Hessnatur: Ein Unternehmen setzt sich für Alpakas ein

Hessnatur: Ein Unternehmen setzt sich für Alpakas ein, hilft den Hirtenfamilien und erschafft mit deren Wolle Trends für Outdoormode

Hess Natur steht für Respekt bei Mensch und Umwelt. Das Unternehmen entstand 1976 und zählt heute zu den führenden nachhaltigen Bekleidungsfirmen in Deutschland. Seit damals wurden viele Projekte auf den Weg gebracht und eines davon ist das Alpakaprojekt.

Alpaka Hessnatur Nachhaltigkeit
© Unsplash

Alpakawolle zählt neben der Wolle der Merino-Schafe, oder der von Angora- und Kaschmir-Ziegen zu den feinsten Woll-Arten der Welt. Eine dieser Fasern ist meist weniger als 20 Mikron dünn oder nur geringfügig dicker. Mikron steht für Mikrometer, also einen Millionstel Millimeter. Zum Vergleich: Ein einzelnes Haar von dir misst durchschnittlich 50 Mikrometer. Deswegen spürst du es auch sofort, wenn es irgendwo an einer ungewohnten Stelle deinen Körper berührt. Genauso spürst du verschiedene Woll-Arten auf der Haut – zum Beispiel die unserer einheimischen Schafe, weil diese Schurwolle eine Dicke von über 40 Mikrometer hat. Trägst du Textilien aus solcher Schafwolle etwas länger auf der Haut, verstärkt sich die spürbare Berührung der einzelnen Fasern zu einem unangenehmen Kratzen. Wolle kratzt, heißt es deswegen oft pauschal. Das gilt aber nicht für die Alpakawolle in hessnatur Textilien und Outdoorkleidung. Die Alpaka-Tiere tragen zwar ebenso grobe Wolle, aber daraus entstehen eher Garne für Heimtextilien oder Oberbekleidung ohne Hautkontakt. Andere Bekleidungsstücke mit Hautkontakt und genauso Outdoorbekleidung verwenden überwiegend die feinsten, hautschmeichelnden Sorten Alpakawolle wie Baby Royal, Baby Alpaka oder Superfine. Aber wo kommt diese Wolle her und wie wird daraus hessnatur Outdoor Kleidung aus Naturmaterialien?

So entsteht Alpakawolle auf Alpaka Farmen

Das Beispiel von hessnatur-Mode und dem Alpaka Projekt des Unternehmens erzählt dir die ganze Geschichte der Alpakawolle und ihre Verwendung für funktionale Bekleidung. Schon seit Gründung in den Siebzigerjahren setzen die hessischen Modemacher ausschließlich auf Bio- Materialien und Nachhaltigkeit. Die Geschichte begann mit ökologischer, nachhaltiger Baumwolle für Baby-Bekleidung. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte entstand daraus eine komplette Bio Modekollektion für Damen und Herren inklusive vieler funktionaler Textilien für Outdoor. Nach Baumwolle wurden dafür zunehmend auch andere Naturfasern genutzt – zum Beispiel die Alpakawolle. Die Hess-Natur-Mode folgte dabei immer zwei Grundsätzen: Natürlich soll die Mode für Alltag, Büro, Freizeit immer schick oder für Outdooraktivitäten genauso funktional sein. Gleichzeitig soll sie aber auch die Bedingungen und Grundsätze des Fairtrades erfüllen. Beim Fairtrade-Gedanken steht das Wohl der Erzeuger im Mittelpunkt. Bauern erhalten von hessnatur faire Preise für ihre Produkte wie Baumwolle und werden außerdem unterstützt, ökologische, soziale oder wirtschaftliche Strukturen in ihrer Heimat aufzubauen, die ihnen insgesamt ein besseres Leben ermöglichen. Das Gleiche gilt für Tierzüchter wie die Familien, die Alpaka-Herden besitzen und mit Achtung des Tierwohls hessnatur fair produzierte Alpakawolle liefern.
 

Du triffst diese Menschen überwiegend im südamerikanischen Peru in den Gebirgsregionen der Anden. Dort hat die Alpaka-Kamel-Art ihren natürlichen Lebensraum. Die bekanntesten Vertreter sind die Huacaya- und Suri-Alpakas. An den oft kargen Gebirgshängen wächst die Lieblingsnahrung dieser Tiere: Gräser. In Höhen zwischen 4.000 und 6.000 Metern sprießen die natürlich nicht in Hülle und Fülle wie auf den Weiden bei uns im Flachland. Deswegen sind es die verschiedenen Alpaka-Arten gewohnt, für ihr Futter täglich große Entfernungen zurückzulegen. Dabei begleiten sie die Alpaka-Farmer und ihre Familien oft den ganzen Tag. Das ähnelt ein wenig dem Hüten einer Schafherde. Genauso leben diese Tiere dort: in größeren Alpaka-Herden. Einmal im Jahr geht es für viele von ihnen zur Schur. Manche Arten werden auch nur alle zwei Jahre geschoren. Diese Schur sieht hier ganz anders aus als eine typische Schafschur. Würden die wolligen Andenbewohner genauso stark geschoren, müssten sie bald erfrieren. Denn die klimatischen Bedingungen in den Anden sind nicht nur im Winter extrem. Selbst im Sommer fällt das Thermometer nachts häufig in den Minusbereich und schon in Frühjahr oder Herbst sind Nachttemperaturen von minus 25 Grad möglich. So bleibt aber pro Tier durch eine Schur nicht sehr viel Wolle übrig. Dazu ist diese Kamel-Art deutlich kleiner als ihre Verwandtschaft und besitzt entsprechend weniger Fell oder Wolle. Alle Alpaka-Arten werden durchschnittlich nur rund einen Meter groß. Am Ende halten Alpaka-Farmer von jedem Tier deswegen gerade einmal drei bis sechs Kilogramm Wolle nach einer Schur in den Händen. Zur Weiterarbeitung als Garn für hessnatur Mode eignet sich davon nur rund die Hälfte. Das reicht bestenfalls für zwei Alpaka-Pullover oder eine Alpaka-Jacke. So erklärt sich schließlich auch, warum Alpakawolle oder Alpaka-Kleidung vergleichsweise teuer ist. Es gibt nur sehr wenig von dieser Wolle auf der Welt.

Wolle wie gemacht für Outdoorkleidung und faire Mode mit Sozialprojekten

Auf unserer Erde leben rund viereinhalb Millionen Alpaka-Tiere. Die meisten davon – etwa 80 Prozent – in Peru. Hierzulande gibt es zwar auch einige Alpaka-Besitzer und Züchter, aber die Zahlen ihrer Tiere sind so klein, dass sie nicht als nennenswerte Wolllieferanten infrage kommen. Deswegen sind wir hier auf die peruanische Alpakawolle angewiesen. Dort vor Ort zeigt sie schon ihre optimale Eignung für die hessnatur Outdoormode. So wie sie die Tiere in den Bergen wärmt, kann sie später auch dich wärmen, wenn du mit einem Alpaka-Oberteil bei Wind und Wetter draußen unterwegs bist. Schnell wirst du dann auch die weiteren Outdoor-Qualitäten und die Widerstandsfähigkeit dieser besonderen Wolle bemerken. Alpakaschurwolle zeigt sich neben ihrem Kälteschutz sehr feuchtigkeitsabweisend. Darin gekleidet macht dir ein Regenschauer nichts aus. Sie nimmt kaum Feuchtigkeit auf und gibt die aufgesogene Menge anschließend schnell wieder ab. Das Prinzip wirkt bei Regen von außen wie beim Schwitzen von innen, damit du auch bei größerer körperlicher Aktivität in der Kleidung trocken und angenehm temperiert bleibst. Gleichzeitig steckt in der Wolle ein natürlicher UV-Schutz, der deine Haut vor den Folgen intensiver Sonneneinstrahlung schützt. Schließlich sind diese Wollfasern noch sehr leicht, aber trotzdem belastbar, reißfest und damit langlebig sowie schmutzabweisend – weitere wichtige Eigenschaften guter Outdoorkleidung.

Obwohl die Wolle ihrer Tiere sehr hochwertig und weltweit begehrt ist, leben viele Alpaka-Hirten oder Züchter in Peru in sehr armen Verhältnissen und haben zudem täglich mit den rauen Elementen in der Natur ihrer Heimat zu kämpfen. Um das zu ändern, ist vor einiger Zeit das Hess-Natur-Sozialprojekt in Peru gestartet. Die Hirten und ihre Familien erhalten neben besseren Einkünften durch faire Wollpreise mit dem Projekt von hessnatur weitere Unterstützung für bessere Lebensbedingungen. Ein Teil des Projekts konzentriert sich beispielsweise darauf, den Familien ein Leben in modernen, vorbildlichen Hirtenhäusern zu ermöglichen. So bekommen viele von ihnen überhaupt das erste Mal in ihrem Leben ein Haus mit sanitären Anlagen, einem Wasserspeicher oder einer Küche zu Gesicht. Was uns hier als Selbstverständlichkeit erscheint, ist für die Alpaka-Farmer, die ansonsten in einfachsten Lehmhütten leben, eine große Verbesserung der Lebensqualität für die ganze Familie. Mit den Häusern wird außerdem der ökologische Nachhaltigkeitsgedanke der hessnatur Mode bis zu ihren Erzeugern getragen. Denn alle Häuser richten sich an modernen umweltfreundlichen Konzepten aus. Sie besitzen dazu unter anderem eine Regenwasser-Rückgewinnung, ein kleines Gewächshaus für eine bessere Selbstversorgung in dem rauen Klima und sogar eine Solaranlage für umweltbewusste Energieerzeugung.

Zusammengefasst: Mit dieser hessnatur Outdoorkleidung aus Alpakawolle tust du nicht nur dir sehr viel Gutes!

 


 


 


 


 

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