Mietvertrag prüfen: Tipps für Mieter

Mietvertrag prüfen: Tipps für Mieter

Bevor der Umzug starten kann, muss erst der Mietvertrag unterzeichnet werden. Was genau muss ich als Mieter*in beim Mietvertrag überprüfen? Hier kommen die Tipps!

Bevor der Umzug in eine neue Wohnung geschehen kann, muss der offizielle Mietvertrag zwischen Mieter und Vermieter zustande kommen. Grundsätzlich ist dies ein ganz gewöhnliches und gesetzlich vorgeschriebenes Vorgehen – allerdings führt der Inhalt des Mietvertrages leider nicht selten zu Konflikten der Mietparteien. Ist das der Fall, fühlen sich Mieter oft am kürzeren Hebel, da sie nicht riskieren möchten, die Wohnung zu verlieren. Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, den Mietvertrag vorab gründlich zu prüfen, um mögliche Stolperfallen zu entdecken und vor Beginn des Mietverhältnisses zu klären. Im Folgenden erklären wir, auf welche Punkte du dabei besonders achten solltest – und welche Möglichkeiten Mieter im Konfliktfall haben.

Sind die Kosten angemessen?

Mietverträge enthalten in der Regel drei wesentliche Kostenpunkte: Kaltmiete, Nebenkosten und Kaution. Diese Dinge solltest du dir also ganz besonders vornehmen. In Bezug auf die Miete gilt es zunächst zu prüfen, ob der Preis ungefähr dem ortsüblichen Mietspiegel entspricht. Liegt die Miete deutlich darunter, ist das ein Grund, sich zu fragen, ob es möglicherweise einen Haken gibt: Gibt es Schäden an der Immobilie, über die der Vermieter dich nicht aufgeklärt hat? Oder werden möglicherweise bald kostspielige Renovierungsarbeiten fällig, die eine Mieterhöhung nach sich ziehen?

Ähnliches gilt für die Nebenkosten: Bringe vorab in Erfahrung, wo der Betriebskostenspiegel an deinem neuen Wohnort angesiedelt ist und ob die im Mietvertrag angegebenen Nebenkosten realistisch sind. Manchmal werden die Nebenkosten absichtlich niedriger angegeben, sodass es zunächst den Eindruck erweckt, als sei die Wohnung besonders günstig. Spätestens mit der ersten Nebenkostenabrechnung jedoch gibt es dann ein böses Erwachen in Form einer hohen Nachzahlung. In vielen Fällen ist es übrigens auch so, dass die Nebenkostenabrechnung fehlerhaft ist. Trifft dies zu gibt es verschiedene gesetzliche Fristen, innerhalb derer ein Widerspruch erfolgen muss. Im Zweifelsfall ist es immer sinnvoll, die Nebenkostenabrechnung prüfen zu lassen, wenn sie dir unrealistisch erscheint.

Zuletzt ist im Mietvertrag die Höhe der Kaution angegeben. Damit sichert der Vermieter sich gegen potenzielle Schäden ab, die der Mieter an der Immobilie verursachen könnte. Die maximale Höhe der Kaution liegt bei drei Monatskaltmieten. Dabei hast du das Recht, die Kaution in drei Raten zu zahlen, die zusammen mit der Miete überwiesen werden. Manchmal ist es zudem so, dass im Vertrag festgelegt ist, dass der Mieter die Provision für einen Makler zu zahlen hat. Diese Regelung ist allerdings gesetzlich nicht mehr zulässig. Laut aktuellem Mietrecht hat derjenige den Makler zu bezahlen, der ihn beauftragt hat – in den meisten Fällen also der Vermieter.

Ist der Mietvertrag transparent?

Damit sowohl Mieter als auch Vermieter rechtlich abgesichert sind, ist es wichtig, dass alle relevanten Informationen im Mietvertrag festgehalten sind. Auf mündliche Absprachen solltest du dich in diesem Fall nicht verlassen. Dies betrifft neben den Mietkosten auch die Dauer des Mietverhältnisses. In der Regel werden Mietverträge auf unbefristete Zeit geschlossen. Bisweilen kann es allerdings passieren, dass der Mietvertrag auf einen bestimmten Zeitraum befristet ist. Dieser sollte vorab jedoch allen Beteiligten klar sein. Auch abweichende Kündigungsfristen müssen im Mietvertrag festgehalten werden. Steht nichts dazu im Vertrag, kannst du ordentlich innerhalb einer Frist von drei Monaten kündigen. Manchmal bestehen Vermieter darauf, dass du innerhalb der ersten Jahre nicht kündigen darfst. Diese Klausel ist jedoch problematisch und nicht besonders fair – hier solltest du dir gut überlegen, ob du dich darauf einlässt. Achte zuletzt darauf, dass im Mietvertrag wirklich Auskunft über alles gemacht wird, was zur Wohnung dazugehört. Also beispielsweise ein Kellerabteil, eine Einbauküche oder sonstige Möbel, die der Vermieter gestellt hat.

Was tun, wenn es Probleme gibt?

Im Laufe des Mietverhältnisses kann es immer wieder zu Schäden und Ärgernissen kommen – auch wenn die Wohnungsbesichtigung problemlos verlief und der Mietvertrag makellos erscheint. In diesem Fall müssen Mieter sich keinesfalls alles gefallen lassen. So kannst du darauf bestehen, dass eine kaputte Heizung oder nicht funktionierende Küchengeräte vom Vermieter repariert werden. Passiert das nicht, kann eine Mietminderung verlangt werden. Dies gilt unter Umständen auch dann, wenn es im Sommer in der Wohnung so heiß ist, dass es nicht auszuhalten ist. Grundsätzlich gilt, dass Streitpunkte möglichst schnell geklärt werden sollten. In Bezug auf die meisten Probleme gibt es nämlich Fristen, die vom Mieter eingehalten werden müssen. Sollte es nicht möglich sein, die Konflikte zu schlichten, ist es manchmal notwendig, Dritte einzuschalten. Das können beispielsweise Verbraucherzentralen und Verbraucherschutzbände sein. Alternativ gibt es auch Mieterschutzbünde und Mietervereine, denen du meist kostenpflichtig beitreten kannst. In letzter Instanz kannst du darüber nachdenken, einen Fachanwalt für Mietrecht einzuschalten, der deine Interessen vertritt.


 

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