2. November 2020
Fairtrade Kleidung: Klug wählen & nachhaltig shoppen

Fairtrade Kleidung: Klug wählen & nachhaltig shoppen

Eine Garderobe zu haben, bei der jedes Kleidungsstück Fairtrade ist und dabei den eigenen Stil widerspiegelt, muss kein Traum bleiben. Jede Frau kann ein Kleiderschrank haben, der ideal zum persönlichen Alltag passt und gleichzeitig den individuellen Stil mit Fairtrade-Prägung repräsentiert.

Junge Frau im Kleid im Blumenfeld
© Pixabay
Fairtrade Kleidung berücksichtigt die Belange aller Beteiligten und setzt zudem auf ressourcenschonende Herstellung und Lieferwege.

Wenn ihr jeden Tag fair gehandelte, biologisch produzierte Kleidungsstücke tragt, fühlt ihr euch buchstäblich nachhaltig wohl. Wie sich eine clevere Garderobe mit Fairtrade Kleidung aufbauen lässt, und wo ihr Fairtrade Kleidung im Internet bestellen können, ist jetzt Thema.

Shoppingstrategie für clevere Fashionistas

Wer kennt das nicht? Mode ist stets ein Lieblingsthema, doch mit begrenztem Budget wird es schwer, die kommende Outfit-Krise abzuwenden. Angebote wie „3 für den Preis von 1“ und andere Superschnäppchen verleiten dazu, unüberlegt einzukaufen und den Kleiderschrank vollzustopfen. Hand aufs Herz: Wie viele Klamotten aus eurem Kleiderschrank habt ihr bereits seit einem Jahr oder länger nicht mehr getragen? Wer sich clever eine nachhaltige Garderobe anlegen will, die wirklich zum persönlichen Stil passt, sollte es mit Vivienne Westwood halten:

„Weniger kaufen, besser auswählen, länger Freude daran haben.“

Capsule Wardrobe als Rahmen für den neuen nachhaltigen Kleiderschrank

Das Ziel einer Capsule Wardrobe ist es, Kleidungsstücke so zusammenzustellen, dass sich aus ihnen zahlreiche verschiedene Stylings für jeden Anlass kombinieren lassen. Eine Capsule Wardrobe besteht dabei streng genommen aus maximal 40 Kleidungsstücken, und zwar inklusive Schuhe. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die einzelnen Kleidungsstücke sehr sorgfältig ausgewählt werden.

Die Auswahl fängt bereits zuhause im eigenen Kleiderschrank an, denn die vorhandene Garderobe ist der Ausgangspunkt. Je mehr passende Kleidungsstücke sich im eigenen Fundus befinden, desto weniger neue ergänzende Kleidung müssen gekauft werden. Ihr solltet also zuerst genau checken, wie ihr eure vorhandenen Kleidungsstücke miteinander kombinieren könnt. Passen einige Klamotten nicht mehr? Dann werden sie gespendet oder in einen Second-Hand-Laden verkauft, wo sie bestimmt bald eine neue Abnehmerin oder neuen Abnehmer finden.

Was im Kleiderschrank übrigbleibt ist der Ausgangspunkt eurer Shoppingtour, denn ihr kauft nur die (kombinationsstarken) Kleider, die ihr wirklich braucht. Dabei entscheidet ihr euch nach Möglichkeit für Teile, die fairtrade, ökologisch und sozialverträglich produziert wurden. Eine Capsule Wardrobe bringt unter anderem zwei wesentliche Vorteile mit:

  1. Nie wieder Klamottenkrise! Alle Kleidungsstücke lassen sich untereinander kombinieren und sehen zusammen immer gut aus.

  2. Da weniger Kleidungsstücke im Kleiderschrank hängen sollen, ändert sich das Shoppingverhalten. Es geht darum, das perfekte Kleidungsstück in der perfekten Qualität zu finden. Dieser Ansatz ist für sich genommen bereits nachhaltig.

  3. Wer eine Capsule Wardrobe von Grund auf neu aufbaut, kann sich in Ruhe nach passenden Onlineshops umschauen und sich inspirieren lassen. Es macht riesig Spaß, sich auf diese Weise mit Mode zu beschäftigen.

Tipp: Die Modebloggerin Anuschka Rees hat ein Buch geschrieben, dessen Titel „Das Kleiderschrank-Projekt“ lautet. Sie liefert eine umfassende Anleitung, wie sich eine alltagstaugliche Capsule Wardrobe realisieren lässt. Übrigens müsst ihr euch nicht unbedingt streng an die Regel „40 Pieces only“ halten. Ihr könnt euch aber an den vorgegebenen Richtlinien orientieren, wie ihr eine nachhaltige Garderobe aufbaut. Auf der Website von Utopia, das ist eine Plattform, die einen wirksamen Beitrag zu nachhaltigen Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft leisten will, wird das Buch kurz vorgestellt. Auf die Frage, für wen das Buch geschrieben wurde, lautet die Antwort: „Für Modeinteressierte, die gerne bewusster konsumieren würden; und für alle, die einen vollen Kleiderschrank, aber nichts anzuziehen haben.“

Das ist der perfekte Ansatz, um sich bewusst eine Garderobe mit dem Schwerpunkt Fairtrade aufzubauen.

Kleider am Bügel
© Pexels
Eine kleine, feine Auswahl nachhaltig produzierter Kleidungsstücke ist die Basis eines „Fairtrade-Kleiderschranks“.

Nachhaltigkeit und Fairtrade shoppen: So geht´s

Es hat gute Gründe, warum Secondhand immer beliebter wird. Nachhaltig shoppen liegt genauso im Trend wie nachhaltiges Wohnen. Secondhand-Mode ist nachhaltig und wer lange genug stöbert, findet sicherlich auch das ein oder andere gut gepflegte Designer-Stück, das sich über die Jahre gut gehalten hat. Wusstet ihr, dass Marie Nasemann am liebsten in Secondhand-Shops stöbert? Sie zeigt auf ihrem Insta-Account, wie sich Altes mit Neuem wunderbar kombinieren lässt. Das ist eine praktische Hilfe für alle, die zu ihren vorhandenen Kleidungsstücken passende neue Einzelteile shoppen wollen.

Statt wie in der Vergangenheit in den Kaufrausch zu geraten und planlos viele billige Oberteile zweifelhafter Herkunft zu kaufen, ist bedachtes Shopping gefragt. Wenn ihr ein neues Teil kauft, sollte es perfekt geschnitten, ökologisch vertretbar und ethisch fair produziert sein. Der Fairtrade Onlineshop Zündstoff bietet eine Vielfalt von Kleidung, die nach eigenen Angaben aus ethischer Herstellung kommt und das öko-faire Herz höher schlagen lässt. Das klingt vielversprechend und ein Blick in den Shop und in seine veröffentlichte Firmenphilosphie gibt diesem positiven ersten Eindruck recht.

Wie könnt ihr erkennen, ob die angebotene Kleidung im Shop tatsächlich Fairtrade Kleidung ist?

Der oben genannte Shop soll als Beispiel dienen, um diese Frage zu beantworten. Bezeichnungen wie „fair“ oder „fairer Handel“ sind nicht geschützt. Ähnlich wie beim Begriff „Bio“ darf jeder ein Produkt mit diesen Begriffen labeln. Zündstoff positioniert sich klar in punkto Nachhaltigkeit und Fairtrade. Auf der Website steht, was fairer Handel für die Macher des Onlineshops bedeutet.

In der Firmenphilosophie sind klar verankerte Richtlinien zu finden. Dazu gehört zum Beispiel, dass nur Marken im Sortiment aufgenommen werden, die bestimmte Standards erfüllen. Diese Standards wiederum werden durch Qualitätssiegel ausgewiesen. Konkret sind hier zum Beispiel das Global Organic Textile Standard-Siegel (GOTS) und das Fairtrade-Siegel zu nennen. Diese Siegel bescheinigen, dass zum Beispiel sozialverträgliche Arbeitsbedingungen herrschen, ökologisch vertretbare Produktionsprozesse angewendet oder nachhaltig-biologisch angebaute Naturfasern verwendet werden.

Kann Kleidung ohne Qualitätssiegel trotzdem Fairtrade sein?

In Europa oder in Deutschland produzierte Kleidungsstücke können den nachhaltigen Lebensstil unterstützen. Denn hier fallen lange Transportwege weg und die Produktionsbedingungen in Europa sind im Vergleich zu den Produktionsbedingungen im nichteuropäischen Ausland häufig erheblich besser. Deshalb ist auch Kleidung, die zum Beispiel in einer kleinen Manufaktur in Bayern mit viel Liebe zum Detail aus ökologisch vertretbaren Materialien hergestellt wird, durchaus fair gehandelt – ganz ohne Siegel.

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