Finanzen rund um die Hochzeit

Finanzen rund um die Hochzeit

Die Hochzeit soll bekanntlich der schönste Tag im Leben von Braut und Bräutigam sein. Sich diesen Wunsch zu erfüllen und die Hochzeit nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten, ist aber nicht ganz billig. Wir zeigen dir, mit welchen Kostenpunkten du und dein Partner auch schon vor der eigentlichen Hochzeitsfeier rechnen müsst, was sich nach der Hochzeit an Eurer finanziellen Situation ändern wird und wie ihr bei alldem eine Menge Geld sparen könnt.

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Diese Kosten kommen auf euch zu

Auf euch als Brautpaar kommen einige Kostenpunkte zu, die mal größer und mal kleiner ausfallen. Im Durchschnitt fallen für eine Hochzeit zwischen 6.000 und 15.000 Euro an, wobei es nach oben natürlich keine Grenzen gibt. Wir zeigen euch, wofür das ganze Geld draufgeht.

Die Verlobung

Zugegeben, der Heiratsantrag ist eher Männersache. Trotzdem ist die Verlobung gewissermaßen der erste Kostenpunkt der Hochzeit. Je nachdem, wie aufwendig der Antrag gestaltet wird, kommt eine hohe Summe zusammen, die bis in den Tausenderbereich reicht. Zumindest dann, wenn der Mann extra für den Heiratsantrag einen Kurzurlaub oder einen Wochenendtrip mit Übernachtung bucht.

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Mancher Antrag findet auch während einer romantischen Bootsfahrt oder einem anderen gemeinsamen Erlebnis statt oder während eines Candlelight-Dinners. Nicht zu vergessen der Verlobungsring, der in der Regel so ziemlich den größten Kostenpunkt der Verlobung ausmacht.

Die standesamtliche Hochzeit

Die standesamtliche Hochzeit und die anschließende Feier fallen bei den meisten Brautpaaren recht klein aus. Trotzdem fallen auch hier nicht unerhebliche Kosten an: Für Outfit, Frisur und Makeup der Braut, den Blumenstrauß sowie für das Essen und die Getränke für die Feier nach der Trauung.

Auch die Papiere für das Standesamt gibt es nicht umsonst, wobei die genauen Beträge je nach Standesamt unterschiedlich hoch ausfallen können. Die Anmeldung der Eheschließung kostet etwa 60 Euro, die Ehe- und Geburtsurkunde bei 12 Euro. Zwischen 14 und 30 Euro werden für das Stammbuch fällig. Dazu kommen die Kosten für die Beglaubigungen der Unterlagen, die für die standesamtliche Trauung vorgelegt werden müssen.

Je nachdem, wie ihr die Trauung gestalten wollt, kommen zusätzliche Ausgaben auf euch zu: So müsst ihr einen Aufschlag zahlen, wenn die Hochzeit an einem Freitagnachmittag oder an einem Samstag stattfinden soll. Wegen des höheren Aufwands und eventueller Kosten für die Anmietung müsst ihr auch bei einer Trauung in einem Schloss, auf einer Burg, in einem Leuchtturm oder einer anderen speziellen Location einen Aufschlag zahlen. Doppelnamen und mehrere Exemplare der Heiratsurkunde kosten ebenfalls extra.

Brautkleid und Anzug

Zum perfekten Hochzeitstag gehört natürlich auch das perfekte Outfit für Braut und Bräutigam. Männer sind mit einem schicken Brautanzug mit passenden Schuhen und Gürtel recht schnell für die Hochzeit gekleidet. Das Komplettpaket aus Hose, Sakko, Weste, Hemd, Plastron, Einstecktuch, Gürtel und Schuhen liegt preislich zwischen 600 bis 1.000 Euro. Frauen geben im Schnitt 1.000 Euro für das Brautkleid aus.

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Dazu kommen noch

  • Schuhe

  • Weste

  • Schmuck

  • Tasche

  • Brautstrauß

  • Strumpfband

  • Frisur und Makeup

Je nach Modell des Kleides und des Zubehörs liegen die Kosten für das gesamte Braut-Outfit zwischen 700 und 3.000 Euro.

Der Polterabend

Wer statt eines Junggesellenabschiedes lieber einen traditionellen Polterabend macht, schafft damit eine tolle Gelegenheit, um mit all den Leuten auf die bevorstehende Hochzeit anzustoßen und zu feiern, die am Hochzeitstag selbst nicht eingeladen sind, etwa Nachbarn, Vereinsmitglieder, alte Schulfreunde und Arbeitskollegen.

Die Kosten für den Abend sind recht überschaubar. Sie liegen etwa zwischen 10 und 30 Euro pro Person – je nachdem, ob es ein kleines Büffet oder Salate und Würstchen zum Essen geben soll. Falls ihr den Polterabend nicht zuhause veranstalten könnt, fällt zusätzlich die Miete für eine geeignete Location an. In jedem Fall aber werden Einladungskarten an die Gäste verschickt, die einen weiteren, wenn auch eher kleinen Kostenpunkt darstellen.

Die Hochzeitsfeier

Der teuerste Teil ist natürlich die Hochzeitsfeier selbst, denn hier fallen die meisten Kostenpunkte an. Sobald ihr wisst, wo und wann die Trauung und die Feier stattfinden, wen ihr einladen möchtet und wie ihr die Hochzeit gestalten wollt (farblich und/oder nach einem bestimmten Motto), ist es Zeit, die Einladungskarten zu erstellen. Vor der eigentlichen Einladung verschicken immer mehr Paare Save-the-date-Karten, damit sich die Hochzeitsgäste das Datum vormerken können. Für die Trauringe solltet ihr zwischen 300 und 2.000 Euro einplanen – je nachdem, ob es schlichte Goldringe oder diamantenbesetzte Platinringe sein sollen.

Der größte Kostenanteil der Hochzeitsfeier entsteht durch die Location sowie Essen und Getränke. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vor allem von der Anzahl der Gäste ab. Je nach Menü fallen pro Person 30 bis 60 Euro an, für die Getränke solltet ihr mit 20 bis 40 Euro pro Person rechnen. Wenn ihr in einem Saal feiern wollt, müsst ihr die Raummiete (etwa 500 bis 1.500 Euro) einkalkulieren. Unter Umständen kommen Kosten für Geschirr, Tischwäsche und Personal, das bedient, dazu. Nach der Hochzeit werden noch ein paar hundert Euro für die Danksagungen fällig.

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Die Hochzeitstorte kostet zwischen 200 und 400 Euro, je nach Größe und Gestaltung. Ein weiterer Kostenpunkt ist die Dekoration für die Kirche und die Location. Wer den großen Tag der Hochzeit von einem professionellen Fotografen dokumentieren lassen möchte, bezahlt je nach Umfang und persönlichen Ansprüchen zwischen 80 und 2.000 Euro. Und was wäre eine Hochzeit ohne Musik? Ein Alleinunterhalter oder ein DJ verlangen etwa 200 bis 500 Euro, eine Band liegt preislich schnell im Tausenderbereich. Nicht zu vergessen sind die Gastgeschenke, damit jeder Gast eine kleine Erinnerung an den schönen Tag mit nach Hause nehmen kann.

Die Flitterwochen

Nach der Hochzeit ist es noch nicht vorbei mit den Ausgaben. Abgesehen davon, dass die Rechnung der Location meist etwas auf sich warten lässt, verbringen viele der frisch verheirateten Paare gerne 14 Tage in den Flitterwochen. Oft suchen sie sich dafür ein Reiseziel aus, das nicht nur in Sachen Entfernung, sondern auch in Bezug auf die Kosten in einer anderen Liga spielt als die Ziele für den jährlichen Sommerurlaub.

Zu den beliebtesten Honeymoon-Reisezielen gehören:

  • Bali

  • Malediven

  • Thailand

  • Karibik

  • Santorin

  • Mauritius

  • Sansibar

So könnt ihr eine Menge Geld sparen

Eine Hochzeit ist nicht ganz billig, wie unsere Auflistung zeigt. Es gibt kaum einen Aspekt bei der Hochzeit, der kein Geld kostet. Da ist es gut zu wissen, wie sich so mancher Geldbetrag einsparen lässt.

Geld leihen

Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben des Brautpaares werden. Viele Paare haben auch sehr genaue Vorstellungen davon, wie ihre Traumhochzeit sein soll. Da fällt es mitunter schwer, auf gewisse Dinge zu verzichten – selbst, wenn das nötige Kleingeld dazu fehlt, um alle entstehenden Kosten zu decken.

Um trotzdem die Traumhochzeit feiern zu können, solltet ihr euch informieren, ob für euch ein Hochzeitskredit infrage kommt. Damit könnt ihr die Kosten teilweise oder komplett finanzieren und zahlt nach der Hochzeit das Geld in Raten wieder zurück. Wenn möglich, sollte der Partner als zweiter Kreditnehmer angegeben werden. Es ist außerdem sinnvoll, viel Eigenkapital einzusetzen und die Eltern und Schwiegereltern als Bürgen einzutragen.

Denkt daran, den Kredit mindestens drei Monate vor der Hochzeit zu beantragen. Dann stehen die kostenintensivsten Punkte (Outfits, Location, Trauringe, Hochzeitstorte) schon fest und es bleibt noch genug Zeit, bis das Geld da sein muss. Macht euch also frühzeitig Gedanken darum, welche Ausgaben für die Hochzeit anfallen werden und wie hoch entsprechend der Kredit sein muss. Plant lieber etwas mehr Geld ein als zu wenig und berechnet, wie viel Geld ihr monatlich für die Rückzahlung zur Verfügung habt.

Brauchen wir das wirklich?

Viele Paare wünschen sich eine exklusive Hochzeitsfeier mit allem Drum und Dran, doch leider reicht oftmals das Budget nicht aus, um sich jeden Wunsch zu erfüllen. Grundsätzlich solltet ihr im Vorfeld festlegen, wie viel Geld ihr maximal für die Hochzeit ausgeben könnt – inklusive Puffer für unvorhergesehene Zusatzkosten. Anschließend geht es darum, wie viel von dem Geld für welchen Posten eingeplant werden soll. Das verschafft euch einen guten Überblick, in welcher Preiskategorie sich Brautkleid, Location und Co. bewegen.

Anhand dieser Kostenaufstellung könnt ihr erkennen, bei welchen Posten ihr sparen müsst. Bleibt dabei offen für Kompromisse und überlegt gemeinsam, ob sich die Traumhochzeit nicht auch in einem kleineren Rahmen umsetzen lässt. Was ist jedem von euch für den großen Tag besonders wichtig? Wo könnt ihr Abstriche machen und worauf könnt ihr ganz verzichten?

Bei vielen Posten könnt ihr auch durch günstigere Alternativen viel Geld einsparen. Kauft die Getränke auf Kommission, anstatt teure Spirituosen über das Restaurant zu beziehen. Sucht euch für den Blumenschmuck saisonale Blumensorten aus der Region, anstatt im Herbst Tulpen zu importieren. Lasst die Fotos von einem Bekannten machen, der sich hobbymäßig mit dem Fotografieren auskennt. Engagiert einen DJ statt einer teuren Band.

Selber machen ist billiger

Brautstrauß, Deko, Gastgeschenke –manche Dinge sind auf einer Hochzeit absolut unverzichtbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch viel Geld kosten müssen. Mit schönen Blumen vom Blumengroßmarkt und etwas Geschick könnt ihr euch euren eigenen Brautstrauß binden.

Den Brauch, dass die Braut am Hochzeitstag etwas Neues und etwas Blaues tragen soll, lässt sich nicht nur miteinander verbinden, sondern auch ganz leicht selber umsetzen. Dazu einfach blaue Holzperlen auf eine Kette aufziehen und schon habt ihr ein schönes Armband als Brautschmuck.

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Von den Save-the-date-Karten über die Einladungs- bis hin zu den Menükarten und den Tischkärtchen könnt ihr in Sachen Papeterie alles im DYI-Gang erledigen. Die Bastelarbeiten sind – je nach persönlichem Anspruch – in wenigen Schritten erledigt und wer ein Händchen für Kalligrafie hat, kann die Karten und Namensschilder selbst beschriften. Auch die Gastgeschenke sowie die Tischdeko könnt ihr selber zusammenstellen. Ein tolles Gastgeschenk ist beispielsweise ein kleines Glas mit Marmelade oder eine andere selbstgemachte Nascherei. Weitere Ideen sind Teelichtgläser mit eurem persönlichen Aufdruck oder Kugelschreiber in eurer Hochzeitsfarbe, auf denen die Namen des Brautpaares und das Datum der Hochzeit aufgedruckt sind.

Bereitet anstelle eines Dessert-Ganges ein Kuchen-Büffet vor, das aus lauter selbstgemachten Kuchen und Cremes besteht. Freunde und Familie unterstützen euch dabei sicher gerne. Fragt jemanden aus der Familie oder dem Bekanntenkreis, der besonders geschickt beim Tortenbacken ist, ob er oder sie eure Hochzeitstorte macht.

Sparen in den Flitterwochen

Auch bei den Flitterwochen könnt ihr viel Bares einsparen, ohne auf den romantischen Traumurlaub verzichten zu müssen. Wer sich zwei Wochen Luxusurlaub nicht leisten kann oder möchte, kann genauso gut auf eine Woche verkürzen und die zweite Woche entspannt mit dem Partner zuhause genießen.

Viele Hochzeiten finden in den Sommermonaten statt, also mitten in der Haupturlaubszeit. Dementsprechend fallen die Flitterwochen viel günstiger aus, wenn ihr sie einige Wochen nach hinten verschiebt und somit in der preiswerteren Nebensaison das Eheglück genießt.

Außerdem muss es für die Flitterwochen ja nicht die weite Welt sein, denn auch im Heimatland oder den Nachbarländern könnt ihr eine schöne Zeit zu zweit verbringen und kommt dabei viel günstiger weg als bei den typischen Honeymoon-Reisezielen.


Die finanzielle Situation nach der Hochzeit

Nach der Hochzeit geht es munter weiter mit dem Thema Finanzen. Wenn auch nicht mehr nur in Bezug auf anstehende Ausgaben, denn durch die Heirat könnt ihr einige finanzielle Vorteile für euch als Ehepaar herausschlagen.

Steuerliche Vorteile

Während Singles automatisch in Steuerklasse I gesteckt und damit voll zur Kasse gebeten werden, können Ehepaare auswählen, ob sie nach Steuerklasse IV oder III und V besteuert werden möchten. Verdienen beide Partner etwa gleich viel, ist es sinnvoll, wenn sich beide für Steuerklasse IV entscheiden. Wenn einer deutlich mehr verdient, also mindestens 60 Prozent des Gesamteinkommens stemmt, sollte er Steuerklasse III wählen. Der Partner mit dem geringeren Gehalt bekommt dann Steuerklasse V.

Für den Wechsel der Steuerklasse müsst ihr einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt stellen. Wer von der Steuerklasse IV oder V zu drei wechselt, erhöht damit sein Nettoeinkommen, was schnell ein paar hundert Euro ausmachen kann. Das bedeutet im Falle einer Kindsgeburt mehr Elterngeld, sofern nicht sowieso schon Anspruch auf den Maximalbetrag besteht.

Verheiratete Paare und eingetragene Lebensgemeinschaften können außerdem ein Ehegattensplitting durchführen lassen. Das bedeutet, dass beide Partner in Sachen Einkommensteuer gleichgestellt werden: Das Gesamteinkommen der Partner wird bei der Steuererklärung addiert und dann rechnerisch gleichmäßig auf beide verteilt. Dadurch zahlen beide Partner weniger Steuern. Das lohnt sich besonders dann, wenn einer einen deutlich höheren Lohn hat als der andere.

Dazu kommt, dass Ehepaare von einem doppelten Sparer-Pauschbetrag profitieren. Jeder Steuerzahler hat Anspruch auf einen jährlichen Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro. Kapitalerträge, die unter diesem Betrag liegen, bleiben demnach steuerfrei. Was darüber liegt, wird mit 25 Prozent Abgeltungssteuer versteuert. Bei Ehepaaren greift diese Steuer erst bei mehr als 1602 Euro.

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Bei der Versicherung sparen

Paare, die zusammen wohnen, können sich bei Versicherungen viele Kosten sparen – auch ohne verheiratet zu sein. Das betrifft unter anderem die Hausrat- und die Haftpflichtversicherung, die nur einmal pro Haushalt benötigt werden. Haben beide jeweils eine Hausratversicherung, empfiehlt es sich, den neueren Vertrag zu kündigen.

Wenn nur einer der Partner eine Hausratversicherung hat, kann er sich bei dem anderen mitversichern. Gleiches gilt für die Haftpflichtversicherung. In einem gemeinsamen Vertrag können auch die im Haushalt lebenden Kinder mitversichert werden. Bei einem gemeinsamen Hausstand reicht ebenfalls eine Police für die Rechtschutzversicherung aus.

Hat einer der Ehepartner kein Einkommen oder einen Minijob, kann er sich kostenlos über den Partner in der Krankenversicherung mitversichern. Das gilt auch für gemeinsame Kinder. Allerdings beschränkt sich dieser Vorteil auf gesetzliche Krankenversicherungen. Bei einer privaten Krankenversicherung braucht jeder einen eigenen Vertrag.

Namensänderung

Viele Paare entschließen sich dazu, dass einer der Partner nach der Hochzeit den Nachnamen ändert. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder nimmt beispielsweise die Frau den Nachnamen ihres Mannes an, sodass ein gemeinsamer Familienname entsteht, den auch die Kinder führen. Oder einer der Partner wählt einen Doppelnamen, während der andere seinen Namen behält.

Kommt es zur Namensänderung, muss diese den folgenden Stellen mitgeteilt werden.

  • Personalausweis und Reisepass, optional auch der Führerschein

  • Bank

  • Versicherungen

  • Finanzamt, Jugendamt und weitere Ämter

  • Vermieter, Stromanbieter, Telefon- und Internet-Dienstleister

  • Klingelschild und Briefkasten

  • E-Mail-Adresse

  • Mitgliedschaften (Vereine, Fitnessstudio)

Je nachdem, um welches Amt oder welche Institution es sich handelt, wird dafür ein bestimmter Bearbeitungsbetrag fällig. Ein neuer Personalausweis kostet für Personen unter 24 Jahren rund 23 Euro, für Personen über 24 Jahren rund 29 Euro.

Der Güterstand nach der Ehe

Als Ehepaar könnt ihr entscheiden, ob eure Vermögensverhältnisse nach dem gesetzlichen oder dem vertraglichen Güterstand geregelt werden sollen. Bei der gesetzlichen Variante gilt die Ehe als Zugewinngemeinschaft, in der die Vermögen der Ehepartner getrennt bleiben und jeweils selbstständig verwaltet werden. Man spricht hierbei auch von Gütertrennung.

Im Falle einer Scheidung kommt es zum Vermögensausgleich: Ausgehend von dem jeweiligen Vermögen vor der Hochzeit, wird geschaut, wie viel Vermögen die Ehepartner im Laufe der Ehe angesammelt haben. Derjenige mit dem größeren Gewinn muss dem anderen die Hälfte des Gewinns auszahlen, damit im Sinne der Zugewinngemeinschaft beide etwas vom Gewinn haben.

Alternativ können die Ehepartner einen Ehevertrag aufsetzen und den Güterstand somit vertraglich regeln. Das bedeutet, dass die gesetzlichen Vorgaben ganz oder teilweise abgeändert werden können und dass die Ehepartner zusätzlich die verschiedensten Aspekte im Vertrag festlegen können. So könnt ihr eine andere Ausgleichsquote vereinbaren oder etwa, dass unter bestimmten Umständen der Partner keinen Anspruch auf den Ausgleich hat. Grundsätzlich sind den Vorstellungen, was alles im Ehevertrag geregelt wird, nahezu keine Grenzen gesetzt.

Was sich sonst noch ändert

Als Ehepartner habt ihr nun zusätzliche Vorteile, die das Leben erleichtern können: Ihr bekommt im Krankenhaus leichter Auskunft über den Zustand des Partners, könnt Pakete für ihn annehmen und bei der Bank Vollmachten ausstellen. Allerdings gibt es dazu keine rechtliche Grundlage.

Die Heirat müsst ihr eurem Arbeitgeber mitteilen, weil diese Information aufgrund der Steuerklasse für die Gehaltsabrechnung relevant ist. Bei der privaten Altersvorsorge hat der Partner ohne Riester-Rente durch die Heirat automatisch Ansprüche auf Zuschüsse vom Staat, auch wenn nur einer der Partner förderberechtigt ist.

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