Hohe Dispozinsen vermeiden – 8 Tipps die funktionieren

Ein neues Smartphone oder eine kleine Reise am Ende des Monats können das Bankkonto schnell ins Minus rutschen lassen. Grundsätzlich ist es bei den meisten Geldinstituten möglich, das Girokonto zu überziehen. Das gewährte Darlehen wird als Dispositionskredit oder kurz als "Dispo" bezeichnet. Dieser hat den Vorteil, schnell und unkompliziert zur Verfügung zu stehen. Allerdings verlangen die Institute hohe Zinsen von etwa zehn Prozent pro Jahr. Der Dispo sollte also nur eine Notlösung sein, da er langfristig sehr teuer ist. Wer die folgenden acht Tipps beherzigt, kann sich viele Zinsen sparen.

© Unsplash Wer die folgenden 8 Tipps befolgt, kann sparen!

Den Überblick über die eigenen Finanzen behalten

Generell ist es wichtig, die eigene finanzielle Situation zu kennen. Fertigen Sie sich dazu eine Aufstellung über Ihre laufenden Kosten an. Dazu zählen z.B. Miete, Versicherungen, Strom und Gas, Abonnements sowie Ausgaben für die Lebenshaltung. Berücksichtigen Sie dabei auch vierteljährliche oder jährlich anfallende Zahlungen, um von diesen nicht überrascht zu werden. Vergleichen Sie dann Ihr Einkommen mit den Ausgaben. So haben Sie einen Anhaltspunkt, wie viel Geld sie im Monat zur Verfügung haben. Oft ist es hilfreich, diesen Betrag noch auf die einzelnen Tage zu verteilen. Der kurze Zeitraum von morgens bis abends lässt sich einfach überschauen. Sie sehen sofort, ob Sie im Rahmen liegen oder zu viel ausgegeben haben.

Unnötige Ausgaben vermeiden

Zugegeben, ein großes Eis am Abend, eine Spritztour mit dem Auto oder ein neuer Actionfilm können verlockend sein. In der Summe kosten viele kleine Ausgaben jedoch eine beachtliche Menge Geld. Am beliebtesten ist wohl das Beispiel des Rauchers, der jeden Tag sechs Euro in Zigaretten investiert. Im Jahr sind das etwa 2.000 Euro! Auch Nichtraucher haben in der Regel einige Liebhabereien, die unbemerkt viel Geld verschlingen. Um Sie aufzudecken, können Sie folgendes tun: Führen Sie einen Monat lang Buch über alle Einkäufe. Am Ende der Frist gehen sie sämtliche Punkte durch und unterstreichen diejenigen Artikel, die Sie im Nachhinein als unnötig erachten. Sie werden sehen, dass schon in einem Monat viel Einsparpotential vorhanden ist. Als besonders gefährlich gelten die sogenannten Spontankäufe. Das sind Ausgaben aus reiner Shoppinglust, die nicht vorgesehen waren und finanzielle Lücken hinterlassen. Überlegen Sie daher vor jedem Kauf, ob Sie den Artikel wirklich benötigen.

Rechtzeitig für Anschaffungen vorsorgen

Viele Kosten sind schon früh absehbar. Z.b. Weihnachtsgeschenke im Dezember, der Sommerurlaub und die KFZ-Versicherung im Januar gehören zu den vorhersehbaren Ausgaben. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie ein teures Haushaltsgerät anschaffen möchten, oder in ihr Auto investieren wollen. Wer dafür den Dispo nutzt und das Geld sozusagen rückwirkend spart, muss mit hohen Zinsen rechnen. Sinnvoller ist es daher, erst zu sparen und dann zu investieren. Während der Preis für den Geschirrspüler, den Fernseher oder das neue Badezimmer gleich bleibt, können Sie hohe Zinszahlungen einsparen. Am angenehmsten ist es, jeden Monat kleine Beträge zurückzuhalten. Das vermeidet finanzielle Engpässe und ist leicht zu bewältigen.

Kontoüberziehungen vermeiden

Am besten ist es, das Konto gar nicht zu überziehen. Dann fallen keine Zinsen an, außerdem bereitet ein ausgeglichener Kontostand keine Sorgen. Wenn doch mal eine Überziehung notwendig ist, sollte diese so kurz wie möglich ausfallen. Das hat mit der Berechnung der Dispozinsen zu tun. Diese werden für jeden Tag, den das Konto im Minus ist, anteilig fällig. Das heißt: Je länger Ihr Girokonto überzogen ist und je mehr Geld Sie sich von der Bank leihen, umso höher sind die fälligen Zinsen am Ende des Jahres. Im Fall eines niedrigen Kontostandes ist es daher sinnvoll, möglichst wenig Bargeld abzuheben. Ansonsten müssten Sie für das Geld, das Sie im Portemonnaie tragen, Zinsen an Ihre Bank abführen.

Dispo reduzieren oder streichen

Ob ein Dispo gewährt wird und bis zu welchem Betrag eine Überziehung möglich ist, hängt von den Konditionen Ihres Kontos ab. Sie können diese mit Ihrer Bank individuell aushandeln. Wenn Sie Angst haben, am Ende des Monats oft schwach zu werden und Geld auszugeben, das sie eigentlich nicht haben, dann gibt es einen hilfreichen Trick. Sie können Ihren persönlichen Dispo reduzieren, zum Beispiel von 1000 auf 500 Euro. Ist der maximale Betrag erreicht, versagt Ihre Bank jede weitere Auszahlung. Damit können Sie keine neuen Schulden aufnehmen, selbst wenn Sie wollten. Wenn Sie vollständig schuldenfrei bleiben möchten, ist es empfehlenswert, den Dispo komplett zu streichen. Zusätzlich sollte man mit der Bank vereinbaren, Verfügungen ausdrücklich nur im Rahmen des Guthabens zuzulassen, also auch keine geduldeten Überziehungen zu gewähren.

Dispozinsen vergleichen und eventuell das Girokonto wechseln

Wenn Sie in der Vergangenheit schon oft das Problem hoher Zinszahlungen hatten, kann das auch eine Folge ungünstiger Kontokonditionen sein. Die Kreditinstitute vergeben unterschiedlich hohe Zinssätze für den Dispo. Diese können durchaus zwischen fünf und 14 Prozent variieren. Auf ein Jahr gerechnet kann das einen großen Unterschied ausmachen. Bevor Sie Ihr Konto überziehen, sollten Sie daher den Zinssatz nachlesen oder bei Ihrer Bank erfragen. Wenn dieser sehr hoch ist, kann es sinnvoll sein, das Girokonto zu wechseln. Wegen der allgemein hohen Zinssätze wird es nicht empfohlen, den Dispo oft zu nutzen. Wenn Sie das dennoch gelegentlich tun müssen, sollten Sie sogar unbedingt die Bank mit dem niedrigsten Zinssatz wählen. Eine Übersicht der Dispozinsen bekannter Kreditinstitute und deren Konditionen gibt es z.B. unter check24.de.

Alternativen nutzen

Wenn Sie vor einer großen Investition stehen, die Sie ohne Hilfe nicht bezahlen können, ist ein Kredit unumgänglich. Der Dispo ist dafür jedoch meist die schlechteste Variante. Wesentlich besser sind die Bedingungen in der Regel für den Ratenkredit sowie den Abrufkredit. Der Abrufkredit ist dem Dispo durchaus ähnlich, jedoch mit dem Vorteil wesentlich niedrigerer Zinsen. Sie eröffnen hierfür bei einer Bank ein Kreditkonto mit einem festgelegten Rahmen von beispielsweise 5.000 Euro. Diesen können Sie dann frei und flexibel nutzen. Positiv ist zudem, dass nur der geliehene Betrag verzinst wird. Dennoch ist dieses Modell nur dann geeignet, wenn Sie kurzfristig Geld benötigen. Als empfohlene Grenze für die Nutzung gilt eine Laufzeit von etwa einem halben Jahr. Der Abrufkredit ist jedoch längst nicht überall erhältlich. Eine Übersicht mit Banken die das Produkt in ihrem Portfolio haben, gibt es z.B. unter abrufkredit24.de. Für eine längerfristige Nutzung von z.B. 3 oder 5 Jahren ist dagegen der Ratenkredit die günstigste Lösung. Dabei leihen Sie sich von der Bank einen bestimmten Betrag, den Sie dann inklusive eines vereinbarten Zinses in festgelegten Raten regelmäßig zurückzahlen. Diese Variante eignet sich insbesondere für größere Anschaffungen, wie beispielsweise ein neues Auto. Ein Vergleich verschiedener Anbieter ist auch hier in jedem Fall lohnenswert. Möglichkeiten hierfür bietet z.B. das Portal smava.de.

Dispo umschulden? – diese Möglichkeiten gibt es

Wenn Sie trotz aller Bemühungen Ihren Dispokredit nutzen müssen, sollten Sie über eine Umschuldung nachdenken. Die teuren Zinsen können schnell zu einem weiteren finanziellen Problem werden. Außerdem kann der Dispo seitens der Bank gekündigt werden. Bei der Umschuldung nehmen Sie einen zweiten Kredit auf, um Ihren Dispo auszugleichen. Häufig wird dafür ein Ratenkredit verwendet. Der wesentliche Vorteil ist, dass Sie dafür eine geringere Zinslast zu tragen haben. Informieren Sie sich vor der Aufnahme eines Kredits unbedingt über die Modalitäten und vergleichen Sie verschiedene Angebote. Hier haben Sie noch einmal die Möglichkeit, Zinszahlungen einzusparen. Ganz wichtig: Wenn Sie Ihren Dispo mit einem Ratenkredit ausgeglichen haben, sollten Sie Ihr Girokonto keinesfalls nochmals überziehen. Sonst bewegen Sie sich in eine gefährliche Schuldenspirale.

Lade weitere Inhalte ...