Frauen und Spielsucht: Besteht eine besondere Suchtgefahr?

Sind Frauen in Online Casinos besonders suchtgefährdet?

Spielsucht bezeichnet den zwanghaften Drang, an Glücksspielen teilzunehmen. Menschen weltweit leiden an Spielsucht, da sie die gleichen Symptome mit sich bringt wie Alkohol- oder Drogensucht. Wenn Menschen unkontrolliert an Spieltischen und Automaten in Casinos oder im Internet am Glücksspiel teilnehmen, können sie ihr ganzes Vermögen verlieren. Viele verschulden sich sogar. Die Folgen der Spielsucht stellen sich bei vielen somit als dramatisch dar. Ohne professionelle Hilfe schaffen nur wenige den Ausstieg. Obwohl die Anzahl der Frauen, die dem Glücksspiel erliegen, geringer ist, sind die weiblichen Spieler ebenfalls gefährdet. Sind Frauen gar besonders suchtgefährdet? Und werden die Risiken durch Online Casinos verstärkt?

© GregMontani / Pixabay Ob Roulette oder andere Spiele, der unkomplizierte Zugang zu Glücksspielen birgt Gefahren.

Was ist Spielsucht?

Spielsüchtige – Männer wie Frauen – verbringen einen großen Teil ihrer Zeit beim Glücksspiel. Das kann sich auf mehrere Stunden täglich ausweiten und stellt somit ein ernsthaftes Problem dar. Mit der Spielsucht einhergeht nicht nur ein Verlust von viel Geld, sondern auch von sozialen Kontakten. Spielsüchtige isolieren sich und kapseln sich von Freunden und Familie ab.

Anders als bei der Sucht nach bestimmten Stoffen wie Alkohol oder anderen Drogen handelt es sich bei der Spielsucht um eine Verhaltenssucht. Die Symptome sind allerdings ähnlich. Es kommt zu einem Kontrollverlust und es besteht ein innerer Zwang, ständig an Glücksspielen teilzunehmen. Neben hohen Schulden und der Isolation droht auch ein Verlust des Arbeitsplatzes, weil die Sucht überhandnimmt und Pflichten vernachlässigt werden.

Die suchtfördernde Wirkung von Glücksspiel liegt in der Ausschüttung der Glückshormone im Gehirn begründet. Beim Spielen bzw. in erster Linie bei Gewinnen wird ein euphorisches Gefühl ausgelöst, das sich sogar in körperlichen Symptomen wie Kribbeln und Hitzegefühl zeigen kann. Die Jagd nach dieser Euphorie ist häufig der Grund für die Spielsucht.

Spielsucht ist als Krankheit anerkannt

Pathologisches Glücksspiel (pathological gambling) ist von den Krankenkassen als Krankheit anerkannt. Je nachdem, welche Therapie angewandt wird, übernehmen die Krankenkassen deshalb auch die Kosten dafür. Die bestmögliche Therapie muss mit einem Arzt und der Krankenkasse im Einzelfall abgestimmt werden.

Die Sucht nach dem Glücksspiel kann sich nämlich zum einen unterschiedlich auswirken und zum anderen verschiedene Ursachen haben. Der größte Anteil der Spielsüchtigen spielt Automatenspiele, wie sie vor allem in Spielhallen stehen. Erst danach folgen Casinos, Sportwetten sowie Karten- und Würfelspiele.

In den letzten Jahren sind vor allem deutsche Online Casinos immer beliebter geworden, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Sie laden zu einem schnellen Spiel zwischendurch ein und sind dank der leichten Zugänglichkeit jederzeit und überall erreichbar. Bei Bedarf können Sie sich über Glücksspiel im Internet auf dieser Seite informieren.

Schätzungsweise fallen knapp 200.000 Menschen in Deutschland in die Kategorie der pathologischen Spieler und Spielerinnen. Die Dunkelziffer ist jedoch deutlich höher, weil in den Statistiken hauptsächlich nur Betroffene aufgeführt sind, die sich bereits Hilfe gesucht haben. Der Großteil der Spielsüchtigen entfällt auf die männlichen Zocker, allerdings holen Frauen in diesem Bereich auf.

Online-Glücksspiel besonders gefährlich?

© Bru-nO / Pixabay Spielautomaten, auch als Slots bekannt, gibt es in Spielhallen, Casinos und auch im Internet.

Während Männer verstärkt Spielsucht bei Sportwetten und in Spielhallen entwickeln, sind die Spielgewohnheiten von Frauen anders. Sie spielen lieber Automatenspiele in Online Casinos, auch wenn der Anteil in den Spielhallen ansteigt. Suchtexperten warnen daher vermehrt vor dem Risiko durch Online-Glücksspiele für Frauen.

Soziale Gesichtspunkte spielen hier keine Rolle und Spielerinnen können in der Abgeschiedenheit dem Glücksspiel frönen. Daraus können leichter Probleme entstehen, als wenn sich Zockerinnen in der Öffentlichkeit über die Außenwirkung Gedanken machen müssen. Ein weiterer Grund für den Zuwachs an spielsüchtigen Frauen liegt darin begründet, dass es einfach mehr Frauen gibt, die mit ihrem Geld ins Risiko Glücksspiel eintreten.

Die Probleme bei zwanghaften Spielerinnen zeigen sich sowohl online als auch offline. Eine kurze Runde am Automaten kann schnell zu mehreren Stunden werden. Die Zeit verfliegt und genauso zügig ist auch das Geld weg.

Die Online Casinos bieten hier eine besonders einfache Möglichkeit, Zeit mit Glücksspiel zu verbringen. Man ist in wenigen Sekunden eingeloggt und kann sofort losgehen. Die ersten Glücksgefühle stellen sich ein, sobald kleine oder große Gewinne eingefahren werden. Eine längere Durststrecke muss durchgestanden werden, denn der erhoffte Gewinn kann ja sogleich in der nächsten Runde erfolgen.

Dank des leichten Zugangs über das Internet ist es Frauen möglich, 24 Stunden täglich zu spielen. Das funktioniert auch ganz hervorragend nebenbei, wenn tagsüber die Kinder betreut werden. Für viele Frauen ist das Glücksspiel abends ein Teil der Entspannung, nachdem die Kinder im Bett sind. Der Stress soll mit ein paar vergnüglichen Runden im Online Casino abgelegt werden. Selbstverständlich stellt das Glücksspiel im Internet auch für kinderlose und/oder berufstätige Frauen ein Gefühl der Befreiung dar.

Einschlägige Studien zum Thema Spielsucht haben nachgewiesen, dass sich Frauen durch Glücksspiele von emotionalem Stress und Sorgen befreien bzw. diese ausblenden wollen. Bei Männern hingegen ist die Motivation für die Geldspiele in der Aussicht auf Gewinne oder in der Ausübung von Macht begründet.

Daher bevorzugen Männer eher Glücksspiele wie Sportwetten und Kartenspiele, beispielsweise Poker. Diese Glücksspiele lassen vermehrt einen Einfluss durch das Geschick und Können der Spieler zu oder vermitteln zumindest den Eindruck, man könnte den Ausgang des Glücksspiels oder der Wette durch Geschick und Können beeinflussen. Frauen legen mehr Wert auf eine unkomplizierte Ablenkung, um sich vom Stress zu befreien. Dies finden sie am ehesten bei Spielautomaten, Bingo oder bei Videospielen im Online Casino.

Eine Umfrage hat ergeben, dass in Schweden zum ersten Mal die Zahl der spielsüchtigen Frauen größer ist als die der Männer mit dem gleichen Problem. Laut den Experten der Umfrage ist dies auch auf das Angebot der Online-Glücksspiele und der aggressiven Werbestrategie zurückzuführen. Die Gesamtzahl der Problemspieler ist seit der letzten Analyse 2015 gesunken, allerdings ist die Zahl der Frauen mit einem Glücksspielproblem gestiegen. Für Deutschland gibt es zwar keine vergleichbare Erhebung, jedoch vermuten Experten hierzulande eine ähnliche Entwicklung.

Das zeigt auch die Entwicklung des Spielerpools bei den Online Casinos. Immer mehr Frauen spielen in den Spielcasinos im Internet. Während der Anteil vor einem Jahrzehnt noch bei weniger als zehn Prozent lag, sind mittlerweile rund ein Drittel der Online-Zocker weiblich.

Ursache für Spielsucht liegt häufig in der Flucht vor Problemen

Dennoch ist es nicht die Lösung aller Probleme, Online Casinos zu verteufeln. Glücksspiel gab es schon immer und wird es immer geben. Das Zocken im Internet ist nur eine logische Folge des technologischen Fortschritts. Der Großteil der Spielerinnen und Spieler zeigt auch kein problematisches Verhalten beim Glücksspiel und weisen keine Abhängigkeit auf. Es besteht jedoch ein Risiko, das man nicht missachten darf.

Das Suchtverhalten geht meist einher mit weiteren psychischen Problemen oder Störungen. Die Betroffenen versuchen mit dem Glücksspiel ihren Problemen zu entfliehen, was allerdings die Probleme verstärken und die Spielsucht manifestieren kann. Spielsüchtige Männer und Frauen leiden häufig unter folgenden Krankheiten:

  • Alkoholsucht

  • Angststörungen

  • Bindungsangst

  • Depressionen

  • Drogensucht

  • Panikattacken

  • Persönlichkeitsstörungen

Mehr als die Hälfte aller Spielsüchtigen soll auch unter Alkoholsucht leiden. Die Befriedigung beider Süchte kann gut miteinander kombiniert werden. Das geht in Spielhallen oder Casinos fast genauso problemlos wie im Online Casino in den eigenen vier Wänden. Maßzuhalten fällt vielen nach einer gewissen Zeit schwer, wenn man sich immer weiter in der Suchtbefriedigung verliert.

Allerdings ist der Anteil der alkoholabhängigen Spielsüchtigen unter Männern größer. Bei Frauen geht die Spielsucht meist mit anderen emotionalen Störungen einher. Aufgrund der Tatsache, dass die Motivation der Frauen – wie oben beschrieben – in der Ablenkung von Stress und emotionalen Problemen liegt, ist dieser Zusammenhang logisch.

Frauen zeigen früher problematisches Verhalten

Durch verschiedene Studien wurde bekannt, dass Frauen in der Regel später mit dem Glücksspiel beginnen als Männer. Allerdings verfallen sie dann schneller in ein problematisches Verhalten. Laut einem Bericht der Basisdokumentation im Suchtbereich (BADO) kommt problematisches Spielverhalten bei Frauen früher zum Tragen als bei Männern.

Die Entwicklung einer Spielsucht ist wie bei den meisten anderen Süchten auch ein schleichender Prozess. Mann oder Frau werden nicht von einem auf den anderen Tag spielsüchtig. Bei Männern werden Symptome des pathologischen Spielens durchschnittlich nach 3,5 Jahren offenbar. Bei Frauen sind es nur zwei Jahre.

Der BADO-Bericht hat auch Aussagen von Betroffenen zum Thema Suchthilfe ausgewertet. Hierbei wurde auch deutlich, dass Frauen im Schnitt später als Männer nach professioneller Hilfe suchen. Erst nach mehr als zwölf Jahren nehmen pathologische Spielerinnen Suchthilfe in Anspruch. Männer sind mit zehn Jahren allerdings auch nicht viel schneller.

Bin ich spielsüchtig?

Falls Sie selbst gerne in Online Casinos oder Spielhallen unterwegs sind, kommt Ihnen vielleicht die Frage in den Sinn, ob Sie als pathologische Spielerin oder Spieler gelten. Einfach zu beantworten, ist diese Frage nicht, weil sich Spielsucht nicht immer gleich auf den ersten Blick offenbart. Während die Anfänge meist harmlos sind, kann sich innerhalb von einigen Jahren ein problematisches Verhalten entwickeln.

Folgende Anzeichen sind bei spielsüchtigen Frauen und Männern zu erkennen:

  • Die Gedanken kreisen ständig um das Glücksspiel.

  • Der Versuch, mit dem Glücksspiel aufzuhören, verschlechtert die Stimmung und macht unruhig oder gereizt.

  • Das Glücksspiel wird genutzt, um sich von Problemen oder schlechter Stimmung abzulenken.

  • Die Versuche, das Spielen zu kontrollieren oder zu beenden, sind erfolglos.

  • Verluste müssen unbedingt wieder reingeholt werden.

  • Andere Menschen werden belogen, um das Glücksspiel zu verheimlichen.

  • Die Einsätze werden erhöht, um den nötigen Kick zu erleben, selbst wenn die Einsätze weit über dem eigenen Budget liegen.

  • Das Glücksspiel führt zu Isolation; soziale Kontakte, Freundschaften, Beziehungen und der Arbeitsplatz werden vernachlässigt.

  • Es werden illegale/kriminelle Vorgehensweisen genutzt, um sich Geld für das Glücksspiel zu besorgen.

Die Spielsucht folgt keinen klaren Regeln, weshalb eine schnelle und eindeutige Bestimmung eines pathologischen Spielverhaltens schwierig ist. In der Regel gibt es drei Phasen bis zur Spielsucht, die je nach Person jedoch unterschiedlich ausgeprägt sind.

In der ersten Phase wird das Glücksspiel nur gelegentlich zum Vergnügen ausgeübt. Die Einsätze sind meist noch moderat, sorgen aber für einen gewissen Nervenkitzel. Die Spielerinnen und Spieler in dieser Phase werden als Gelegenheitsspieler bezeichnet. Die Gewinne sorgen für einen munteren Stimmungsaufschwung. Größere Gewinne können jedoch verlockend wirken, so dass immer häufiger gespielt wird.

Dann tritt der oder die Betroffene in den Gewöhnungszustand ein, bei der die Kontrolle über das Glücksspiel allmählich verloren geht. Nun wird regelmäßig gespielt und das Glücksspiel gehört zum Alltag. Glücksspiele haben den Charakter, dass sie zu Ungunsten der Spieler ausgelegt sind. Man sagt nicht ohne Grund: „Die Bank gewinnt immer“. Durch regelmäßiges Spielen übertreffen dann grundsätzlich die Verluste die Gewinne. Meist ist für die Spielerinnen und Spieler selbst der Kontrollverlust nicht zu erkennen.

Da das Glücksspiel nun einen großen Teil des Lebens in Beschlag nimmt, spricht man von Problemspielern. Das Selbstbewusstsein und die Stimmung hängen vom Ausgang des Glücksspiels und der Gewinne ab. Soziale Kontakte und die Arbeit rücken in den Hintergrund. Beziehungen werden distanzierter oder komplett abgebrochen, damit es zu keinen Konfrontationen kommt. Glücksspiel ist wie Alkohol ein Streitthema in der Beziehung.

Daraufhin geht der Spieler oder die Spielerin über in den Suchtzustand. Das Risiko und damit die Einsätze werden immer weiter erhöht, damit der nötige Nervenkitzel erlebt werden kann. Es gibt keinerlei Kontrolle mehr und das gleichzeitige Spielen, beispielsweise an mehreren Automaten in einer Spielhalle, ist keine Seltenheit.

Der Bezug zur Realität geht verloren, so dass auch die Verluste so hoch werden, dass die Betroffenen sich sehr stark verschulden. Die Konsequenzen kann auch der oder die Süchtige nicht mehr leugnen, allerdings wird als Ausweg das Glücksspiel mit den Gewinnen gesehen, was die Probleme nur noch weiter verschärft. Als weitere Folge treten häufig körperliche und psychische Störungen wie Angstzustände auf. Als wirklicher Ausweg kann nur professionelle Hilfe bei Spielsucht dienen.

Fazit – Problem der Spielsucht bei Frauen nicht auf Online Casinos zu beschränken

Es lässt sich festhalten, dass Spielsucht ein Problem ist, vor dem man nicht die Augen verschließen sollte. Allerdings sind Online Casinos nicht dafür verantwortlich, dass mehr Frauen spielsüchtig werden. Die Kombination verschiedener Umstände führt zu einer schleichenden Entwicklung bis hin zur Spielsucht. Wer betroffen ist oder denkt, er könne betroffen sein, sollte sich Hilfe suchen. Nur die wenigsten schaffen es, sich ohne professionelle Hilfe aus der Spielsucht zu befreien.

Bei den Abhängigen von chemischen Substanzen gibt es deutlich mehr Geschlechterstudien als für pathologisches Glücksspiel. Die Ähnlichkeiten zwischen den Störungen weisen jedoch darauf hin, dass ein besseres Verständnis der Korrelation zwischen der Spielsucht und dem Geschlecht vielversprechend für zukünftige Behandlungserfolge ist.

Bei den medizinischen Untersuchungen zeigt sich, dass mit der Spielsucht der Frauen anders umgegangen werden muss als bei Männern – auch wenn die auftretenden Symptome gleich bzw. ähnlich sind. Obwohl es nur wenige Studien in Bezug auf Spielsucht bei Frauen gibt, wird also deutlich, dass eine geschlechtsspezifische Spielsuchttherapie die richtige Herangehensweise ist. Eine Therapie mit Fokus auf emotionale Probleme und Bedürfnisse weisen bei Spielerinnen die größten Erfolgsaussichten auf.

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