Digitaler Lifestyle: Auswirkungen auf unsere Gesundheit

Alltag ohne Smartphone, Google oder Onlineshopping? Ein Leben offline können sich die wenigsten heute noch vorstellen. Digitale Geräte und virtuelle Dienstleistungen begleiten uns inzwischen ganz selbstverständlich in den verschiedensten Situationen. Wir verbringen oft nicht nur auf der Arbeit viel Zeit vor dem Computer, auch Zuhause und in der Freizeit hängen wir ständig an großen und kleinen Bildschirmen. Wir haben uns gefragt, welche Folgen dieser digitale Lifestyle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat.

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Beim langen Sitzen vor dem Rechner achten wir oft nicht auf eine gesunde Körperhaltung

Der digitale Wandel auf dem Vormarsch

Unser Alltag ist ganz schön digital geworden. In den letzten Jahren haben sich das Smartphone und andere Geräte einen unverzichtbaren Platz an unserer Seite gesichert. Beinahe in jeder erdenklichen Lebenslage können wir eine App oder digitale Anwendung nutzen, die uns das Leben ein wenig leichter macht.

Von Apples Visionen zum digitalen Alltag

Ein Elektronikhersteller hat zu dieser Entwicklung ganz besonders stark beigetragen: Apple – die Nobelmarke unter den Anbietern, bei der Design und Innovation stets großgeschrieben werden. Auf das Konto des ehemaligen Geschäftsführers Steve Jobs kommen zahlreiche „Erfindungen“, die zuerst revolutionär schienen, die wir heute aber ganz selbstverständlich regelmäßig nutzen.

Apple war es auch, die zu Beginn dieses Jahrtausends den Begriff „digital Lifestyle“ als erste gebrauchten und mit ihren Produkten in Verbindung brachten. Jobs erkannte früh, dass Computer eine immer größere Rolle spielen werden – egal ob in Form eines Desktoprechners oder als eines der vielen Spezialgeräte, die in den darauffolgenden Jahren entwickelt wurden.

Heute haben Smartphone und Tablet sogar noch die Aufgaben von MP3-Playern, Kameras oder separaten Messengern übernommen und verbinden uns dank des mobilen Internets rund um die Uhr mit dem Rest der Welt.

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Ohne Smartphone geht heute nichts mehr

Digital wird mobil: Ein Schritt mit großen Folgen

Tatsächlich haben Smartphone und Tablet nochmal zu einem riesigen technologischen Sprung beigetragen, der unseren heutigen digitalen Lifestyle erst ausmacht. Durch die Möglichkeit, auch von unterwegs aus aufs Internet zugreifen zu können, sind unglaublich viele neue Anwendungen überhaupt erst entstanden.

Der technologische Fortschritt hat dazu geführt, dass die kleinen Mobiltelefone immer leistungsfähiger werden und uns mit unzähligen weiteren Funktionen zur Seite stehen können. Sie haben sich vom einfachen Telefon zum multifunktionalen Minicomputer entwickelt. Durch den Ausbau des mobilen Internets können wir zudem in großem Umfang auch datenintensive Anwendungen verwenden – selbst, wenn vielleicht auch mal kein WLAN verfügbar ist.

Eine App für jede Gelegenheit

Ein weiterer Punkt hat entscheidend zu diesem digitalen Triumphzug beigetragen: unsere heute so heißgeliebten Apps. Die kleinen digitalen Mini-Anwendungen helfen uns inzwischen in jeder Lebenssituation: Sie ersetzen unseren Wecker am Morgen, lassen uns ohne weitere Kosten mit unseren Freunden chatten, übersetzen Fremdsprachen, lotsen uns durch unbekanntes Terrain, sagen uns das Wetter voraus, zeichnen unsere sportlichen Erfolge auf, ermöglichen mobiles Onlinebanking, … die Liste lässt sich unendlich fortführen.

Es gibt kaum eine Lebenslage, für die nicht ein findiger Entwickler bereits etwas Passendes geschaffen hätte. Der große Vorteil der kompakten Programme: Sie brauchen meist nur wenig Speicherplatz und sind in der Regel sehr intuitiv zu verstehen und zu bedienen.

So konzipiert, fällt es uns leicht uns auch schnell bei neuen Anwendungen zurechtzufinden. Sie sind schnell verfügbar und das umständliche Hochfahren eines Computers ist nicht mehr nötig. Die Folge: Immer häufiger greifen wir im Alltag zum Smartphone und nutzen einen dieser praktischen Helfer.

Folgen für die körperliche Gesundheit

Bei vielen beginnt heute der Tag mit einem Blick auf das Handydisplay. Noch vor dem Aufstehen werden Nachrichten gecheckt, kurze Newsmeldungen oder der Wetterbericht online gelesen oder auf Instagram und Facebook nach neuen Meldungen gesehen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte bereits, dass wir im Schnitt über 200 Mal am Tag zu unserem Smartphone greifen. Diese Zahl dürfte bis heute nochmals gestiegen sein. Auch am Abend vor dem Schlafengehen ist das kleine Gerät oftmals das Letzte, was wir in unseren Händen halten.

Neben dem Smartphone oder Wearables, die viele regelmäßig nutzen, sind wir auch im restlichen Alltag immer mehr mit digitalen Anwendungen konfrontiert. Auch abseits einer Tätigkeit im Büro ist die Nutzung digitaler Technologie in vielen Berufen normal geworden.

In der Folge wirkt sich dies auf die verschiedensten Lebensbereiche aus. Die Digitalisierung verändert nicht nur die Art, wie wir arbeiten, sie beeinflusst auch unser Verhalten, wie wir miteinander kommunizieren und manche sagen, es wirkt sich auch darauf aus, wie wir denken.

Mehr digitale Technologie – weniger Sport und Bewegung?

Eine Folge, die häufig mit der zunehmenden Nutzung der digitalen Geräte in Zusammenhang gebracht wird, ist die Abnahme der körperlichen Aktivität. Smartphone oder Tablet ersetzen als direkte Verbindung zum Rest der Welt oft die Notwendigkeit, sich ganz real an einen anderen Ort begeben zu müssen. Mit Hilfe der vielen Funktionen lassen sich nicht nur viele Aufgaben bequem vom jeweiligen Standort aus erledigen, beim ziellosen Surfen vergessen wir auch allzu oft die Zeit und lassen uns von den kurzweiligen Inhalten nur zu gerne fesseln und ablenken.
Negative Folgen zeigen sich vor allem bei der jüngeren Generation, die noch selbstverständlicher mit den digitalen Geräten aufwachsen als wir selbst. Dies dokumentieren zumindest die Ergebnisse der sogenannten BLIKK-Studie (Bewältigen Lernverhalten Intelligenz Kompetenz Kommunikation), die den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit elektronischen Medien untersuchte.

Sie zeigen, dass ein klarer Zusammenhang besteht, zwischen der Dauer, wie lange digitale Medien genutzt werden und einerseits der körperlichen und geistigen Entwicklung und andererseits dem Umfang der körperlichen Aktivität. Je mehr Zeit mit Smartphones oder vor Spielkonsolen verbracht wird, umso eher neigen die Kinder und Jugendlichen zu Übergewicht. Sie zeigen zudem häufiger verschiedene Lernschwächen, sind aggressiver und leiden öfter unter Schlafstörungen.

Doch werden wir durch den digitalen Lifestyle tatsächlich fauler? Manche nutzen ja digitale Wearables gezielt, um ihre sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen und sich so für mehr Bewegung im Alltag zu motivieren. Eine Untersuchung der Hochschule Fresenius fand heraus, dass regelmäßige Nutzer von Fitness‑Trackern von einer positiven Wirkung auf ihr Gesundheitsverhalten überzeugt sind. Allerdings sind es ohnehin eher gesundheitsbewusste Menschen, die solche Geräte auch tatsächlich nutzen.

Körperliche Folgen einseitiger Belastung

Personen, die etwa durch ihre Arbeit regelmäßig viel Zeit vor einem Computer verbringen, müssen jedoch durchaus mit verschiedenen Auswirkungen auf ihre körperliche Gesundheit rechnen. Das lange Sitzen, zu wenig Bewegung, einseitige Tätigkeiten – all das kann negative Folgen nach sich ziehen.

Die Ergonomie am jeweiligen Arbeitsplatz ist dabei ausschlaggebend. Ein hochwertiger Bürostuhl, der sich individuell einstellen lässt, trägt dazu bei, die Belastung durch eine falsche Sitzhaltung zu minimieren. Rücken- und Nackenschmerzen zählen hier zu den häufigsten Beschwerden. Langfristig können auch Haltungsschäden drohen. Neben einer ergonomischen Sitzhaltung sorgen noch weitere Punkte dafür, körperliche Schäden zu vermeiden: der passende Abstand zum Bildschirm etwa, oder die richtige Nutzung von Maus und Tastatur.

Unter dem Begriff Repetitive Strain Injuries (RSI) werden verschiedene Beschwerden zusammengefasst, die auf eine einseitige Belastung durch sich stetig wiederholende Bewegungen zurückzuführen sind. Sehnenscheidenentzündungen oder der sogenannte Mausarm gehören mit zu diesem Krankheitsbild. Ein ergonomischer Arbeitsplatz und regelmäßige Pausen können solche Beschwerden vermeiden.

Da wir jedoch auch zunehmend in unserer Freizeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringen, sollten wir auch dort auf unsere Haltung achten. Beim gemütlichen Surfen auf dem Sofa oder im Bett wird selten auf Ergonomie geachtet – möglicherweise mit fatalen Folgen.

Augengesundheit unter der Lupe

Digitaler Lifestyle Augen

Lange Zeiten vor dem Bildschirm sind eine Belastung für die Augen

Unsere Augen werden durch den digitalen Lebensstil ebenfalls besonders gefordert und zwar nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch durch die ständige Nutzung von Smartphones und anderen Bildschirmen, die in unserem Alltag heute überall präsent sind.

Lange Zeiten vor dem Bildschirm stellen eine besondere Belastung dar. Verschiedene Studien belegen eine Zunahme verschiedener Folgen wie etwa einer Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Beschwerden durch zu trockene Augen. Ersteres ist vor allem bei Kindern zu beobachten. Um sich richtig entwickeln zu können, brauchen Kinderaugen Abwechslung.

Beim komplexen Sehprozess sind zahlreiche Muskeln beteiligt, die es zu trainieren gilt. Um ein scharfes Bild auf die Netzhaut projizieren zu können, müssen sie die Linse passend verändern. Bei Kindern hat das Auge vor allem beim Spielen im Freien dabei viel zu tun und muss sich häufig auf neue Situationen einstellen. Fehlt die Herausforderung durch einseitiges Starren auf einen Bildschirm, sind Fehlsichtigkeiten vorprogrammiert.

Aber auch bei Erwachsenen kann sich durch das lange „in-die-Nähe-sehen“ am Bildschirm, die Fähigkeit des Auges, auch weiter entfernte Gegenstände gut zu fokussieren, verschlechtern. Als Folge könnte sich die Zahl der Brillen- oder Kontaktlinsenträger künftig erhöhen.
Auch Sonnenbrillen gelten hier dann nicht mehr nur als ein trendiges Lifestyleprodukt zum Schutz vor UV-Strahlung – mit Sehstärke sind sie dann im Alltag ebenfalls immer häufiger notwendig. Als modisches Accessoire können sie so zur Schonung der Augen beitragen.

Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit

Die verschiedenen körperlichen Folgen, die auf die exzessive Nutzung digitaler Geräte zurückgehen sind wenig überraschend. Doch gibt es neben körperlichen auch geistige Auswirkungen? Tatsächlich fallen diese wohl noch umfangreicher aus, denn der digitale Lifestyle bringt noch weitere Belastungen mit sich.

24/7 digital unterwegs

Das Internet lässt sich nämlich leider nicht ausschalten. Und durch die Vernetzung mit dem Rest der Welt gepaart mit der ständigen Verfügbarkeit durch Mobilgeräte haben wir die Möglichkeit, rund um die Uhr online zu sein. Selbst, wem es gelingt, sein Handy einmal links liegen zu lassen und eine ganze Weile nicht nach neuen Nachrichten oder dem aktuellen Stand auf den sozialen Netzwerken zu sehen, ist dennoch beinahe überall mit anderen digitalen Geräten konfrontiert.

Diese Dauerberieselung und das Gefühl ständig online sein zu müssen, stets erreichbar zu sein, setzt uns ganz schön unter Druck. Viele können dabei nie richtig abschalten und kämpfen mit Schlafproblemen oder Frustration.

In vielen Bereichen sind die Aufgabenfelder vielschichtiger, komplexer und schneller geworden. Insgesamt hat sich die gefühlte Arbeitsbelastung oftmals erhöht, so das Ergebnis einer Befragung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Einige fürchten zudem, durch den schnellen Wandel und den rapiden technologischen Fortschritt den Anschluss zu verlieren. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt, sich durch den digitalen Wandel ständig neu anpassen und neue Dinge erlernen zu müssen. Auch das schlägt langfristig auf die psychische Gesundheit.

Verändert die digitale Technologie unser Gehirn?

Digitaler Lifestyle Baby

Kinder wachsen ganz selbstverständlich mit digitalen Geräten auf

Eine Studie will herausgefunden haben, dass unsere durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne heute auf unter acht Sekunden gesunken ist – kürzer als die eines Goldfisches. Wie belastbar diese Zahl ist, lässt sich nicht abschließend sagen. Dennoch hat die Verbreitung der digitalen Medien in unserem Alltag spürbar dazu geführt, dass wir schneller abgelenkt sind und uns nicht mehr so lange auf ein und dasselbe konzentrieren können oder wollen.

Angeheizt durch diesen (vermeintlichen) Trend zielen viele Medienmacher heute mit immer kürzeren Inhalten darauf ab, dass es uns nicht langweilig wird. So hüpfen wir von einem News- oder Infohäppchen zum nächsten. Die verschiedenen digitalen Kanäle sind dabei wie geschaffen, uns mit kurzweiligen multimedialen Inhalten zu füttern.

Gleichzeitig ist es ganz normal geworden, dass uns das Netz als allgegenwärtige Informationsquelle zur Verfügung steht. Die Tatsache, dass wir so gut wie alles kurzfristig googeln können macht es in vielen Fällen nicht mehr notwendig uns bestimmte Details überhaupt merken zu müssen. Werden wir dadurch vergesslicher? Bislang haben Forscher dafür noch keine Beweise gefunden.

Dennoch müssen wir die überall zugängliche Flut an Informationen gleichzeitig auch irgendwie verarbeiten. Nicht nur im Berufsleben, auch bei der ganz persönlichen digitalen Berieselung in der Freizeit müssen wir ständig Informationen bewerten und filtern. Eine große Herausforderung für unser Gehirn, dass dabei im schnellen Takt Entscheidungen fällen muss. Vor allem für Kinder kann das schnell zu viel werden.

Auswirkungen auf unser Kommunikationsverhalten

Die neuen Medien haben in den letzten Jahren auch zunehmend Einfluss darauf gehabt, wie wir mit anderen kommunizieren. Zwar ist die Sprache hier immer noch das meistgenutzte Mittel, doch bildhafte Kommunikation hat inzwischen dennoch einen höheren Stellenwert als früher. Jeder von uns hat sicher schon mehr als einmal auf eine Nachricht nur mit einem Smiley oder einem der vielen anderen Emoticons reagiert, die sinnbildlich für alle möglichen Emotionen oder Aussagen stehen können.

Und Plattformen wie Instagram oder Snapchat sind deshalb so erfolgreich, weil Fotos oder kurze Videos ebenfalls als Kommunikationsmedium funktionieren und mit den technischen Möglichkeiten von heute einfach genutzt werden können. Die App Bitmoji zählte 2016 zu der mit den meisten Downloads. Bilder und Symbole oder eben Emojis können die kurzen geschriebenen Nachrichten um ein wichtiges Element erweitern und Gefühle visualisieren. Allerdings sind auch hier Missverständnisse möglich.
Des Weiteren zwingen uns Plattformen wie Twitter uns bei einer Nachricht entsprechend kurz zu fassen. Zuvor schon haben sich im Rahmen der SMS-Kultur die verschiedensten Abkürzungen etabliert, um bei der begrenzten Zeichenmenge so viel Information wie möglich unterzubringen – mit möglichst wenig Aufwand. Doch fallen unsere Unterhaltungen im Alltag deshalb ebenfalls kürzer aus?

Die Medienforscherin Dr. Angela Keppler sagt nein. Sie hat in einer Studie unser Medienverhalten untersucht. Das Ergebnis: Kommunikation über digitale Medien wird als Ergänzung zur persönlichen Kommunikation mit anderen Menschen genutzt – von einem Ersatz kann jedoch keine Rede sein. Selbst, wenn Kinder und Jugendliche zusammen scheinbar pausenlos vor dem Smartphone sitzen, wird dies in der Regel dazu genutzt, um sich gemeinsam über etwas auszutauschen. Die Netzwerke verwenden sie ganz selbstverständlich, um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

Auswirkungen auf unsere sozialen Strukturen

Wenn früher mit den Freundinnen und Freunden übers Festnetztelefon eine Verabredung getroffen wurde, war es schwer, ein Treffen kurzfristig abzusagen. Die andere Person war höchstwahrscheinlich bereits unterwegs und dann nicht mehr erreichbar. Mit dem Smartphone und den Messenger-Apps, die unsere Nachrichten in Echtzeit an jeden erdenklichen Ort transportieren können und der allgemeinen Annahme, dass diese jeder auch zeitnah registriert, hat sich eine gewisse Unverbindlichkeit eingeschlichen. Ob wir tatsächlich zu einer Verabredung erscheinen können wir inzwischen auch noch in letzter Sekunde entscheiden – und gegebenenfalls per WhatsApp absagen.

Apps wie Tinder, wo ebenfalls im Sekundentakt über „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ per Fingerwisch entschieden werden kann, scheinen in manchen Fällen diese Unverbindlichkeit noch zu verstärken. Das Bild von zwei Personen, die zusammen an einem Tisch sitzen, aber kein einziges Wort miteinander wechseln, sondern stattdessen getrennt auf ihre Handybildschirme starren ist heute ebenfalls nicht mehr neu. Eine Studie des Portals ElitePartner hat untersucht, wie stark sich die Smartphone‑Nutzung auf das Beziehungsleben auswirkt – und bezeichnet die Geräte aufgrund der Ergebnisse durchaus als Beziehungskiller.

Dennoch sieht die jüngere Generation diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten nicht so schwarz. Sie unterscheiden ganz klar zwischen einer „Facebook-Freundschaft“ und Freunden im realen Leben. Die vielfältigen Möglichkeiten, heute Kontakte zu pflegen ersetzen in manchen Fällen alte und bislang etablierte Methoden. Für einige stellen sie zudem eine wichtige Brücke dar, um auch mit weit entfernten Personen Kontakt halten zu können und sich regelmäßig auszutauschen.

Die bereits erwähnte Unverbindlichkeit ist letzten Endes eine Reaktion auf die flexibler gewordene Gesellschaft, die uns permanent so viele Entscheidungsmöglichkeiten bietet. Wir selber haben es in der Hand, wie stark wir uns durch die Digitalisierung unter Druck setzen lassen. Statt der Angst, online irgendetwas zu verpassen, wenn man nicht ständig aufs Smartphone blickt, macht heute ein neuer Trend die Runde: JOMO, the joy of missing out. Also einfach auch mal abschalten und das Leben offline genießen!