Frauen und der Trend E-Zigarette

Frauen und der Trend E-Zigarette

Die Zeiten des qualmenden Cowboys sind vorbei, das qualmende Cowgirl hat es nie gegeben. Rauchende Frauen tauchen in der medialen Öffentlichkeit kaum auf. Allenfalls erleben wir heute im TV mal eine Kommissarin, die am Glimmstängel hängt, oder eine gesellschaftlich nicht akzeptierte Frau wie Lisbeth Salander, die als ambivalente Figur von Stieg Larsson in seiner „Millennium“-Trilogie mit Zigarette gezeichnet wird. 

Frau raucht E-Zigarette
© Pixabay
Zigaretten sind „out“ – besonders bei jungen Menschen

Zwei Welten prallen aufeinander?

Rauchen war anfangs eine Männerdomäne

Das Rauchen war zu Beginn eine Domäne der Männer, die sich in extra Zimmer zurückzogen, um dort im blauen Dunst zu schwelgen. Doch dann eroberten Frauen in Hosen die Universitäten und die Zigaretten. Das Rauchen wurde zum Ausdruck von Gleichberechtigung, von Freiheit und Verwegenheit. Und es war sexy, man denke nur an Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany, wie sie ihre Zigarettenspitze zwischen den behandschuhten Fingern hält. 

In den 1970er-Jahren, als die Gesundheitsschädlichkeit von Zigaretten bekannt wurde, rauchten weniger Männer, dafür mehr Frauen. Sie verdienten immer öfter ihr eigenes Geld und gaben es ganz nach Wunsch aus. Das Problem: Bei Frauen wirkt das Nikotin schneller, das Aufhören wird schwerer. Und während Männer gern in Gesellschaft rauchen, greifen Frauen oftmals zur Kippe, wenn sie Stress haben. 

Zigaretten sind „out“ – besonders bei jungen Menschen

Heute ist das Rauchen häufig verpönt, in der Öffentlichkeit oftmals nur unter erschwerten Bedingungen möglich und soll nicht propagiert werden. Erst kürzlich wurde das Werbeverbot für Tabakprodukte ausgeweitet. Dennoch rauchen immer noch rund ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands und beinahe so viele Frauen wie Männer. Allerdings tauchen junge Leute immer seltener in dieser Statistik auf. Sie greifen viel lieber zur E-Zigarette oder zur E-Shisha und lassen die Zigaretten links liegen. Dampfen ist in! Mittlerweile ist das nötige Equipment dafür an jeder Ecke zu bekommen.

Überall wird gedampft

Auch in den Medien sieht man immer öfter Stars und Sternchen mit der E-Zigarette. Kevin Spacey, Johnny Depp, John Cusack oder Robert de Niro, um nur einige zu nennen, waren auf der Mattscheibe schon dampfend zu sehen. Wieder einmal sind es hauptsächlich Männer, und der Eindruck ist ganz richtig. In der Dampferszene im echten Leben spielen Frauen zwar eine wichtige Rolle, bei den Konsumenten sind sie jedoch zahlenmäßig unterrepräsentiert. Nicht einmal ein Viertel aller Dampfer sind weiblich, und das ist in gewisser Hinsicht schade. Denn mit der Dampfe kann man es schaffen, vom Rauchen loszukommen.

Dampfen: ein Ausstieg aus der Nikotinsucht 

Unbestreitbar ist auch das Dampfen gesundheitsschädlich, es kann jedoch mit dem Rauchen nicht verglichen werden. Während in Zigaretten Hunderte Stoffe enthalten sind und neben Nikotin und Teer durch das Verbrennen des Tabaks weitere Giftstoffe entstehen, die stark abhängig machen können und die Gesundheit schädigen, besteht das Liquid, das in einer E-Zigarette verdampft wird, in der Regel nur aus zwei Bestandteilen. Hinzu kommt bei Bedarf noch Nikotin, das in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten sein kann. 

Ein guter Ersatz, von dem man leichter lassen kann

Das Dampfen eignet sich aus verschiedenen Gründen als Ausstieg aus der Sucht nach dem blauen Dunst. Es entsteht beim Inhalieren ein ähnlicher „Kick“ in der Lunge wie bei einer Zigarette. Für viele Raucher ist dieser Kick wichtig, deshalb können sie mit Light-Zigaretten nicht viel anfangen. Auch der entstehende Dampf, den man ausbläst, erinnert an das Rauchen und ist demzufolge ein guter Ersatz. Das Nikotin kann, wie gesagt, immer weiter abgesenkt werden, bis man nikotinfrei dampft. Es dann ganz zu lassen, ist nur noch ein kleiner Schritt. Die Liquids, die verdampft werden, sind in unzähligen Aromen und Geschmacksrichtungen erhältlich, sodass man sogar Pfirsich oder Himbeere und viele mehr verdampfen kann. Und auch für Fans der Menthol-Zigaretten, die seit dem 20.05.2020 verboten sind, gibt es Menthol Liquids als Alternative.

Frau mit E-Zigarette
© Pixabay
Ist Dampfen nachhaltiger als Rauchen?

Nachhaltigkeit ist in der heutigen Zeit ein sehr wichtiges Thema, dem wir auch immer wieder Aufmerksamkeit schenken. Es ist deutlich, dass sich die Welt in einem Wandel befindet. Man verzichtet auf Plastik, packt sein Obst in Papier ein und wirft keinen Müll in der Natur. Dinge werden geteilt, anstatt dass jeder eines kauft und Upcycling und Second Hand sind total im Trend. Und was hat das mit dem Dampfen zu tun?

Eigentlich hat es mehr mit dem Nicht-mehr-Rauchen zu tun, denn herumliegende Kippen haben einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Es ist nicht nur der Kunststoff Celluloseacetat, aus dem die Filter bestehen. Sie brauchen bis zu 15 Jahre, um sich ganz zu zersetzen. Darüber hinaus sind neben dem Nikotin auch Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) zu finden. 

Man kann also ohne Übertreibung sagen, dass jede Kippe, die nicht weggeworfen wird, ein echter Erfolg ist.

E-Zigaretten sind kein Einwegprodukt

Es lässt sich sagen, dass eine Dampfe beim Thema Nachhaltigkeit auf jeden Fall punkten kann, auch wenn sie als elektronisches Gerät bei der Herstellung natürlich auch Ressourcen verbraucht. Man verwendet sie jedoch länger und wirft sie nicht nach dem einmaligen Gebrauch weg. Bestimmte Einzelteile können erneuert, leere Liquidpods gegebenenfalls recycelt werden.

Fazit: Noch sind Frauen beim Thema Dampfen im Rückstand, doch sie werden die Männer einholen, wie es auch bei den Zigaretten war. Vielen Frauen kann die neue Technik dabei helfen, vom blauen Dunst zu lassen, was zu begrüßen ist.

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