Detail-Check: So viel kostet euer Auto wirklich!

Detail-Check: So viel kostet euer Auto wirklich!

Schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, unpünktliche Bahnen und fehlende Flexibilität: Ein Leben ohne eigenes Auto ist für die meisten Menschen mit großen Kompromissen verbunden. Daher bleibt der PKW trotz zahlreicher Klima-Diskussionen weiterhin eines der begehrtesten Statussymbole. Günstig ist er aber nicht zu haben. Die Gesamtkosten können sogar ungeahnte Höhen erreichen. Wir haben nachgerechnet und zeigen, wo ihr sparen könnt:

frau im auto rote lippen
© UnsplashTeurer Spaß? Auf den PKW verzichten möchten dennoch nur wenige.

Großer Posten: Der Anschaffungspreis

Natürlich kostet ein Auto vor allem beim Kauf viel Geld. Ein DAT Report mit Zahlen aus 2018 verrät sogar recht genau, wie viel die Deutschen durchschnittlich für ihren PKW ausgegeben haben. Beim Neuwagenkauf waren das immerhin 31.130 Euro und bei Gebrauchtwagen 11.780 Euro. Dieser deutliche Unterschied zeigt, dass sich schon bei der Wahl des Wagens großes Sparpotenzial ergibt.

Der Kauf von Neuwagen nämlich ist in vielerlei Hinsicht wenig sinnvoll. Einerseits gibt es derzeit ausreichend Gebrauchtwagen am Markt, andererseits sind Neuwagen von erheblichen Wertverlusten betroffen. Wer sich einen neuen PKW kauft, muss allein im ersten Jahr mit Wertverlusten von rund 25 Prozent – also einem Viertel – rechnen. Das Auto für 30.000 Euro ist dann als Jahreswagen nur noch 22.500 Euro wert. Und in einem Alter von vier oder auch fünf Jahren sinkt der Wert auf rund fünfzig Prozent des Neupreises.

Bei Gebrauchtwagen sind die anfänglichen Wertverluste bereits erledigt, was den Kaufpreis erheblich senkt. Ob Jahreswagen, junger Gebrauchter oder auch gestandenes Modell mit fünf Jahren „Straßenerfahrung“: Je älter der Wagen, desto günstiger. Das jedoch gilt nur, wenn ein und dasselbe Modell betrachtet wird. Ausstattung, Marke und Optik können auch bei Gebrauchten im gleichen Alter für erhebliche Preisunterschiede sorgen.

Ausgaben rund um die Werkstatt

Ein PKW, ganz egal wie alt, muss regelmäßig in die Werkstatt. Nicht etwa, weil etwas kaputt ist: Die Inspektion sollten sich all jene nicht entgehen lassen, die ihren Wagen später einmal „scheckheftgepflegt“ verkaufen wollen. Bei Inspektionen können die Kosten jedoch sehr unterschiedlich ausfallen, weswegen pauschale Aussagen unmöglich sind. Zwischen 300 und 800 Euro dürften jedoch die meisten Autobesitzer schon einmal für diesen Service gezahlt haben.

Spar-Tipp: Bei der Inspektion wird oftmals Öl nachgefüllt oder auch ein Wechsel vorgenommen. Wer sein eigenes Öl mitbringt, spart viel Geld. In Werkstätten nämlich wird das Öl oft teuer verkauft. Beim Kauf unbedingt darauf achten, dass das Öl zum Auto passt.

bargeld in der hand
© UnsplashNicht nur die Inspektion lässt regelmäßige Kosten auf den Plan treten.

Ein weiterer Kostenpunkt, der alle PKW gleichermaßen betrifft, ist die Überprüfung des Wagens im Rahmen der Haupt- und Abgasuntersuchung. Alle zwei Jahre muss das Auto zum TÜV, um dort seine neue Plakette zu bekommen. Hierbei fallen Kosten von etwa neunzig bis 120 Euro an, es gibt jedoch regionale Unterschiede.

Hinzu kommen die jährlichen Ausgaben für Reifenwechsel. „Von O bis O“ – also von Oktober bis Ostern – soll der Wagen mit Winterreifen fahren und während des restlichen Jahres mit Sommerreifen. Wer keine Ganzjahresreifen hat, muss folglich zweimal im Jahr zum Wechsel. Und fehlt der Platz in der Garage, werden die Reifen beim Dienstleister eingelagert. Alles in allem entstehen dabei Kosten zwischen 25 und sechzig Euro.

Unverzichtbar: Die Versicherung

Ein Auto ohne Versicherung zu fahren, ist keine gute Idee. Ohne einen entsprechenden Nachweis wird der Wagen nicht einmal zugelassen. Doch Versicherungen können je nach Leistung und Anbieter ein teurer Spaß sein. Auf passenden Schutz sollte natürlich niemand verzichten, weswegen die Entscheidung für Haftpflicht und Teil- oder auch Vollkasko am besten individuell getroffen wird.

Hinzu kommen weitere Faktoren, die die Höhe der Versicherungsprämien beeinflussen:

  • Das Alter des Fahrers,

  • Marke und Modell des PKW,

  • der Wohnort,

  • der Abstellplatz

  • und die Dauer des Führerscheinbesitzes

helfen Versicherern dabei, das potenzielle Risiko für einen Unfall zu errechnen und die passende Beitragshöhe zu nennen. Dabei kommen jedoch nicht alle zum gleichen Ergebnis und es ist ratsam, vor dem Abschluss der KFZ-Versicherung Tarife zu vergleichen. Mitunter können dabei Preisunterschiede von 500 Euro pro Jahr entstehen. Wer das versäumt, ärgert sich.

Wie hoch die jährlichen Ausgaben für die Versicherung sind, kann pauschal nicht gesagt werden. Die meisten Autofahrer dürften zwischen 500 und 1.000 Euro zahlen.

Achtung: Zu den regelmäßigen Ausgaben rund um den PKW gehört auch die KFZ-Steuer. Wer wissen möchte, was das eigene Auto hier kostet, kann den Online Rechner des Bundesfinanzministeriums nutzen.

Kraftstoff: Nahrung für den Motor

Auch wenn Elektroantriebe und Hybrid-Motoren zunehmend an Fahrt gewinnen, bleiben klassische Verbrennungsmotoren die übliche Wahl vieler Käufer und Käuferinnen. Das Auto muss folglich regelmäßig betankt werden. In diesem Fall sind die jährlichen Kosten von der Fahrleistung, dem Verbrauch des Wagens und dem Benzinpreis abhängig.

tankstelle
© UnsplashOhne Benzin kein Roadtrip.

Doch gerade der Preis pro Liter Kraftstoff dürfte sich in den kommenden Jahren erheblich verändern. Nachdem die Politik nun CO2-Angaben beschlossen hat, gelten diese in Zukunft auch für Benzin. Unternehmen legen diese Mehrkosten selbstverständlich auf den Verbraucher um, weswegen bis 2026 mit Preissteigerungen gerechnet wird.

Preise von bis zu zwei Euro je Liter Kraftstoff könnten dann durchaus realistisch werden. Wer 10.000 Kilometer im Jahr fährt und einen PKW mit einem Durchschnittverbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometern hat, zahlt künftig also potenziell 1.300 Euro für Sprit. Bei 1,35 Euro je Liter – einem aktuell recht realistischen Preis – liegen die Kosten im gleichen Fall bei 877,50 Euro.

Natürlich muss das Thema PKW, Benzin, CO2 und Co. stets in einem größeren Zusammenhang gesehen werden. Der Klimawandel zeigt sich immer deutlicher und abgesehen vom Verzicht auf Fleisch können Verbraucher im Alltag noch viele weitere Dinge tun. Hierzu gehört auch bewusstes und sparsames Fahren mit dem eigenen Auto. Ein Komplettverzicht ist nicht immer möglich, doch hin und wieder zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs zu sein, ist eine gute Idee.


 

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