9. Oktober 2020
Hund kaufen: Das solltet ihr beachten!

Hund kaufen: Das solltet ihr beachten!

Ihr möchtet euch endlich den lang ersehnten Wunsch erfüllen und einen Hund kaufen? Wir erklären euch, was ihr unbedingt beachten solltet.

Hunde in einem Hundegitter
© Pexels
In diesem Artikel findet ihr alles, was ihr wissen müsst, bevor ihr euch für einen Hund entscheidet!

Es ist endlich soweit: Ein felliger Mitbewohner soll einziehen! Wie schön – wir freuen uns für euch. Wichtig ist jetzt, dass ihr VOR dem Hundekauf bzw. der Hundeadoption unbedingt die folgenden Dinge beachten solltet...

Hundekauf oder Adoption: Woher soll der neue Hund kommen?

Als erstes solltet ihr euch fragen, woher euer Hund kommen soll. Möchtet ihr einen Hund aus dem Tierheim oder dem Tierschutz adoptieren? Oder möchtet ihr lieber einen Hund vom Züchter kaufen? Bedenkt: Es gibt viele tolle Hunde aus dem Tierschutz/Tierheim, oft sogar Welpen, die keine schlechten Erfahrungen gemacht haben und sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase als wunderbare Lebensbegleiter herausstellen. Nicht jeder Hund aus dem Tierschutz/Tierheim ist traumatisiert oder verhaltensauffällig. Es gibt sogar Rassehunde und Rasse-Welpen die unverschuldet im Tierheim gelandet sind. Wir sprechen uns ganz klar für die Hundeadoption aus! #adoptdontshop

Wer sich trotzdem nicht dafür begeistern kann, einem Hund aus dem Tierheim/Tierschutz ein Zuhause zu geben und lieber einen Welpen vom Züchter kaufen möchte, kann beim Verband für das Deutsche Hundewesen nach einem seriösen (!) Züchter der gewünschten Rasse suchen. 

Ganz wichtig: Bitte seht davon ab, Hunde von unseriösen „Hunde-Vermehrern“ (wir nennen sie bewusst nicht Züchter!) zu kaufen. Also Menschen, die Hunde miteinander verpaaren und einen Haufen Welpen unkontrolliert in die Welt setzen, obwohl es doch schon so viele gibt! Ihr solltet wissen, dass diese Hunde nicht selten versteckte Krankheiten haben, die sich erst nach einiger Zeit bemerkbar machen. Oft sind Würfe von solchen „Hobby-Züchtern“ durch Inzest entstanden oder zeigen Erbkrankheiten auf. Diese Menschen wollen nichts weiter, als das schnelle Geld machen. Bitte unterstützt diese schlimmen Zustände auf keinen Fall!

Hund aufnehmen: Soll es ein Welpe oder ein erwachsener Hund sein?

Ihr seid euch unsicher, ob ihr einem Welpen oder einem erwachsenen Hund ein neues Zuhause schenken sollt? Beachtet: Beides hat seine Vor- und Nachteile. Oft wird die Arbeit, die ein Welpe macht, extrem unterschätzt! Die Stubenreinheit, Kommandos, Leinenführigkeit, das Alleine-Sein und und und müssen über mehrere Monate trainiert werden. Außerdem können Welpen und Junghunde den Haushalt ziemlich auf den Kopf stellen und Dinge kaputt machen. Wer sich das ersparen möchte, sollte sich überlegen, einen älteren Hund zu adoptieren. Dieser kann oft schon das kleine Hunde Einmaleins und ist meist zuverlässiger und ruhiger. Nachteil hier ist allerdings, dass ein Second-Hand-Hund meist kein unbeschriebenes Blatt ist und die ein oder andere Macke mitbringen kann. Dennoch solltet ihr wissen: Lernen ist nicht abhängig vom Hundealter! Ein Hund kann in jedem Alter neue Dinge lernen und so ein neues Leben starten. Wer sich für einen Senioren-Hund entscheidet, kann sich über einen sehr entspannten Begleiter freuen. Hier sollte aber klar sein, dass andere Probleme, wie beispielsweise altersbedingte Krankheiten auftreten können.

Hund kaufen oder adoptieren: Was für eine Hunderasse soll es sein?

Bitte macht euch im Vorhinein klar, was für eine Hunderasse zu euch und eurem Leben passt. Noch bevor ihr die Tierheim/Tierschutz- oder Züchter-Webseiten nach Hunden durchforstet. Das Aussehen eines Hundes sollte auf keinen Fall der ausschlaggebende Punkt sein. Das Wichtigste beim Hundekauf beziehungsweise der Hundeadoption ist: Passt der Hund von seiner Art und Weise zu euch? Informiert euch über die verschiedenen Hunderassen, über ihre Bedürfnisse und Eigenarten und lest die Beschreibungstexte in den Anzeigen ganz genau. Fragt bei Menschen nach, die sich mit der Rasse beziehungsweise mit dem Hund auskennen und seid ehrlich zu euch selbst! Denn seid ihr eigentlich eher faul und verbringt gern viel Zeit auf dem Sofa? Dann sucht euch einen ruhigen Hund, der wenig Auslauf benötigt. Ihr geht jeden Tag joggen? Dann schaut nach einem aktiven Hund. Bekommt ihr viel Besuch? Dann ist ein Hüte-Hund eher nichts für euch. Ihr möchtet mit eurem Hund stundenlang wandern gehen? Dann darf es kein Tier im Seniorenalter sein. Ihr habt Kinder? Dann sucht nach einem Hund, der kinderlieb und geduldig ist.
Beachte unbedingt auch: Nur, weil eine Rasse als besonders kinderlieb, ruhig oder ähnliches beschrieben wird, bedeutet das noch lange nicht, dass der Hund am Ende auch wirklich so ist. Der süße Labbi-Welpe, der in der Rassebeschreibung Labrador als der Familienhund überhaupt betitelt wird, stellt sich nach ein paar Monaten vielleicht als kinderhassender Griesgram heraus. Ein Hund ist kein Auto, das ihr euch im Katalog bestellt, sondern ein Lebewesen mit einem individuellen Charakter. Wir können euch an dieser Stelle wieder den Tipp geben: Ein bereits erwachsener Hund aus dem Tierschutz/Tierheim kann eine tolle Möglichkeit sein, wenn ihr nicht die Katze im Sack kaufen wollt.

Das Wichtigste zum Schluss: Achtet beim Hundekauf auf euer Bauchgefühl

Eins der wichtigsten Dinge beim Hundekauf beziehungsweise der Hundeadoption ist übrigens eine ganz simple Sache: Achtet auf euer Bauchgefühl! Fühlt sich das Ganze gerade richtig an, oder habt ihr das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt? Trefft solch eine wichtige Entscheidung nicht von heut auf morgen! Lernt den Hund kennen und nehmt euch dann ein paar Tage Zeit, um einmal tief in euch reinzuhören. Schaltet euren Verstand trotz großer, kullernder Hundeaugen nicht aus. Auch wenn dies oft ein Ding der Unmöglichkeit ist. Seid ehrlich mit euch und seid vor allem ehrlich zum Hund! Dies ist ein Lebewesen mit Herz und Gefühlen und kein Gegenstand, der sich nach ein paar Wochen wieder aussortieren lässt. <3

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