13. Januar 2021
Corona-Impfung: Wann werde ich geimpft? Eine Alters-Übersicht

Corona-Impfung: Wann werde ich geimpft?

Am 27.12. wurde die erste Frau gegen Corona geimpft, doch wie geht es mit allen anderen weiter? Wir geben euch einen Überblick, wer wann geimpft wird.

Der Impfstart gegen das Covid-19 Virus ist ein kleiner Lichtblick am Ende dieses verrückten Jahres. Am 27.12. wurde die erste Frau geimpft, sie ist 101 Jahre alt und gibt somit den Startschuss im Kampf gegen die Pandemie. Nun wird in einer bestimmten Reihenfolge geimpft. Wann ihr voraussichtlich mit einem Impftermin rechnen könnt, zeigen wir euch hier.

1. Gruppe: Risiko sehr hoch (8,6 Mio)

Zeitraum: Januar bis April

  • Bewohner von Altenheimen
  • Über 80-Jährige
  • Medizinisches Personal mit besonderem Ansteckungsrisiko

2. Gruppe: Risiko hoch (6,7 Mio.)

Zeitraum: Mai bis Anfang Juli

  • 75- bis 80-Jährige
  • Medizinisches Personal mit Ansteckungsrisiko
  • Demenzkranke und geistig Behinderte in Einrichtungen und deren Betreuer

3. Gruppe: Risiko moderat (5,5 Mio.)

Zeitraum: Juli bis August

  • 70- bis 75-Jährige
  • Vorerkrankte mit höherem Risiko und deren Kontaktpersonen
  • Personen in Asyl- und Obdachtlosenunterkünften
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Medizinisches personal mit „moderatem“ Ansteckungsrisiko
  • Personen im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Gruppe 4: Risiko erhöht (6,9 Mio.)

Zeitraum: August bis September

  • 65- bis 70-Jährige
  • Vorerkrankte mit moderatem Risiko und enge Kontaktpersonen
  • Restliches medizinisches Personal
  • Lehrer
  • Erzieher
  • Prekär Beschäftigte

Gruppe 5: Risiko gering erhöht (9 Mio.)

Zeitraum: Oktober bis November

  • 60- bis 65-Jährige
  • Schlüsselpersonal der Bundes- und Landesregierungen
  • Beschäftigte im Einzelhandel
  • Personen mit kritischer infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, ÖPNV und Stadtreinigung

Gruppe 6: Risiko niedrig (45 Mio.)

Ab Dezember 2021

  • Alle anderen in Deutschland lebenden unter 60 Jahre

Diese Reihenfolge beruht auf den Empfehlungen des Deutschen Ethikrats, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts. Virologen gehen zudem davon aus, dass eine Herdenimmunität erreicht wird, wenn circa zwei Drittel der Bevölkerung geimpft ist.

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Warum kann man nicht schneller impfen?

Zum jetzigen Zeitpunkt reicht der verfügbare Impfstoff nicht aus, um alle Menschen auf einmal zu impfen. Außerdem müssen mit dem Biotech-Pfizer-Impfstoff, der momentan geimpft wird, zwei Impfdosen mit einem Abstand von mehreren Wochen verabreicht werden. Bis zum Frühjahr 2021 können dafür lediglich 13 Millionen Impfdosen bereitgestellt werden.

    Biontech/Pfizer- und Moderna-Impfstoff: Welche Unterschiede gibt es?

    Die Europäische Kommission hat nun auch den Impfstoff des US-Herstellers Moderna genehmigt. Doch gibt es Unterschiede zwischen den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna?

    Wirksamkeit:

    • Biontech/Pfizer: 95 Prozent
    • Moderna: 94,1 Prozent

    Impf-Wiederholungen:

    • Biontech/Pfizer: Zwei Wirkstoffgaben im Abstand von ca. 3 Wochen
    • Moderna: Zwei Wirkstoffgaben im Abstand von ca. 4 Wochen

    Mögliche Nebenwirkungen:

    • Beide Präparate: Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschemrzen, Fieber, Schüttelfrost 

    Zielgruppe:

    • Biontech/Pfizer: Geeignet für Menschen ab 16 Jahren
    • Moderna: Geeignet für Menschen ab 18 Jahren, das Unternehmen hat kürzlich damit begonnen, seinen Impfstoff bei 12- bis 17-Jährigen zu testen

    Lagerung:

    • Biontech/Pfizer: Minus 70 Grad, nach dem Auftauen kann er 5 Tage im Kühlschrank gelagert werden
    • Moderna: Minus 20 Grad, 30 Tage bei Kühlschranktemperatur stabil, 12 Stunden bei Raumtemperatur
    • Beide Impfstoffe müssen nach der ersten Nutzung innerhalb von sechs Stunden aufgebraucht werden

    Preis:

    Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleecker veröffentlichte die bisher geheimen Preise zeitweise auf Twitter. Der Tweet wurde später entfernt.

    • Biontech/Pfizer: 12 Euro
    • Moderna: 15 Euro

    Bestellungen für Deutschland:

    • Biontech/Pfizer: 85 Millionen
    • Moderna: 50 Millionen

    Wirkt der Impfstoff auch gegen die Mutation?

    Kurz vor dem Beginn der Corona-Impfungen wurde eine Coronavirus-Variante in Großbritannien entdeckt. Viele fragen sich nun zu Recht: Hilft der Wirkstoff auch gegen diese Mutation des Coronavirus? "Ich sehe da derzeit keinen Grund für Alarm", sagt Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Dass Mutationen auftauchen, sei nicht ungewöhnlich. Derzeit sei auch nicht klar, ob die Veränderungen die Eigenschaften des Erregers überhaupt beeinflussen. Bisher ist bekannt, dass die Mutation des Virus ansteckender sei, als die bisherige Variante, somit breitet sie sich schneller aus.  Doch es ist noch nichts bewiesen. Die verstärkte Ausbreitung kann auch auf ein Superspreading-Event zurückgehen. Neher bestätigt zudem: "Selbst wenn eine Mutation vorhanden ist, verhindert dies nicht die Erkennung durch das Immunsystem." Anders gesagt: Einzelne Mutationen reichen nicht aus, um der komplexen Immunabwehr zu entgehen.

    Sollte das Spike-Protein, welches an der Oberfläche des Virus sitzt und benötigt wird, um in die menschlichen Zellen einzudringen, wirklich verändert sein, kann ein Impfstoff schnell angepasst werden. Der Impfstoff zielt nämlich genau auf das Spike-Protein ab. Bis es dazu genauere Informationen gibt, sind strengere Lockdown-Verordnungen am effektivsten.

    Kann durch eine Covid-19-Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden?

    Im Interview mit t-online beantwortet Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit alle möglichen Fragen rund um das Thema Covid-19 und die aktuellen Impfungen. Eine Frage lautet: "Ich möchte mich gerne impfen lassen, habe aber Bedenken, dass durch die Impfung meine Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird. Sind die Bedenken begründet?" Schmidt-Chanasits Antwort lautet: 

    Nein, das kann man eben ausschließen. Man muss hier aber deutlich unterscheiden ob man Schwangere impft oder von Fruchtbarkeit redet. Impfungen in der Schwangerschaft ist nochmal ein ganz anderes Thema, was man unbedingt auch mitteilen sollte, wenn man schwanger ist und sich impfen lassen möchte.

    Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit

    Wird es eine Impfpflicht geben?

    "Die Bundesregierung hat klar gesagt, dass es keine Pflicht zur Impfung gegen Corona geben wird. Das Wort der Bundesregierung gilt" sagt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht gegenüber der "Rheinischen Post". "Wenn die Menschen von der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung überzeugt sind, werden sich die Allermeisten auch impfen lassen." Es wird auf das Verantwortungsbewusstsein eines jeden einzelnen plädiert, vor allem in medizinischen Berufen und im Umgang mit älteren Menschen. Auch Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister, spricht sich gegen eine Impfpflicht aus. "In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben", betont Spahn im Deutschlandfunk. "Wir setzen auf Aufklärung und Information."

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