Hip-Hop und der Einfluss auf unsere Kultur

Die Hip-Hop-Kultur hat sich seit den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts von einer subkulturellen Strömung fest in den Mainstream integriert. Von daher ist es nur logisch, dass das Genre mit all seinen verschiedenen Facetten heute einen gewissen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausübt. Doch welcher genau ist das? Wie kam es, dass sich Hip-Hop so erfolgreich in den Medien durchsetzen konnte und sich schon seit so langer Zeit einer so großen Aufmerksamkeit erfreut? 

Hip-Hop – was ist das eigentlich?

Grundsätzlich ist Hip-Hop ein bestimmter Musikstil, der auf Rap basiert und sich besonders gut zum Tanzen eignet. Musikalisch zeichnet sich das Genre durch einen stark rhythmischen Charakter aus. Die Texte spiegeln oftmals das Leben der unteren sozialen Schichten in Großstädten wider. Dementsprechend handelten die Texte besonders in den früheren Jahren von Gewalt und Kriminalität, insgesamt sind die Inhalte oft sehr aggressiv gehalten.

Allgemein verbindet man mit Hip-Hop typische Elemente. Dazu gehören der Rap als Sprechgesang (auch MC‑ing) und das Auflegen von Musikplatten mit zusätzlichen Techniken, die erst durch Hip-Hop aufkamen (DJ‑ing). Weitere Elemente sind Graffiti als visueller Ausdruck und Breakdance. Diese spezielle Tanzart kam vor allem in den Anfangszeiten gezielt in den Musikpausen („breaks“) zum Einsatz. Sehr typisch für die Musikrichtung ist der Kleidungsstil, bestehend aus sehr weiten, lässigen Kleidungsstücken und bestimmten Accessoires.

Die Geschichte der Hip-Hop-Kultur

Die Geschichte des Hip-Hops ist eng mit der Geschichte der Sklaverei in Amerika verbunden. Zur Zeit der Sklaverei wurden innerhalb von fast 400 Jahren zahlreiche Afrikaner nach Amerika verschleppt, über zehn Millionen erreichten den Kontinent lebend. So gelangten auch kulturelle Praktiken aus Afrika in die USA, die in gewisser Weise die spätere Hip-Hop-Musik beeinflussen sollten. Eine dieser Praktiken war der Sprechgesang, den westafrikanische Wanderer und Geschichtenerzähler benutzten.

Hip-Hop hat daher seinen Ursprung in den afroamerikanischen Ghettos der USA, vor allem in den Stadtteilen New Yorks und auf den Straßen Manhattans. Weitere musikalische Einflüsse sind unter anderem der jamaikanische Reggae und die afrikanischen Zulu-Klänge. Dazu kamen Einflüsse aus verschiedenen afroamerikanischen Musikstilen, darunter Blues sowie Funk- und Soulmusik. Die Elemente aus den Musikrichtungen zusammen ergaben das, was wir heute als Hip-Hop bezeichnen.

Mit Hip-Hop gegen Gewalt und Kriminalität

Es dauerte allerdings noch, bis sich aus dem neuen Musikstil eine eigenständige Jugendkultur entwickelte. Erst in den 70er Jahren war es soweit. In den 1960er und 70er Jahren kam es vor allem in der Bronx oder in Brooklyn zunehmend zur Verarmung, Verwahrlosung und Ghettoisierung. Dieser Stadtteil New Yorks war zum größten Teil von Immigranten und Afroamerikanern bewohnt, wobei die Ober- und Mittelschicht in die besseren Vorstädte auswich, weil die Stadtviertel immer unansehnlicher wurden.

Somit blieb nur eine sozial isolierte, untere Schicht übrig, die mit einer hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen hatte. Die Jugendlichen verbrachten ihre Zeit also überwiegend auf der Straße, wo sie sich immer stärker der Kriminalität und dem Drogenhandel zuwendeten, um ihren materiellen und sozialen Status auszubauen. So bildeten sich Gangs und Banden, die sich heftige Rivalitätskämpfe auf den Straßen lieferten.

Hip-Hop ermöglichte es den Jugendlichen, die Kämpfe mit Musik und Sprechgesang anstatt mit Waffen und blutigen Auseinandersetzungen auszuführen. Diese musikalischen Wettkämpfe wurden auf den sogenannten Blockpartys durchgeführt. Somit galt Hip-Hop gewissermaßen als einzige Alternative gegen Gewalt und Drogensucht in den Ghettos Amerikas.

Von Grandmaster Flash bis Kanye West

Hip-Hop hat viele verschiedene Wurzeln. Deswegen gibt es auch mehrere Künstler, die den Musikstil begründet und maßgeblich geprägt haben. Der Jamaikaner DJ Kool Herc wanderte in die Bronx ein und entwickelte Stile und Techniken, die später charakteristisch für den Hip-Hop wurden. Er führte das Sprechen über Instrumentalstellen ein und verlängerte diese recht kurzen Stellen, indem er zwei identische Musikplatten auf zwei Turntables ablaufen ließ. Dadurch waren die „breaks“ länger und die Menschen hatten mehr Zeit zum Tanzen („Breakdance“)

Eine weitere Hip-Hop-Größe der Anfangszeit war Grandmaster Flash, dem der Hip-Hop einige charakteristische Merkmale verdankt. Auf ihn gehen heutige Sampling-Techniken für DJs wie Cutting, Phasing und Backspinning zurück. Grandmaster Flash war der erste DJ, der Kopfhörer an sein System anschloss und damit einzelne Tracks ohne hörbaren Übergang mixen konnte. Auch Grandwizard Theodore und Afrika Bambaataa zählen zu den Pionieren des Hip-Hops.

Bis 1979 entwickelte sich Hip-Hop unbemerkt in den Armenvierteln von New York. Dann erst kamen die ersten Hip-Hop-Platten auf den Markt, etwa von Fatback Band und der Sugarhill Gang. Als die ersten Rap-Songs populär wurden, begann sich die Musikindustrie vermehrt für Hip-Hop zu interessieren. Immer mehr eigene Szenen entstanden in den Großstädten der USA. Rapper wie Run DMC, Public Enemy und Ice T. konnten sich auch in den Charts behaupten und wurde Hip-Hop mit der Zeit immer berühmter.

Einige Künstler, die heute auch in anderen Genres etabliert sind, haben ihre Wurzeln im Hip-Hop. DJ Spinna wurde ebenfalls durch seine Jugendzeit in Brooklyn geprägt. Mit zunehmender Popularität des Hip-Hop stieg auch der Einfluss des Genres auf andere Musikrichtungen.

In den 90er Jahren breitete sich Hip-Hop weltweit aus, es entwickelte sich ein regelrechter Hype um die Szene. Doch die wahren Rap-Größen stammen nach wie vor aus Amerika, allen voran Tupac Shakur und Notorious B.I.G. In Deutschland zählten Die Fantastischen Vier, Samy Deluxe und Fettes Brot zu den ersten Hip-Hop-Künstlern. Heute werden vor allem Stars wie Pharrell Williams, Kanye West, Drake und Kendrick Lamar gefeiert.

Die Entwicklung der Rap-Musik

Rap, das englische Wort für Plauderei, Unterhaltung, ist ein schneller, rhythmischer und markanter Sprechgesang. Oftmals wird Rap-Musik mit Hip-Hop gleichgesetzt, dabei ist Rap kein eigener Musikstil, sondern lediglich eine Richtung der Hip-Hop-Musik. Er ist ein Teil der Kultur, ähnlich wie Breakdance oder Beatboxing.

Einer der historischen Wegbereiter des Raps im US-amerikanischen Hip-Hop ist das sogenannte Toasting, eine Art Sprechgesang, bei dem meist improvisiert gesprochen, gesungen und der eigentliche Gesang kommentiert wird. Es leitet sich ab von den Toasts der Afrikaner, die einst nach Amerika verschleppt wurden. Die Toasts waren Treffen afrikanischer Männer, mit denen sie ihre Tradition des Geschichtenerzählens fortführten. Mit der Zeit entstanden bei den Toasts auch die Verbal Contests, die sich später im Hip-Hop zum Battle-Rap weiterentwickelten. Das Toasting wurde in den 1960er und 70er Jahren auch in Jamaika sehr populär.

Rap, wie wir ihn heute kennen, entstand durch die Wettkämpfe der DJs auf den Blockpartys. Die DJs sprachen immer längere und ausgefeiltere Texte über der Musik und begannen zu reimen, um ihren Wiedererkennungswert zu steigern. Je origineller und besser die Texte waren, desto höher fiel die Anerkennung aus. Inzwischen hat sich der Rap von seinen Hip-Hop-Wurzeln gelöst. Er wird nun auch in anderen Musikstilen eingesetzt: in der Pop-Musik, Eurodance, Crossover, Digital Hardcore und Nu Metal.

Modische Einflüsse der Rapkultur

Die Rapkultur hat einen deutlichen Einfluss auf die Musiklandschaft in Deutschland und der Welt ausgeübt und tut es immer noch. Doch auch in Sachen Mode und Styling sind die Einflüsse aus dem Hip-Hop heute noch zu sehen. Man muss inzwischen nur etwas genauer hinschauen.

Hip-Hop-Kleidung im Wandel der Zeit

In den Anfangsjahren des Hip-Hops spielte die Mode eine herausragende Rolle. Sie erfüllte gleich mehrere Zwecke: der spezifische Kleidungsstil der Hip-Hop-Szene war ein Gegenpol zum Disco-Trend, der damals vorherrschte, und galt als Erkennungszeichen unter den Hip-Hoppern. Mit der Kleidung war es möglich, seinem Leben in den sozialen Brennpunkten Amerikas optisch Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig erlaubte es der Kleidungsstil, die eigene Persönlichkeit zu präsentieren und sich damit als Individuum auszuzeichnen.

Klassischerweise verbindet man mit dem Kleidungsstil eines Hip-Hoppers weite Hosen und Shirts sowie Kapuzenpullis, bequeme Sneaker, lockere Westen und Mützen oder Baseball-Caps. Vor allem in der Anfangszeit gehörten überdimensionale Sonnenbrillen und Schnürsenkel, locker geknüpfte Kopftücher sowie Ringe über mehrere Finger dazu.

Die Kleidung war farblich an die Ästhetik von Graffiti angelehnt. Die Kleidungsstücke waren in der Regel stark gebraucht, da das Geld für neue und erst recht für teure Kleidung fehlte. Doch mit dieser Kleidung kann man problemlos einen Breakdance hinlegen und den Tag auf der Straße verbringen.

Zu Zeiten des Gangsta-Raps wurden die tiefsitzenden Hosen zum Trend. Sie wurden entweder mit Kapuzenshirts und Timberland-Stiefel oder mit Flanell-Hemden und Sneakers kombiniert. Das Tragen von tiefsitzenden Baggy-Pants stammt aus den US-amerikanischen Gefängnissen. Dort musste man als Insasse seinen Gürtel abgeben, sodass die Hose tiefer rutschte. Nach der Zeit im Knast trug man die Hose weiterhin so, um sein hartes Image zu unterstreichen. Ein paar Jahre später, also ab der Mitte der 90er Jahre, war kurzzeitig der Mafia-Stil in der Hip-Hop-Szene angesagt, wie er in den Spielfilmen getragen wurde.

Die Hip-Hop-Kultur hat mit ihrem typischen Kleidungsstil maßgeblich unsere heutige Kleidung geprägt. Verschiedene einst charakteristische Merkmale finden sich inzwischen auch in anderen Bereichen wieder. Was beispielsweise als legere Klamotte der afroamerikanischen Ghettos begann, wird heute als Streetstyle oder Urban Fashion weltweit getragen.

Der Stil ist sich über die Jahre treu geblieben, hat allerdings einige Veränderungen in Sachen Design und Qualität durchgemacht. Denn heute ist Hip-Hop-Kleidung edler und wird auch von teuren Labels produziert, darunter Gucci, Valentino, Saint Laurent und Givenchy.

Wie erfolgreiche Rapper die Mode beeinflussen

Von Anfang an prägten die Hip-Hopper die Musikszene durch ihren typischen Kleidungsstil. Besonders seit den 90er Jahren beeinflussen sie damit maßgeblich die Mode in unserer Gesellschaft. Während zuvor einige Künstler die Goldkette um den Hals populär machten, setzte man in den 90ern auf helle, neonfarbene Kleidung und Accessoires wie Baseball-Caps in ungewöhnlichen Stilen.

Der Style, die Baseball-Cap verkehrt herum aufzusetzen, offene Turnschuhe und extrem weite Hosen zu tragen, geht auf Kool Herc, einer der Begründer des Hip-Hops, zurück. Musiker aus der Hip-Hop-Szene hatten daher schon immer einen großen Einfluss auf das, was ihre Fans und Anhänger tragen. Sie ahmen den Style nach, den ihre Idole vorleben.

Ein Modetrend ist gewissermaßen erst dann einer, wenn ihn auch die Stars tragen. Der Rapper Drake und viele andere Stars der Musikszene schwören aktuell auf Windbreaker, die – ganz gemäß dem Streetstyle – mit weiten Schnitten und großen Logos daherkommen. Die Jacken sind deshalb auch bei Stars so beliebt, weil sie Funktionalität und trendiges Design in sich vereinen. Kleidungsstücke wie die Bomberjacke, Hoodies und weiße Turnschuhe wurden ebenfalls erst durch die Hip-Hop-Szene zum Trend, der mittlerweile schon seit Jahren angesagt ist.

Auch bei dieser Subkultur macht sich die Modeindustrie den Bekanntheitsgrad von Rappern aktiv zunutze und so bringen die großen Stars in Zusammenarbeit mit verschiedenen Modelabels ihre eigenen Kollektionen auf dem Markt. Gleichzeitig promoten sie damit bestimmte Marken und setzen neue Trends. Kanye West hat eine Zeitlang mit Nike zusammengearbeitet, seit einigen Jahren bringt er seine Yeezy-Kollektion bei Adidas heraus. Seine Sneakers sind so beliebt, dass in Deutschland eine Woche lang vor den Sneaker-Stores gecampt wurde, um ein eigenes Paar zu ergattern.

Auch die Kollektionen von Pharrell Williams sind immer schnell ausverkauft. Der Hip-Hop-Star hat ebenfalls Kollaborationen mit Adidas. Das Thema Umweltschutz liegt ihm besonders am Herzen. Der Clou: in Zukunft soll die Kleidung aus recyceltem Plastik hergestellt werden. Trotz aller modischen Einflüsse von verschiedenen Stars bedeutet Hip-Hop für jeden etwas anderes. Es ist vieles, aber eben kein Dresscode.

Rapmusik und ihre Relevanz

Hip-Hop hat in den 90er Jahren einen weltweiten Hype ausgelöst und das nicht nur in musikalischer Hinsicht. Vielmehr hat sich daraus ein Lebensgefühl entwickelt. Auf dem Weg zu einer alltags- und gesellschaftstauglichen Kultur musste der Hip-Hop einige seiner bedrohlichen Federn lassen. Dafür ist er auch heute noch weltweit lebendig.

Der Hip-Hop-Hype

Hip-Hop hat in den vergangenen vier Jahrzehnten einige Entwicklungen mitgemacht: Aus einer Musikrichtung wurde eine Jugendkultur, aus der Jugendkultur eine Bewegung und aus der Bewegung ein Lebensgefühl. In der Bronx, die von Bandenkriegen zerrissen war, schaffte Hip-Hop mit Hilfe der Blockpartys einen Ort, an dem die Bewohner des Viertels zusammenkommen konnten. Dadurch entstand ein Gemeinschaftsgefühl, das den Hip-Hop auch heute noch prägt.

In den 80er Jahren wurde aus der Musik der sozialen Unterschicht Amerikas allmählich ein massentaugliches und ab den 90ern vor allem globales Phänomen. Zu dieser Zeit schwappten Hip-Hop und Rap schließlich auch nach Deutschland über. Die Musik in den 90er Jahren war stark vom Englischen geprägt. Rap hat gezeigt, was mit der eigenen Muttersprache in Sachen Wortfluss, Versmaß und Reimtechnik alles möglich ist. Das Rappen in der Muttersprache hat somit dafür gesorgt, dass die deutsche Sprache bei den Jugendlichen inzwischen wieder angesagt ist. Insofern trägt der deutsche Rap zum Erhalt unserer Sprache als eines der wichtigsten Kulturgüter unserer Gesellschaft bei.

Die Faszination der Rap-Musik

Was als friedliche Variante zu den brutalen Straßenkämpfen in den New Yorker Ghettos begann, hat sich inzwischen zu einem weltweiten Kult entwickelt. Überall entstanden eigene Hip-Hop-Szenen, überall wird heute in Muttersprache gerappt. In den Texten werden seit jeher Statements zu aktuellen Themen verarbeitet. In der Anfangszeit ging es allgemein um gesellschaftliche Zustände.

Auf diese Weise diente die Rap-Musik der Bevölkerung als Sprachrohr, um die sozialen Umstände zu kritisieren und die Politik infrage zu stellen. Das war in den Anfangsjahren für die Hip-Hop-Anhänger besonders wichtig und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in der Szene. Es geht in den Texten aber nicht mehr nur in das Leben in Armenvierteln, sondern um das Leben allgemein, erzählt wird von Werten, Gefühlen und ähnlichen Themen.

Hip-Hop wurde deswegen so populär, weil es eine künstlerische Art ist, die eigene Meinung zu äußern und sich zu präsentieren, die eigene Persönlichkeit auszudrücken. Das geht zum einen über die Sprache in Form von Rap, zum anderen über den spezifischen Kleidungsstil. Nicht zuletzt waren zumindest in der Anfangszeit Graffitis als bildschaffende Kunstform für die Hip-Hopper von Bedeutung, um ihre Pseudonyme in der Stadt zu verbreiten. Von Außenstehenden wurden Graffitis besonders früher als Schmiererei betrachtet. Heute wird in vielen Städten für kunstvolle Motive Raum geschaffen.

Gegenwart und Trends

In seiner Anfangszeit war Hip-Hop eine Subkultur für dunkelhäutige Jugendliche aus der sozialen Unterschicht in Amerika. Heute ist er auf der ganzen Welt bekannt und prägt überall das Stadtbild und die kulturelle Landschaft. Im Laufe der Zeit hat sich der Musikstil aus den Armenvierteln zu einem gesellschaftlich akzeptierten Lebensgefühl entwickelt und dabei einige Veränderungen durchgemacht.

Diese betreffen sämtliche Bereiche des Hip-Hops: Musik, Breakdance, Kleidung und Graffiti. Die Musik ist gesellschaftstauglich geworden. Die derben Texte, die zu Zeiten des Battle-Raps dazu dienten, den Gegner mit aggressiven Textzeilen und vulgären Ausdrücken zu provozieren und einzuschüchtern, fallen heutzutage kaum noch negativ auf. Breakdance hat sich auch abseits vom Hip-Hop zu einem bekannten und beliebten Tanzstil entwickelt, der den Tänzern viel athletisches Können und Disziplin abverlangt.

Die Kleidung hat sich von einem Szene-Style zu einem globalen Kleidungsstil, der Street Fashion, entwickelt und hat damit seinen Weg in die Läden und Kleiderschränke der breiten Allgemeinheit geschafft. Nahezu jeder trägt Street Fashion, auch oder gerade, weil sie überwiegend kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Style zu tun hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen musikalischen und künstlerischen Trends, die seit den 60er Jahren aufkamen und wieder im Nirvana verschwanden, kann sich Hip-Hop schon seit vier Jahrzehnten halten – und das weltweit. Zwar hat der Hip-Hop in der Zeit einige Veränderungen durchlebt und unterliegt auch heute noch einem stetigen Wandel. Ein Ende des Hypes um die Musik und das Lebensgefühl ist aber nicht in Sicht, genauso wenig ist der vielfältige Einfluss des Hip-Hops auf unsere Gesellschaft längst unsterblich geworden.