Girlboss 2020: Die wichtigsten Tipps für Existenzgründerinnen

Hin und wieder neue Wege zu gehen, ist wichtig und hält das Leben abwechslungsreich. Auch der ewig gleiche Trott und die mangelnde Freiheit des Angestelltendaseins lassen immer mehr Frauen über den Schritt in die Selbständigkeit nachdenken. Wer eine kluge Idee hat und Durchhaltevermögen beweist, kann schon im nächsten Jahr tatsächlich etwas erreichen. Die fünf folgenden Tipps liefern eine erste Orientierung.

©  Brooke Lark on Unsplash

Traumjob Chefin: Durchaus erreichbar, aber kein leichtes Unterfangen.

1. Die Richtung bestimmen und konkretisieren

Zur Selbständigkeit gehört auch die Spezialisierung. Wer sich als Expertin positionieren kann, schafft in aller Regel eine vorteilhaftere Basis für die Existenzgründung als all jene, die einen zu großen Bauchladen vor sich hertragen. Der Verbraucher, Kunde oder Klient nämlich sucht nur selten nach Alleskönnern und wünscht sich vielmehr Profis, die ihm seine konkreten Fragen beantworten und seine speziellen Vorstellungen treffen.

Frauen sollten sich daher nicht scheuen, auf die Suche nach einer sogenannten Nische zu gehen und sich hier zu positionieren. Das mag im ersten Moment seltsam klingen, denn die Zielgruppe verkleinert sich durch eine Spezialisierung. Gerade hier jedoch liegt die Ursache für den Erfolg des Nischendaseins. In der Umgebung nämlich wird es – wenn überhaupt – nur wenige Konkurrenten geben, sodass die eigene Adresse zum Anziehungspunkt wird.

Wer sich etwas schwer damit tut, eine Nische zu finden, sollte sich unbedingt Zeit nehmen. Es kann hilfreich sein, über mehrere Tage aufzuschreiben, was im eigenen Job wirklich wichtig ist, was erreicht werden soll und was am meisten Freude bereitet. Und hakt die Nischensuche im Selbstversuch, kann auch ein fähiger Coach bei der Richtungsfindung helfen.

2. Finanziell genau kalkulieren

Die Gründung einer beruflichen Existenz ist nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern bringt meist auch finanzielle Hürden mit sich. In vielen Fällen nämlich muss vor der Gründung zunächst ordentlich investiert werden, um den späteren Kunden guten Service bieten zu können. Ob Regale und Spender im eigenen Unverpackt-Laden, der gute Stuhl für den Kosmetik-Salon oder auch den leistungsstarken PC für das Grafik-Büro: Am Equipment sollten Selbständige nicht sparen, auch wenn es verlockend erscheint.

Oft ist es so, dass gerade die Ausstattung des eigenen Unternehmens über die Qualität der Leistungen entscheidet und auch die Auffassung des Kunden beeinflusst. Künftig Selbständige tun daher gut daran, sich eingehend mit dem finanziellen Bedarf zu befassen und eine detaillierte Kalkulation aufzustellen. Auch ist es nützlich, bei unterschiedlichen Stellen nach Gründungszuschüssen zu fragen, denn diese können die Finanzlücke etwas senken.

Zusätzlich ist es keine Seltenheit, wenn vor der Gründung des eigenen Unternehmens auch ein Kredit aufgenommen werden muss. Hier lohnt es sich, klug zu kalkulieren, Anbieter zu vergleichen und die Höhe der leistbaren monatlichen Raten so festzulegen, dass auch wichtige Ausgaben für Versicherungen und Steuer bedient werden können. Der abgeschlossene Kredit wird dann in den ersten Jahren der Selbständigkeit abgetragen und kann in manchen Fällen auch die steuerliche Last senken.

3. Ein Hilfs-Netzwerk aufbauen

Eine Erkenntnis, die vielen Existenzgründerinnen sehr schnell kommt: Alleine geht es nicht. Selbst wenn es ich beim eigenen Unternehmen um eine „One-Woman-Show“ handelt, ist ein unterstützendes Netzwerk das A und O. In diesem Netzwerk können Freunde, Bekannte, Verwandte und Experten bestimmte Rollen spielen und dem Projekt auf unterschiedliche Art und Weise den Rücken stärken.

Wer sich beispielsweise mit Finanzen beschäftigen und nicht in die (Un)Gleichberechtigungsfalle tappen will, braucht den klugen Rat einer selbständigen Frau, die zu guter Preisgestaltung motiviert. Auch fähige Steuerberater, Webdesigner und Texter sind im Netzwerk selbständiger Frauen in vielen Branchen gerne gesehen. Freundinnen und Verwandte können darüber hinaus dabei helfen, die Reichweite zu erhöhen und die Werbetrommel zu rühren.

4. Rechtliche Details kennenlernen

Sich in Deutschland selbständig zu machen, fühlt sich an wie eine Gratwanderung. Links und rechts der schmalen Linie warten zahlreiche Gesetze, Normen, Voraussetzungen und Pflichten auf die Selbständigen, was den Start kompliziert und manchmal sogar unmöglich erscheinen lässt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, vor der Gründung mit kompetenten Beratern zu sprechen, die rund um Themen wie

  • der besten Rechtsform,

  • steuerlichen Aspekten,

  • Datenschutz,

  • Freiberuflichkeit oder Gewerbe,

  • und eventuellen Zulassungsbedingungen

genau Bescheid wissen.

Es mag sein, dass eine solche Beratung zunächst etwas Geld kostet. Dafür jedoch schützt sie unter Umständen vor empfindlichen Geldstrafen, Gerichtsverfahren und einer Menge Stress. Hier gilt also wieder der Grundsatz, dass sich Investitionen zu Beginn der Gründung lohnen.

5. Achtung Versicherung!

Selbständige müssen sich in Deutschland eigenständig um ihre Sozialversicherung kümmern. Dabei ist es nicht immer möglich, in der Familienversicherung krankenversichert zu bleiben. Wie die genauen Bedingungen aussehen, hat bkk-bpw.de zusammengefasst. Zusätzlich sind manche Selbständige auch dazu verpflichtet, Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen. Wer das genau ist und wie das Vorgehen aussieht, erklärt die Behörde auf ihrer Website.

Fest steht: Schon die Sozialversicherung kann für Selbständige teuer werden. Die Existenz muss also unbedingt gewinnbringend gestaltet werden, um langfristig nicht in die roten Zahlen zu rutschen. Zusätzlich gibt es wichtige Versicherungen, die je nach Situation abgeschlossen werden sollten. Hierzu gehören

  • eine Berufs- oder Betriebshaftpflicht

  • eine Rechtsschutzversicherung für das Unternehmen

  • und eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Wer einen fähigen Versicherungsberater kennt, sollte sich von diesem unbedingt zu notwendigen Produkten informieren lassen. Gibt es niemanden im eigenen Netzwerk, kann das Thema Versicherung auch im Rahmen einer Existenzgründungsberatung angesprochen werden.

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