Food Trend 2018: Weniger Fleisch, aber mehr Gemüse, bitte!

- Auch dieses Jahr hat wieder den einen oder anderen Food Trend im Gepäck. Wonach steht der Sinn im Jahr 2018? Wir zeigen dir, worauf es in der Sommersaison wirklich ankommt und wie du den Trend dank unserer Rezepte in kulinarische Köstlichkeiten verwandeln kannst.

Das Jahr 2018 wird fleischlos – und es glitzert

Wie in vielen anderen Branchen, unterliegt auch die Ernährungsindustrie jedes Jahr gewissen Modeströmungen. Während sich einige dauerhaft halten, verschwinden die meisten nach einer Saison wieder und machen Platz für neue Trends. Eine solche Eintagsfliege dürfte im Jahr 2018 der Trend zum Glitzer sein. Getränke, Kuchen, Erdbeeren: Im Jahr 2018 wird alles mit essbarem Glitzer verziert, was nur möglich ist. Das sieht zwar nett aus und macht sich gut auf Instagram & Co., bringt die Food Branche aber nicht wirklich weiter, wenn es um das Thema gesunde Ernährung geht. Ein Trend, der deshalb deutlich wichtiger ist und sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Dauer halten könnte, ist stattdessen jener zur Reduktion von Fleisch. Während veganes Essen nach einem mehrjährigen Hoch ein wenig an Bedeutung verloren hat, steht der Sinn nun nach einer ausgewogenen Ernährung mit zwar weniger Fleisch und Fisch, dafür aber mehr Gemüse.

Warum solltest du weniger Fleisch essen?

Es handelt sich damit um einen Food Trend, den viele Köche schon länger haben kommen sehen. Während die vegane sowie komplett vegetarische Lebensweise den meisten Menschen zu extrem ist und einen großen Verzicht bedeutet, möchten immer mehr zwar durchaus noch Fleisch essen, allerdings in geringerer Menge sowie besserer Qualität. Die Fleischindustrie musste in den vergangenen Jahren nämlich immer wieder Skandale einstecken und das Vertrauen der deutschen Gesellschaft in das Fleisch aus dem Supermarkt ist simultan gesunken. Eine der größten Sorgen betrifft dabei das häufig enthaltene Antibiotikum. Nach wie vor werden nämlich viele Fleischerzeugnisse durch Massentierhaltung generiert. Die Rechnung ist simpel: Je mehr Tiere auf kleinem Raum leben, umso mehr Geld lässt sich verdienen. Um bei diesem Platzmangel den Ausbruch von Seuchen, Krankheiten & Co quasi präventiv zu verhindern, wird beispielsweise Hühnern oder Schweinen Antibiotikum in großer Menge verabreicht. Rückstände dieser Antibiotika können sich im Fleisch sowie den Knochen der Tieren ablagern und beim Verzehr durch den Menschen aufgenommen werden. Schlimmstenfalls entstehen dadurch sogar lebensgefährliche Resistenzen.

Der Verzehr von Fleisch ist auch eine Kostenfrage

Abgesehen von der Angst vor multiresistenten Keimen, rührt die steigende Ablehnung der Massentierhaltung auch aus anderen Gründen: Einer davon ist der Tierschutz. Massentierhaltung ist schlichtweg Tierquälerei und glücklicherweise sträuben sich in Deutschland mittlerweile immer mehr Menschen, diese durch den Verzehr von „Billigfleisch“ zu unterstützen. Sie tendieren deshalb vermehrt dazu, Fleisch mit „Bio“ oder anderen Siegeln zu kaufen, besser noch direkt vom Bauern um die Ecke, wo sie selbst die Ställe, Weiden & Co einsehen und dadurch eine Massentierhaltung ausschließen können. Die Regionalität gewinnt also zunehmend an Bedeutung, ebenso wie der Qualitätsgedanke. Doch Qualität hat bekanntlich ihren Preis und so kaufen die Verbraucher mittlerweile lieber weniger Fleisch in guter Qualität als mehr Fleisch für dasselbe Geld. Die Reduktion von Fleisch im Ernährungsplan hat also auch ethische, finanzielle sowie praktische Gründe. Last but not least schützt du durch die Reduktion von Fleisch auch die Umwelt. Die großen Rinderherden in Südamerika beispielsweise erwirken eine zunehmende Abholzung des Regenwaldes und schädigen das Klima weiterhin durch eine hohe Menge an Methanausscheidungen – um nur ein Beispiel zu nennen.

Wie sieht die Alternative zum Fleisch aus?

Es gibt also viele Gründe, welche für die Reduktion von Fleisch sprechen. Zudem tust du dadurch deiner Gesundheit einen Gefallen. Fleisch ist zwar ein wichtiger Lieferant von Eisen und weiteren Nährstoffen, jedoch nur in begrenzten Maßen und guter Qualität zu empfehlen. Stattdessen solltest du vermehrt zu Gemüse greifen. Das entlastet den Körper, versorgt ihn mit zahlreichen Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und weiteren Nährstoffen – und schmeckt auch schlichtweg gut. Reduzierst du weiterhin auch noch die Kohlenhydrate, kannst du dank "Low Carb"-Diät sogar ein wenig Gewicht verlieren, wenn gewünscht. Gemüse gilt daher als die beste Lebensmittelwahl und sollte die Grundlage deiner Rezepte darstellen, und zwar nicht nur im Jahr 2018. 

Verbraucher möchten zunehmend wissen, wo ihr Gemüse herkommt

Der Trend geht diese Saison jedoch nicht nur zum Gemüse an sich, sondern ebenso wie beim Fleisch möchten die Verbraucher zunehmend über die Herkunft der Köstlichkeiten auf ihrem Teller informiert sein. Denn auch im Gemüse können aufgrund von Spritzmitteln, Gentechnik oder anderen Verfahren gefährliche Inhaltsstoffe lauern. Die Regionalität gewinnt also beim Gemüse an Bedeutung. Die Verbraucher achten zunehmend auf Prüfsiegel sowie kurze Transportwege. Sie bevorzugen heimisches, besser noch regionales Gemüse. Am liebsten bauen Sie es sogar selbst an. Was früher nur Gartenbesitzern vorbehalten war, wird nun dank Hochbeet auch auf dem heimischen Balkon immer beliebter. Egal, ob im Garten, auf der Terrasse oder einem Balkon: Das Hochbeet ist nicht nur rückenfreundlicher, sondern auch ertragreicher als ein Flachbeet und aufgrund seiner zahlreichen weiteren Vorteile bestens für den heimischen Gemüseanbau geeignet.

Rezept: Fried Pickles als herzhaftes Finger Food

Dennoch muss das Gemüse auch im Jahr 2018 nicht immer nur gesund verarbeitet werden. Anstelle von Pommes Frites landen dieses Jahr „Fried Pickels“, also frittierte Essiggurken, als Snack auf den Tellern oder als herzhaftes Finger Food für Zwischendurch. Gesünder ist das trotz Panade und Mayonnaise-Dip immer noch – und köstlich ohnehin. Doch wie geht das?

Portionsgröße:

Für 4 Personen

Schwierigkeitsgrad:

Einfach

Zeit:

30 min Zubereitung

Zutaten:

1 Glas Gewürzgurken
1 Ei
30 g Mehl
30 g Paniermehl
Oregano
Basilikum
Cayennepfeffer
Salz
1 l Pflanzenöl
60 ml Mayonnaise
1TL Ketchup
1 TL Meerrettich

Zubereitung:

1. Gewürzgurken abgießen, aus dem Glas nehmen und gut abtropfen lassen.
2. Gurken in Scheiben schneiden, das Ei verquirlen und die Gurkenscheiben im Ei baden.
3. Derweil das Mehl mit dem Paniermehl, Oregano, Cayennepfeffer, Basilikum sowie einer Prise Salz vermischen.
4. Die im Ei getunkten Gurkenscheiben in der Mehlmischung wenden, bis sie gleichmäßig bedeckt sind.
5. Das Pflanzenöl in einem ausreichend hohen Topf erhitzen. Die Gurkenscheiben vorsichtig im Öl frittieren, bis sie eine goldbraune Farbe annehmen.
6. Panierte Gurkenscheiben auf einem Küchenkrepp abkühlen lassen.
7. Mayonnaise, Ketchup, Meerrettich sowie eine Prise Salz zu einem Dip vermischen und für zehn Minuten im Kühlschrank lagern.

Trend im Trend: Gemüse fermentieren

Der Trend zum Gemüse bringt im Jahr 2018 aber quasi beiläufig noch einen weiteren Trend mit sich: das Fermentieren. Für viele Menschen besteht das Problem mit der Rohkost nämlich darin, dass sich diese nicht lange genug frisch hält. Wer die enthaltenen Vitamine, Mineralien & Co. stattdessen konservieren möchte, kann das Gemüse fermentieren und dadurch haltbar machen. Als eingelegte Köstlichkeiten können sie in einem kleinen Glas anschließend beispielsweise zur Arbeit mitgenommen und als gesundes Mittagessen verzehrt werden. Beim Fermentieren handelt es sich um das Haltbarmachen durch Dehydration der Lebensmittel. Was du dafür brauchst, ist ein sogenannter Dörrapparat. So kannst du zudem leckere Snacks wie Apfelringe als Alternative zu Chips oder Fruchtleder anstelle von Gummibärchen herstellen. Dadurch, dass das Gemüse nicht erhitzt wird, bleiben sämtliche gesunde Nährstoffe enthalten.

Fazit: Gesunde Ernährung wird im Jahr 2018 einfacher und haltbarer

Ein weiterer Vorteil beim Fermentieren liegt in den während des Prozesses entstehenden Milchsäurebakterien. Denn diese fördern eine gesunde Darmflora und das Fermentieren bringt somit nicht nur durch die in der Rohkost enthaltenen Ballaststoffe deine Verdauung in Balance. Du kannst das Gemüse einzeln oder gemischt als Salat beziehungsweise ganzes Gericht fermentieren und dadurch haltbare, kleine Mahlzeiten für Zwischendurch generieren. Zwei Trends also, die sich in der kommenden Saison optimal ergänzen und gesunde Ernährung selbst in einem stressigen Alltag so einfach machen wie nie zuvor.