Nachhaltiger Tourismus: Reisen und die Umwelt schützen

Nachhaltiger Tourismus: Reisen und trotzdem die Umwelt schützen

Ich habe versucht, so nachhaltig wie möglich die spanische Insel Teneriffa zu erkunden. Wie nachhaltiger Tourismus umsetzbar ist? Erfahrt ihr direkt hier.

© Pexels Wie reise ich nachhaltig? Eine Frage, die sich viele stellen

Nachhaltigkeit. Das Wort der Stunde. Überall läuft es uns über den Weg. Sei es beim Shoppen, Essen oder Leben. Wir wollen wieder mehr Wert auf die Umwelt legen und lernen, sie respektvoll zu behandeln. Wir wollen ihr etwas wiedergeben oder sie zumindest nicht belasten. Doch wie machen wir das bei unserer Lieblingsbeschäftigung, dem Reisen?

1. Nachhaltig packen

Das nachhaltige Reisen beginnt bereits beim Packen. Überlege dir, ob du wirklich das große Aufgabegepäck brauchst, oder ob nicht auch ein Handgepäckkoffer reicht. Diese Entscheidung wirkt sich positiv auf die Emission des Fluges aus und spart wertvolle Kilogramm im Flieger. 

2. Mit MOIA oder den Öffentlichen zum Flughafen fahren

Um noch viel vom ersten Tag zu haben, bucht ihr den frühsten Flug. Sehr schlau! Doch später stellt sich heraus, dass ihr dafür schon 4:30 Uhr aufstehen müsst. So früh in die Bahn? No way? Dieses Gefühl kennen wir. Statt uns ein normales Taxi zu rufen, bestellen wir uns ein MOIA. Die Flotte besteht aus Elektroautos und ist auch noch günstiger als ein Taxi! Unterwegs wird das Auto geteilt, falls noch jemand in die gleiche Richtung möchte. Sharing is caring!

3. Wasserflaschen auffüllen

Nach der Sicherheitskontrolle ein Wasser für den Flug zu kaufen, kann an manchen Flughäfen echt ins Geld gehen. Nehmt lieber eine Flasche mit und füllt sie hinter dem Security Check an einem der vielen Trinkbrunnen auf. So könnt ihr auch den Einweg-Plastikbecher im Flugzeug dankend ablehnen!

4. Nachhaltiges Airbnb statt Bettenburg buchen

Teneriffa ist, wie auch Mallorca und der Rest der Kanaren, ein beliebtes Reiseziel der Deutschen. Es ist mit zirka fünf bis sechs Flugstunden relativ nah und garantiert gutes Wetter. Die meisten Urlauber halten sich jedoch meist in den „Urlaubsregionen“ auf, sprich im Süden von Teneriffa. Dabei kann von Urlaub schlecht die Rede sein. Zwar verbringt man dort seine Zeit am Strand, doch der Süden wurde im Laufe der Jahre für die vielen Pauschaltouristen komplett umstrukturiert. Dort lebt nun kein einziger Einheimischer mehr, einzelne Viertel wurden komplett neu gegründet, um Bauland für große All-Inclusive-Hotels zu schaffen. Das Ergebnis: Ein Hotel neben dem anderen und kein Einheimischer weit und breit.

© Yuriy Ogarkov via Airbnb Unsere Unterkunft in Icon de los Vinos, ein Traum!

 

Ich weiche viel lieber auf ein authentisches Airbnb weit abseits der Touristenpfade aus. Und so kam ich in einem von Kay Gonzales’ traumhaften Apartements in Icod de los Vinos unter, mit Blick auf die wunderschöne Nordküste Teneriffas. Das nenne ich Urlaub! Zu einem Schnäppchenpreis von rund 100 Euro pro Nacht und mit 4 Betten kann man hier perfekt erholsamen Urlaub mit Freunden oder der Familie genießen. Ein kleiner Pool lädt vor dem Frühstück, das aus einheimischen Lebensmitteln zubereitet wird, zum Erfrischen ein.

5. Unternehmungen mit Einheimischen starten

Statt mich in einen überfüllten Touri-Bus zu zwängen, buche ich viel lieber eine Experience auf Airbnb. Hier werden Entdeckungen und Aktivitäten angeboten, die von inspirierenden Einheimischen organisiert und durchgeführt werden. Dabei taucht man in das jeweilige Leben des Einheimischen ein und erkundet seinen Urlaubsort auf eine ganz neue Art und Weise. 

Bootstour mit Gastgeber Carlos

Auch wenn sein Englisch nicht erste Sahne ist, versteht man sich doch sehr gut mit Carlos. Er bietet kleine Boootstouren entlang der Los Gigantes an, den beeindruckenden Felswände im Süden Teneriffas. Doch noch beeindruckender als die Los Gigantes waren die Meeresbewohner, die wir kennenlernten. Wir sahen Meeresschildkröten, lauschten einer Walfamilie, während sie sich auf dem Ozean treiben ließ und wurden von Delfinen begleitet. Und das alles in weniger als drei Stunden! Behutsam näherten wir uns den Tieren und beobachteten sie. Mit einem Sprung ins kühle Nass beendeten wir unseren Vormittagsausflug.

 

© Yuriy Ogarkov via Airbnb Erlebe das pure Meeresleben und vermeide den Loro Parque

 

Entdeckung einer Permaculture mit Pierre

Die gemeinnützige Organisation "La escuela de la Conciencia Creativa" möchte das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um umweltfreundlicher zu leben. Pierre führte uns durch seine Permakultur und erklärte uns jeden einzelnen Winkel des Terrains. Welche Blüten essbar sind, warum Bananenblätter diese charakteristischen Einschneidungen haben und wie es ist, warmes Wasser nur aus Solarsystemen zu gewinnen. Eine sehr inspirative und spirituelle Airbnb Experience, die jeder Teneriffa-Urlauber besuchen sollte. Hier kannst du die Tour direkt über Airbnb Experiences buchen!

 

© Yuriy Ogarkov via Airbnb Neben vielen Pflanzen lebt auch eine Hausente auf der Permakultur, die Besuchern gerne mal in die Hacken beißt

 

6. Regionale und frische Kost verspeisen

Statt sich im All-Inclusive Hotel durch das Buffett zu futtern, solltest du lieber einheimische Restaurants erkunden. Zum Beispiel das „Casa Requelme“ in der Calle Lomo de Masca! Ihr genießt selbstgekochte Speisen des Besitzers mit einer atemberaubenden Aussicht!  

 

© Yuriy Ogarkov via Airbnb Grundnahrungsmittel auf Teneriffa: Hausgemachtes Brot mit Oliven, Käse und Serranoschinken

 

7. Lokale Produkte als Mitbringsel kaufen

Unser Host Kay unterstützt viele regionale Programme. Unter anderem setzt er sich dafür ein, dass die Frauen, die seit mehreren Jahrzehnten grobes Salz aus dem Meer gewinnen, ihre Tätigkeit weiterführen können. Kai verkauft das Salz und gibt 100 Prozent des Gewinns wieder zurück. „Ich möchte mich daran nicht bereichern“, sagt Kay. „Ich möchte nur, dass diese Tätigkeit nicht ausstirbt!“ Und dank Kai konnten die alten Damen mittlerweile zwei Mitarbeiter einstellen. Toll! Dieses Salz oder regionale Weine sind perfekte Mitbringsel für die Freunde oder Familie.

 

© Yuriy Ogarkov via Airbnb Kay und sein Vater wollen sich nicht an der Insel bereichern, sie wollen sie fördern

8. Den Flug mit atmosfair kompensieren

Atmosfair ist eine Klimaschutzorganisation mit dem Schwerpunkt Reisen. Sie betreiben aktiven Klimaschutz, unter anderem mit der Kompensation von Treibhausgasen durch erneuerbare Energien. Die Kompensation kann aus Klimasicht sinnvoll sein, wenn es keine andere, zumutbare Alternative (wie Zug oder Auto) gibt, um das Reiseziel zu erreichen. Die Kompensation ist aber nach wie vor eine kosmetische Bekämpfung gegen den Klimawandel und die Umweltverschmutzung. Das darf man nicht vergessen. 

Für den Economy Class Flug von Hamburg nach Teneriffa fallen Emissionen von insgesamt rund 1300 Kilogramm CO₂ an, den man mit 29 Euro kompensieren kann. Für einen Mittelstreckenflug ist das gar nicht viel! Wäre das Flugticket pro Strecke zirka 15 Euro teuer, würden wir es sicher auch bezahlen. Also warum nicht einfach den Flug kompensieren!

Lust auf Luxus? In Eco-Chic Resort von Club Med unterkommen

Beim Thema Reisen in Verbindung mit Luxus lässt sich auf den ersten Blick kein nachhaltiger Tourismus erkennen. Zumindest was die durchschnittlichen Luxushotels angeht. Das Tourismus-Unternehmen Club Med hingegen denkt weiter und möchte nun Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit sein. Sie eröffnen Ende November 2019 das erste Eco-Chic Resort in der Dominikanischen Republik. Hier wird demnächst Luxus mit Umweltschutz verbunden: Der Energieverbrauch wird minimiert, umweltschonende Energiequellen genutzt, verschiedene Recycling-Programme etabliert und auf Plastik verzichtet. 

Mit Solarstrom und effizienten Isolierungssystemen zur Optimierung der Klimaanlagen sowie verschiedenen Recycling-Programmen setzt Club Med auf eine neue und nachhaltige Bauweise. Hinter dem Begriff Eco-Chic steht aber nicht nur der bewusste Umgang mit Ressourcen und Umwelt, sondern auch der soziale Aspekt. Die Zusammenarbeit und Förderung der ortsansässigen Bevölkerung steht ebenfalls an erster Stelle. Die Integration der Einheimischen steht bei allen Club Med Resorts im Vordergrund und spielt auch bei diesem Resort eine große Rolle. So wird zum Beispiel die lokale Landwirtschaft gefördert und überwiegend Produkte aus der Region verwendet.

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