden, Verspannungen, Schmerzen und Bandscheibenproblemen führen. Auch Kopfschmerzen, ständige Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sind Anzeichen für Schlafprobleme. Um derartigen Beschwerden vorzubeugen und am Morgen möglichst erholt aufzuwachen, solltet ihr bereits beim Kauf der Matratze kritisch auf dessen Eigenschaften achten.

Formstabile Matratze für wohltuenden Schlaf

Viele minderwertige Matratzen weisen ihn auf – den Hängematteneffekt. Gemeint ist damit die mangelnde Stützkraft von Matratzen, welche dazu führt, dass sie regelrecht durchhängen. Die Folgen für den Körper können verheerend sein, weil beispielsweise die Halswirbel überdehnt werden und die Lendenwirbel in einer unnatürlichen Form positioniert sind. Der Hängematteneffekt tritt besonders häufig bei flächenelastischen Matratzen auf wie beispielsweise Bonnellfederkernmatratzen. Aber auch ausgediente Modelle können Liegekuhlen aufweisen. Zudem muss die Schlafunterlage dem Körpergewicht gerecht werden, da es auch bei zu hohem Gewicht an Formstabilität mangeln kann. Grundsätzlich gibt es nicht den einen Matratzentyp für alle. Jede Variante bringt Vor- und Nachteile mit, die es anhand des persönlichen Bedarfs abzuwägen gilt – ob Schaumstoff, Latex oder Federkern. Wir haben die wichtigsten Fakten für euch arrangiert:

unterschiede matratze

Für einen natürlichen Schlafplatz sind Matratzen aus 100 % Naturlatex ideal. Das Material, auch Naturkautschuk genannt, wird aus Kautschukpflanzen gewonnen und ist damit natürlich. Latexmatratzen erschweren mit ihrem Gewicht zwar das Wenden und Beziehen, lagern den Körper dank ihrer guten Punktelastizität aber rückenschonend. Gegenüber Ausführungen aus Synthese-Latex ist die Belüftung des Betts bei Naturlatex deutlich besser.

Neben einer guten Punktelastizität sollten Matratzen während der Nacht eine konstante Formstabilität gewährleistet. Nur dann gestaltet sich der Schlaf durchgehend erholsam. Weitere Tipps zum Matratzenkauf:

  • Müssen frei von Flammschutzmitteln, Weichmachern und Pestiziden sein.

  • Hohe Preise sind kein Qualitätsmerkmal. Viele von der Stiftung Warentest gut bewertete Produkte kosten nur wenige Hundert Euro.

  • Beim Härtegrad gibt es keine Norm. Das bedeutet, dass sich Härtegrad 2 bei verschiedenen Herstellern unterschiedlich anfühlen kann. Probeliegen ist deshalb ein Muss.

  • Jede Person sollte ihre eigene Matratze nutzen.

Bettdecken – Natur pur für luftig leichtes Schlafgefühl

Wie die Matratze ist die Bettdecke entscheidend für ein angenehmes Schlafklima. Wird die Füllung dem persönlichen Empfinden nicht gerecht, wird es im Bett ungemütlich. Für heiße Sommer werden gern Bettdecken aus Baumwolle, Leinen oder Seide angeboten, weil sie einem Hitzestau vorbeugen und leicht kühlen. Für kalte Winternächte hingegen sind Daunendecken die richtige Wahl. Hinsichtlich des Wärmevermögens können pflanzliche Materialien nicht mit Daunen mithalten. Einen besonderen Kompromiss bieten Kamelhaar-Bettdecken. Im Bereich Naturhaardecken handelt es sich dabei um einen regelrechten Alleskönner. Das Material nimmt Feuchtigkeit sehr gut auf, gibt sie aber auch schnell wieder ab, was das Schlafklima trocken und überaus positiv macht. Zudem ist Kamelhaar temperaturregulierend und in jeder Jahreszeit verwendbar. Es kühlt im Sommer und wärmt in den Wintermonaten. „Damit sich die Füllung nicht verschiebt, sollte man sich am besten für eine Steppdecke beziehungsweise ein Steppbett entscheiden. Hier verrutscht die Füllung nicht, da sie sich in eingenähten Kammern befindet“, rät die Redaktion des unabhängigen Ratgebers unter www.bettdecke.org. Bei erfahrenen Herstellern wird Kamelhaar während des Produktionsprozesses sorgfältig vorbereitet und zu einem gleichmäßigen Vlies verarbeitet. Für die Gewinnung von Kamelhaar müssen Kamele weder gekämmt noch geschoren werden. Die Haare fallen ohne menschliches Zutun aus und werden eingesammelt. Dennoch ist beim Kauf von Produkten mit tierischen Bestandteilen stets ein kritischer Blick auf die Herkunft wichtig.

Gut zu wissen: Die Wärmeklassen 1 bis 5 erleichtern die Kaufentscheidung. Decken mit Wärmegrad 1 sind für den Sommer vorteilhaft, Alternativen mit Wärmegrad 5 für den Winter.

Kissen – Nackenstützkissen beugen Nackenschmerzen vor

Weil die beste Matratze hinsichtlich der Entlastung von Bandscheiben wenig bringt, wenn das Kissen Fehlhaltungen verursacht, erfordert der Kauf auch hier Sorgfalt. Auch in diesem Bereich ist Naturlatex ein beliebtes Material für wohngesundes Einrichten. Die Stützkraft ist sehr gut, sodass der Kopf bestens gelagert wird. Auch Allergikern kommt Naturkautschuk zugute, weil es für Hausstaubmilben keine guten Bedingungen zum Vermehren bietet. Eine Alternative stellt Lyocell dar. Die aus Cellulose industriell gefertigte Faser begeistert mit temperaturausgleichenden Eigenschaften und einer hervorragenden Atmungsaktivität. Lyocell ist optimal für Allergiker, die schneller schwitzen und sich ein pflegeleichtes Material wünschen.

Nackenstützkissen sind für rückenfreundliches Liegen ratsam. Die Schultern liegen nicht auf dem Kissen, sondern auf der Matratze. Lediglich Hals und Kopf haben Kontakt mit den Kissen. Diese Position trägt zu einer gesunden Lagerung der Wirbelsäule bei. Allerdings kann nicht jedes Angebot überzeugen. Wer umstrittene Inhaltsstoffe und Qualitätsmängel vermeiden möchte, muss genau hinschauen. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat zehn Nackenstützkissen getestet und die Ergebnisse unter www.oekotest.de veröffentlicht.

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