Nachhaltiges Wohnen – Wenn die Lebensweise den Planeten schützt

Ökologisches, nachhaltiges Wohnen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wer heute Anschaffungen wie Möbel für Haus oder Wohnung plant, Accessoires kauft oder auch Baustoffe für das neue Eigenheim aussucht, setzt andere Maßstäbe als frühere Generationen.

junge Frau am Laptop© Pexels.com, Vlada Karpovich
Wege für ein nachhaltigeres Leben als persönliche Inspiration.

Nachhaltiges Wohnen bedeutet nicht die Abkehr von Design oder Funktionalität, sondern berücksichtigt zusätzlich verantwortungsbewusstes Handeln bezüglich Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz. Wesentliches Ziel solchen Handels ist es, den vom Menschen schon über die Maßen beanspruchten Planeten mit Blick auf folgende Generationen nicht noch weiter „auszulaugen“ und zu schädigen.

Grundherausforderung einer neuen Sichtweise

Bisher haben die Bereiche Design und Nachhaltigkeit nicht wirklich zusammengehört. Sie sind vielmehr ein Beispiel für zwei Richtungen, die bis jetzt in jeweils eigenen Dimensionen existierten. Würde man eine Designerin und einen Umweltschützer bitten, die Welt aus ihrer jeweiligen Perspektive zu beschreiben, entstünden zwei unterschiedliche Bilder. Ursächlich für die stark differierenden Beschreibungen ist, dass die erlernte Art, Zusammenhänge zwischen Gegebenheiten oder einen einzelnen Gegenstand zu betrachten, vermutlich vollkommen unterschiedlich waren.

Tamara Haag, Einrichtungsexpertin sowie Gründerin und Geschäftsführerin von Livom, sagt dazu: „Wichtig ist heute, dass Design nicht mehr nur ansprechend und hochwertig ist. Durch die Klimakrisen setzen sich völlig neue Maßstäbe. Unser eigener Anspruch hat sich geändert, weil wir das Problem ernst nehmen und verantwortungsvoll Möbel kreieren wollen.“ Es geht also darum, die beiden Bereiche Design und Umweltschutz, in einer gemeinsamen Dimension zusammenzuführen und so kreative und zugleich nachhaltige Produkte zu ermöglichen.

Wie sich nachhaltiges Wohnen realisieren lässt

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie der Mensch die Umwelt und das Klima beispielsweise durch sein eigenes Konsumverhalten positiv beeinflussen bzw. nicht weiter schädigen kann. Dazu ist es im Grunde nur notwendig, darauf zu achten, dass Produkte z. B. nicht aus seltenen und teuren, sondern aus rasch nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Man könnte für einen Holzfußboden im neuen Eigenheim beispielsweise eine schnell nachwachsende Holzart verwenden, statt einem exotischen und langsam wachsenden Edelholz. Ebenfalls nachhaltig und vor allem nicht gesundheitsschädlich ist es, sich für einen Kissenbezug oder einen Teppich zu entscheiden, die frei von Giftstoffen sind. Je weniger Giftstoffe für die Herstellung verwendet werden, desto geringer die Gefahr, dass diese in die Umwelt gelangen.

Immer mehr Hersteller tun inzwischen noch mehr und weiten ihre Nachhaltigkeitsstandards auf die Fertigungs-, Verkaufs- und Entsorgungsprozesse aus. Ihr Ziel besteht darin, ressourcenschonend zu produzieren, dabei gegenüber Mensch und Umwelt fair zu agieren, die Abfallmengen signifikant zu reduzieren und vor allem die bei der Herstellung entstehenden Mengen an CO2-Emissionen zu senken. Eine Bewegung, die diese Form moderner Einrichtung aufgreift, ist die sogenannte Lohas-Bewegung (Lohas = Lifestyle of Health and Sustainability), die sich um eine gesunde und nachhaltige Lebensweise inklusive des entsprechenden Konsumverhaltens bemüht.

Energieeffizienz bei Bauprojekten & Haushaltsgeräten

Ein wichtiger Aspekt nachhaltigen Wohnens ist das Sparen von Energie. Um die Energiewende zu fördern, setzen immer mehr Bauherren auf größere Autarkie und installieren auf dem Dach, im Garten oder dem Balkon Photovoltaikanlagen. Diese können einen großen Teil der im Haushalt benötigten Energie selbst und vor allem sauber mithilfe des Sonnenlichts erzeugen. Das Nutzen solcher PV-Anlagen schafft für den Hausherren eine größere Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz, leistet einen wichtigen Beitrag hinsichtlich der Abkehr von fossilen Brennstoffen und spart darüber hinaus auch noch Geld.

Nachhaltiges Wohnen lässt sich, im Hinblick auf das Einsparen von Energie, auch durch moderne Baustoffe zur Wärmedämmung realisieren. Vor allem Dächer, Fenster und Türen sowie großflächige Außenwände sind anfällig für sogenannte Wärme- bzw. Kältebrücken, über die gerade im Winter jede Menge Wärme ungenutzt aus dem Inneren entweicht. Durch effiziente Dämmung lässt sich also ebenfalls Energie und damit Geld einsparen.

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiges Wohnen ist der Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte. Technisch veraltete Kühlschränke, Waschmaschinen, Toaster oder Heizungsanlagen erzeugen nicht nur mehr umweltschädliche Emissionen, sondern gelten auch als Energiefresser.

Nachhaltige Möbel runden das Gesamtpaket ab

Nicht nur beim Bau eines Hauses, sondern auch bei der Einrichtung von Haus oder Wohnung kann man einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Denn nicht nur Baustoffe oder Haushaltsgeräte werden heute mit Blick auf diese Themen hergestellt, sondern beispielsweise auch Sofas.

Dabei helfen Zertifikate, um nachhaltige Möbel zu identifizieren. Hier kann FSC-zertifiziertes Holz zum Einsatz kommen. Auch die für die Bespannung und Polsterung verwendeten nachhaltigen Materialien und Stoffe können durch OEKO-TEX© bzw. OEKO-Tex© Standard 100 zertifiziert werden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass sämtliche Stoffe frei von krebserregenden Farbstoffen oder sonstigen verbotenen Substanzen sind. Diese Vorgaben führen zu einem harmonischen Gleichgewicht zwischen Design und Umweltschutz.