Langfristig besser entspannen

Langfristig besser entspannen

Seelische Anspannung wirkt auf den Körper und umgekehrt. Doch wie kann man sich davor schützen, dass aus einer Anspannung eine Verspannung wird und aus dauerhaftem Stress ein gesundheitliches Risiko? Es gibt kein Allgemeinrezept, aber viele Tipps.

entspannter werden
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Es gibt viele Gründe, angespannt und gestresst zu sein. Sei es, dass man vom Chef unter Druck gesetzt wird, der Junior in der Schule Probleme hat oder der Ehemann sich ständig auf einen verlässt, was zu mehr Belastung führt. Manchmal stressen wir uns aber einfach nur selbst, weil wir nicht alles erreichen, was wir uns vornehmen. Sei es der regelmäßige Sport, die Umstellung der Ernährung für die ganze Familie und bestimmte Pläne für die heimischen vier Wände, die wir eigentlich umsetzen wollten. Am Ende kommt man aber doch gestresst aus dem Büro, schafft es gerade noch, eine Pizza zu bestellen und ärgert sich abends, das der Tag so anders verlaufen ist, als man sich vorgenommen hat – anstatt sich zu entspannen und die Dinge lockerer zu sehen.

Kein Wunder, dass wir von uns erwarten, alles mit einem Lächeln auf die Reihe zu bekommen, sehen wir doch in den sozialen Medien unzählige vermeintlich perfekte Leben, wunderschöne Menschen und durchgestylte Wohnungen. Wir brauchen heute keine Prominenten mehr, um uns in unserem eigenen Leben unzulänglich zu fühlen! Doch was passiert im Körper, wenn wir uns immer wieder ärgern, weil unsere Wohnung nicht so aussieht wie bei unserem liebsten Interieur-Influencer und unser Chef uns schon wieder Arbeit mit nach Hause gegeben hat, auch wenn wir eigentlich Nein sagen wollten?

Das passiert bei Stress im Körper

Stress ist eigentlich eine sinnvolle Erfindung. Wenn unsere Vorfahren einem wütenden Säbelzahntiger gegenüberstanden, dann brauchten sie die Reaktionen ihres Körpers auf dieses Ereignis, um schnell und adäquat handeln zu können. Sie schütteten Hormone wie Adrenalin und Kortisol aus, die den Körper in eine Anspannung versetzten. Er konnte nun kämpfen oder schnell weglaufen. Die Bronchien weiteten sich, um mehr Sauerstoff aufzunehmen. Die Atmung veränderte sich. Auch das Herz schlug schneller, der Blutdruck stieg, die Muskeln wurden besser durchblutet. Körpereigener Zucker flutete ins Blut, um die notwendige Energie bereitzustellen. Man war weniger schmerzempfindlich.

Entweder tötete unser Vorfahr den Tiger oder er rannte ihm davon. Die Reaktionen des Körpers führten zu einem Ergebnis, sie wurden kanalisiert, verbraucht und wieder abgebaut. Auf die Anspannung folgte die Entspannung.

Heute ist das leider anders. Anstelle des Tigers haben manche von uns einen cholerischen Chef vor sich, und Weglaufen und Zuschlagen sind verboten. Die Reaktionen des Körpers sind jedoch die gleichen, nur dass die Entspannung fehlt. Man ist dauerhaft in einem Zustand, der mit einem erhöhten Adrenalin- und Kortisolspiegel einhergeht. Diese körperliche Anspannung wirkt zurück auf die Psyche, sodass leicht ein Teufelskreis entstehen kann. Wir haben Tipps, wie man für eine dauerhafte Entspannung sorgen kann.

1. CBD Öl. CBD ist der nicht berauschende Wirkstoff der Hanfpflanze, die mit ihren vielfältigen Wirkungen gerade wiederentdeckt wird, etwa für Öle oder Kosmetik. Hanf begleitet die Menschen seit Tausenden von Jahren als Nutz- und Heilpflanze. Einige Jahre lang war die Nutzung der Pflanze verboten, da Lobbygruppen sich von ihr bedroht fühlten. Ein paar Tropfen CBD Öl unter die Zunge getropft beginnen nach rund einer halben Stunde zu wirken. Das Hanföl kann helfen, sich zu entspannen, Ängste loszulassen und besser schlafen zu können. Der tiefe und entspannende Schlaf ist der erste Schritt zu einem guten Alltag, denn wer müde ist, steht neben sich und fühlt sich schnell überfordert.

2. Der Ursache auf den Grund gehen. Wer dauernd gestresst ist, der sollte die Ursache ausräumen, sofern es möglich ist. Einen übergriffigen Chef wird man los, indem man sich auf die Suche nach einem neuen Job macht, mit einem Ehemann, der sich zu gern auf die eigenen Leistungen in Haushalt und Familie verlässt, kann man reden und gemeinsam Lösungen suchen. Das ist im ersten Moment anstrengend, aber auf Dauer der einzige Weg, um etwas zu ändern. Leider gibt es manche Umstände, die sich nicht ändern lassen. Hier hilft es, an der eigenen Resilienz zu arbeiten, um besser damit umgehen zu können.

3. Geistige Entspannung kann ein geeigneter Weg sein, um den inneren Stress bewältigen zu können. Hier helfen verschiedene Atemtechniken, aber auch Meditation oder Yoga. Solche Dinge zu trainieren schafft auch einen Raum, den man ganz für sich selbst beanspruchen, in dem man sich ganz auf sich konzentrieren kann. Ist das zu Hause nicht möglich, kann man einen Kurs buchen und an einem anderen Ort üben.

4. Manchmal ist der Stress so groß und die Anspannung schon so zu einem Dauerzustand geworden, dass man mit geistigen Übungen nicht mehr dagegen angehen kann. Dann kann man den Körper als Werkzeug benutzen, um den Geist unter Kontrolle zu bringen. Das ist insofern wichtig, als dass sich ein dauerhaft erhöhter Stresspegel negativ auf die Gesundheit auswirkt. Das Herz wird zu stark belastet, der Blutdruck ist erhöht, das Kortisol verhindert, dass man abnimmt. Der Stress steckt einem regelrecht in den Knochen, was man etwa auch daran spüren kann, dass man schnell ärgerlich wird und dünnhäutig ist. Für eine akute Hilfe kann man einige sportliche Übungen machen, die richtig anstrengend sind und den Körper an seine Grenze bringen. Je nach Fitnesslevel können das einige gehüpfte Hampelmänner oder ein kleiner Sprint sein. So gibt man den Körper das Gefühl, vor dem Tiger zu fliehen – danach kann er sich besser entspannen.

Motiviert
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5. Was dauerhaft zu mehr Entspannung führen kann, ist ein regelmäßiges Lauftraining. Das erzeugt nämlich den sogenannten Flow, der dafür sorgt, dass man sich ganz im Hier und Jetzt verankert fühlt. Das liegt daran, dass der präfrontale Cortex, der Bereich des Gehirns, der für zu viele Grübeleien zuständig ist, bei anstrengender körperlicher Betätigung beinahe ganz deaktiviert werden kann. Einerseits ziehen die ihn umgebenden Hirnregionen, die für die Motorik zuständig sind, Energie von ihm ab. Andererseits wird beim Laufen viel Sauerstoff für die Muskeln benötigt, der dann nicht mehr für das Gehirn zur Verfügung steht. Entweder laufen oder grübeln ist die Devise, sodass man seinen Sorgen einfach weglaufen kann. Aber Achtung, das bewahrt einen natürlich nicht davor, diese auch lösen zu müssen – es sorgt aber für eine wohlverdiente Sorgenpause, die man sich mehrmals pro Woche gönnen kann. Mit dem Laufen sollte man nicht Hals über Kopf beginnen, sondern langsam und nach Plan. Wer es überstürzt, gibt vielleicht zu schnell aus – und hat wieder etwas, worüber er sich ärgern muss.

Linda Leinweber
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